Die vier Räder
Cattāri cakkāniVier Räder, die ein Leben voranbringen – ein geeigneter Ort, gute Gesellschaft, die rechte Ausrichtung und ber…
Anāgatabhayāni
Künftige Gefahren, die man im Voraus sehen soll – Gefahren im Wald, Alter, Krankheit, Hungersnot und ein gespaltener Saṅgha, die alle die Übung erschweren –, und Gefahren für die Lehre, wenn Ungeschulte andere unterweisen, dazu das Gleichnis vom Berufskrieger.
Im Yodhājīva Vagga des Fünferbuchs des Aṅguttara Nikāya stehen vier Anāgata-Suttas hintereinander. Die ersten beiden beschreiben künftige Gefahren, die ein Mönch betrachten soll, um beflissen und eifrig zu sein und zu erreichen, was noch nicht erreicht ist. Die letzten beiden beschreiben Gefahren, die jetzt noch nicht entstanden sind, der Lehre aber künftig entstehen werden; man soll sie erkennen und sich bemühen, sie aufzugeben.
Im zweiten Anāgata-Sutta überlegt ein Mönch: Jetzt bin ich jung, selten krank, Nahrung ist leicht zu bekommen, die Menschen leben in Eintracht, und der Saṅgha ist einig. Doch es wird eine Zeit kommen, in der sich das ändert, und dann wird es nicht leicht sein, sich der Lehre zu widmen. Darum beeilt er sich, sich vorher anzustrengen, damit er in jener Zeit unbeschwert leben kann.
Dasselbe Kapitel enthält auch die Yodhājīva-Suttas, die Mönche mit fünf Arten von Berufskriegern vergleichen, die unterschiedlich starkem Druck standhalten.
Im ersten Anāgata-Sutta überlegt ein im Wald lebender Mönch: Wenn ich allein im Wald lebe, könnte mich eine Schlange, ein Skorpion oder ein Tausendfüßler beißen; ich könnte stürzen, meine Nahrung könnte nicht verdaut werden, oder ich könnte plötzlich krank werden; ich könnte wilden Tieren, Verbrechern oder feindseligen nichtmenschlichen Wesen begegnen – und sterben, bevor ich den Dhamma verwirklicht habe. Darum soll er Energie aufbringen.
Das Leben steckt immer voller Unvorhergesehenem. Schieben Sie Wichtiges – sich entschuldigen, „Ich liebe dich“ sagen oder mit der Meditation beginnen – nicht auf „irgendwann“ auf.
Im zweiten Anāgata-Sutta überlegt ein Mönch: Jetzt bin ich jung, mein Haar ist noch schwarz, doch es wird eine Zeit kommen, in der das Alter diesen Körper erfasst. Wer vom Alter überwältigt ist, kann sich nicht leicht der Lehre widmen oder in abgeschiedenen Unterkünften weilen. Darum strengt er sich vorher an, damit er auch im Alter unbeschwert leben kann.
Wenn Sie jetzt noch Energie haben, machen Sie sich von heute an zehn Minuten Meditation am Tag zur Gewohnheit. Eine gefestigte Gewohnheit trägt auch durch die Tage, an denen der Körper nicht mehr mitspielt.
Ein Mönch überlegt: Jetzt bin ich selten krank, meine Verdauung ist ausgeglichen und für das Bemühen geeignet, doch es wird eine Zeit kommen, in der Krankheit diesen Körper erfasst. Wer von Krankheit überwältigt ist, kann sich nicht leicht der Lehre widmen.
Nutzen Sie Ihre gesunden Tage, um für Körper und Geist zu sorgen. Ein geschulter Geist wird zu einer Zuflucht an dem Tag, an dem Sie im Krankenhausbett liegen.
Ein Mönch überlegt: Jetzt ist Nahrung leicht zu bekommen, und die Menschen leben in Eintracht wie Milch und Wasser, doch es wird eine Zeit der Hungersnot kommen oder einer Gefahr, die die Menschen zur Flucht zwingt. Dann drängen sich die Menschen zusammen, und es ist nicht leicht, sich der Lehre zu widmen.
Solange Wirtschaft und Land noch in normalen Bahnen laufen, schulen Sie Ihren Geist, damit er beständig wird. Wenn schlechte Nachrichten hereinbrechen, lässt sich ein geschulter Geist nicht von der Panik mitreißen.
