Das Verañjā-Kapitel: Eine Regenzeitklausur in der Hungersnot und warum Schulungsregeln nötig sind
VerañjakaṇḍaṃDer Buddha und die Mönche verbringen in einem Jahr der Hungersnot die Regenzeit in Verañjā und essen ohne Klag…
Kurudhammajātakaṃ
Als in Kaliṅga eine Dürre herrschte, baten Gesandte den König von Kuru um seinen glückverheißenden Elefanten, doch der Regen fiel noch immer nicht. Also kamen sie zurück, um um die fünf Tugendregeln zu bitten, die das Volk von Kuru so sorgfältig einhielt – vom König bis hinunter zum Torwächter, von denen jeder befürchtete, irgendein kleiner Vorfall habe seine Tugend getrübt.
Im Kurudhamma-Jātaka aus dem Tikanipāta im Jātaka des Khuddaka Nikāya gibt es drei Verse. Brahmanen sagen dem König, sie kennten sein Vertrauen und seine Tugend und seien deshalb gekommen, um seinen Elefanten von der Farbe der Añjana-Blüten zu erbitten und nach Kaliṅga zu bringen. Der König sagt, wer mit einem Anliegen zu ihm komme, ob jemand, den er unterhält, oder nicht, dürfe nicht abgewiesen werden; dies sei das Wort der Lehrer der alten Zeit. Dann gibt er den Elefanten mit seinem Schmuck und seinem Führer.
Das Übrige stammt aus dem Kommentar. Der Bodhisatta war König Dhanañjaya Koravya von Kuru. Er hielt den Kurudhamma ein, den der Kommentar als die fünf Tugendregeln erklärt, und zehn andere hielten sie genauso ein wie er. In Kaliṅga herrschten Dürre, Hungersnot und Krankheit, und so wurden Brahmanen ausgesandt, um um den glückverheißenden Elefanten zu bitten. Doch als der Elefant ankam, fiel der Regen noch immer nicht. Der König von Kaliṅga schickte den Elefanten zurück und ließ Gesandte darum bitten, den Kurudhamma auf eine goldene Tafel zu schreiben.
Die Gesandten gingen von einer Person zur nächsten, und jede lehnte ab, weil sie meinte, ihre Tugend könnte durch eine Kleinigkeit getrübt sein. Die Gesandten wiesen darauf hin, dass die Tugendregeln ohne Absicht nicht gebrochen werden, und schrieben die Tugend jedes Einzelnen auf. Als der König von Kaliṅga die fünf Tugendregeln einhielt, fiel im ganzen Land Regen. Der Kommentar sagt, der Buddha habe diese Geschichte wegen eines Mönchs erzählt, der eine Gans getötet hatte, indem er einen Kiesel nach ihr schnippte.
Im ersten Vers sagen die Brahmanen, sie kennten das Vertrauen und die Tugend des Königs und wagten es deshalb, um den Elefanten von Añjana-Farbe zu bitten, um ihn nach Kaliṅga zu bringen. Der Kommentar erklärt Vertrauen als den Glauben an das Handeln und seine Folgen und Tugend als Zügelung, als Nicht-Übertreten.
Denken Sie darüber nach, als was für ein Mensch Sie bei Ihren Mitmenschen bekannt sind. Ein Ruf der Rechtschaffenheit entsteht aus kleinen Handlungen, die jeden Tag wiederholt werden.
Der König sagt, wer mit einem Anliegen zu ihm komme, ob jemand, den er unterhält, oder nicht, dürfe nicht abgewiesen werden; dies sei das Wort der Lehrer der alten Zeit. Der Kommentar erklärt, diese Lehrer der alten Zeit seien die eigenen Eltern. Dann gibt er den Elefanten mit seinem Schmuck und seinem Führer.
Wenn jemand Sie um Hilfe bittet, hören Sie zu und helfen Sie, so weit Sie können, statt ihn sofort abzuwimmeln – auch wenn Sie nicht alles leisten können.
Im Kommentar fällt der Regen noch immer nicht, als der Elefant in Kaliṅga ankommt. Der König von Kaliṅga hört, dass es in Kuru wegen der Tugend des Königs regnet, nicht wegen des Elefanten. Also schickt er ihn zurück und lässt Gesandte losziehen, um den Kurudhamma, die fünf Tugendregeln, auf einer goldenen Tafel aufzuschreiben.
Wenn es in Ihrem Zuhause oder Team Probleme gibt, schauen Sie zuerst auf das Verhalten dahinter, bevor Sie nach einem Gegenstand oder Ritual suchen, das alles richten soll – etwa darauf, wie miteinander gesprochen wird, wie die Arbeit verteilt ist oder wie ehrlich man zueinander ist.