Ein Mönch überlegt: Jetzt ist der Saṅgha einig, ohne Streit, rezitiert gemeinsam und lebt unbeschwert, doch es wird eine Zeit kommen, in der der Saṅgha gespalten ist. Ist er erst gespalten, ist es nicht leicht, sich der Lehre zu widmen oder in Abgeschiedenheit zu weilen.
Wenn Ihr Freundeskreis, Ihr Arbeitsteam oder Ihre Übungsgruppe gerade gut ist, nutzen Sie diese Zeit, um ganz zu üben und diese Eintracht zu bewahren.
Das dritte Anāgata-Sutta sagt, dass es künftig Mönche geben wird, die in Körper, Tugend, Geist und Weisheit unentwickelt sind, die andere ordinieren oder ihnen Anleitung geben und sie doch nicht führen können. Sie werden nicht auf tiefgründige Lehrreden hören, die mit der Leerheit verbunden sind, sondern sich für die kunstvollen Dichtungen von Poeten interessieren. Ältere werden im Luxus leben und nachlässig sein, und spätere Generationen werden ihrem Beispiel folgen. Diese Gefahren verderben Dhamma und Disziplin zugleich.
Bevor Sie die Rolle übernehmen, jemanden zu unterweisen oder zu beraten, fragen Sie sich, ob Sie sich in dieser Sache wirklich selbst geschult haben – und entscheiden Sie sich, einer Lehre zuzuhören, die tief ist, nicht bloß Worten, die angenehm klingen.
Das vierte Anāgata-Sutta sagt, dass Mönche künftig feine Roben, feine Almosenspeise und feine Unterkünfte wollen werden. Darum werden sie den Wald verlassen, um in Städten zu leben, auf unangemessene Weise nach Bedarfsgegenständen suchen und sich mit den Leuten rund um das Kloster einlassen, bis sie die Disziplin brechen. Der Buddha sagt, man solle dies im Voraus erkennen und sich bemühen, es aufzugeben.
Achten Sie darauf, ob der Wunsch nach besseren Dingen Zeit und Energie von Wichtigerem abzieht, etwa von der Zeit mit der Familie oder von der Schulung des Geistes.
Das erste Yodhājīva-Sutta sagt: Manche Krieger weichen schon beim Anblick der Staubwolke zurück, manche halten den Staub aus, weichen aber beim Banner des Feindes zurück, manche weichen beim Kampfgeschrei zurück, manche werden im Handgemenge besiegt, und manche gewinnen die Schlacht. Der Buddha vergleicht sie mit Mönchen, die sexueller Versuchung stufenweise begegnen – indem sie bloß davon hören, sie selbst sehen, geneckt werden und körperlich bedrängt werden. Der Sieger ist derjenige, der sich befreit und dann meditiert, bis der Geist befreit ist.
Versuchung kommt meist in Stufen. Erkennen Sie, auf welcher Stufe Sie gewöhnlich nachgeben, und ziehen Sie eine Grenze, bevor Sie sie erreichen – etwa indem Sie etwas gar nicht erst öffnen, von dem Sie wissen, dass es weiterführt.
Diese Lehrreden richteten sich an Mönche, doch der Hauptgedanke gilt unmittelbar auch für Laien: Warten Sie nicht, bis sich die Lebensumstände verschlechtern, bevor Sie beginnen, den Geist zu schulen. Die Zeit, in der Sie noch stark sind, noch Zeit haben und im Land Frieden herrscht, ist die leichteste Zeit zum Üben.
Es geht nicht darum, sich um die Zukunft zu sorgen, sondern sie realistisch zu sehen und heute zu handeln. Die Lehrrede sagt, wer den Dhamma entwickelt hat, denkt: „Selbst wenn ich alt bin, werde ich unbeschwert leben.“
Die Gefahren für die Lehre in den späteren Lehrreden betreffen die Ordensgemeinschaft, doch gewöhnliche Buddhisten können sie als Richtschnur nutzen, um Lehrer und das, was sie hören, auszuwählen: ob der Lehrer sich wirklich selbst geschult hat und ob das, was Sie hören, tiefe Lehre ist oder nur schöne Worte.
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