Im Kommentar schießt der König bei einem Fest Pfeile in die vier Himmelsrichtungen. Einer fällt ins Wasser und ist nicht mehr auffindbar, und so sorgt er sich, er könnte einen Fisch getötet haben. Die Gesandten sagen, ohne die Absicht zu töten sei es kein Töten, und schreiben von ihm die fünf Tugendregeln auf: nicht töten, nicht stehlen, kein sexuelles Fehlverhalten, keine falsche Rede und keine berauschenden Getränke.
Wenn Ihnen klar wird, dass etwas, das Sie getan haben, andere ungewollt beeinträchtigt haben könnte, nehmen Sie es zur Kenntnis und seien Sie beim nächsten Mal achtsamer, ohne sich zu bestrafen, als hätten Sie absichtlich Unrecht getan.
Im Kommentar muss der Landvermesser seinen Pflock in das Loch einer Krabbe setzen, denn würde er ihn versetzen, käme entweder die Krone oder der Bauer zu kurz; danach sorgt er sich, die Krabbe könnte gestorben sein. Der Vizekönig sorgt sich, weil sein Gefolge die ganze Nacht wartend im Regen gestanden hat. Der Wagenlenker sorgt sich, weil die Pferde jetzt jedes Mal losrasen, wenn sie an der Stelle vorbeikommen, an der er sie einmal angetrieben hat. Jedem wird gesagt, dass es ohne Absicht kein Kamma gibt.
Wenn Ihre Arbeit damit verbunden ist, Anweisungen zu geben oder andere warten zu lassen, denken Sie an diejenigen, die davon betroffen sind – zum Beispiel, indem Sie klare Zeiten nennen, damit niemand unnötig wartet.
Im Kommentar lehnt der Hofpriester einen prächtigen Wagen ab, den der König ihm anbietet, weil er ihn sich zuvor gewünscht hatte. Der Kaufmann sorgt sich, weil er sich eine Handvoll Reisähren von einem Feld hat binden lassen, dessen königlicher Anteil noch nicht entrichtet war. Der Kornmesser sorgt sich, weil er das Zählkorn auf den falschen Haufen gekippt hat. Der Torwächter sorgt sich, weil er die Schwester eines Mannes versehentlich dessen Frau genannt hat.
Prüfen Sie Ihre Ehrlichkeit in kleinen Dingen, etwa ob Sie gemeinsames Material privat nutzen, zusätzliche Stunden aufschreiben oder Vermutungen ungeprüft als Tatsachen hinstellen, und korrigieren Sie es, wenn Sie so etwas bemerken.
Im Kommentar geben die Gesandten jedem die gleiche Art von Antwort: Eine Handlung ohne Absicht ist kein Kamma; ein Wunsch, der bloß im Geist aufsteigt, ist kein Diebstahl; und wer schon vor so etwas Kleinem zurückschreckt, würde kaum einen schweren Verstoß begehen. Als der König von Kaliṅga die fünf Tugendregeln einhält, fällt im ganzen Land Regen.
Wenn Sie sich wegen einer Kleinigkeit schuldig fühlen, stellen Sie sich zwei Fragen: Habe ich es beabsichtigt, und was kann ich wiedergutmachen? Wenn Sie es nicht beabsichtigt und es wiedergutgemacht haben, verzeihen Sie sich und gehen Sie weiter.
Dieses Jātaka enthält zwei Lehren, die man zusammen lesen sollte. Die erste ist die Sorgfalt beim Einhalten der Tugendregeln: Jede Figur achtet sogar auf Folgen, die sie nicht beabsichtigt hat, etwa auf eine Krabbe in ihrem Loch oder auf Menschen, die im Regen stehen gelassen wurden. Die zweite ist die Antwort der Gesandten, dass die Tugendregeln nicht durch etwas gebrochen werden, das man nicht beabsichtigt hat. Sorgfalt sollte mit Verständnis einhergehen, nicht mit endlosen Selbstvorwürfen.
Auch der Glückselefant passt in unsere Zeit. Organisationen und Familien in Schwierigkeiten suchen oft nach einem Gegenstand oder einer Zeremonie, die alles in Ordnung bringen soll, doch was eine Gruppe wirklich verbessert, ist das Verhalten der Menschen darin.
Wenn sich jemand ständig wegen Kleinigkeiten schuldig fühlt, bis es ihn quält oder er nicht mehr zurechtkommt, kann das ein Ausdruck von Angst sein, über den es sich lohnt, mit einer Fachperson zu sprechen – und kein Zeichen dafür, dass er strenger mit sich sein müsste.
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