Das Bhūripañha-Jātaka: Den Ast nicht abbrechen, der einem Schatten spendet
BhūripañhājātakaṃEin Weiser, der in Not geraten war, wurde verspottet, seine Weisheit nütze nichts. Er antwortete, er wisse, wa…
Kokālikajātakaṃ
Wer zur Unzeit spricht, bevor die rechte Zeit gekommen ist, wird niedergestreckt wie das Junge des Kuckucks. Schlecht gesprochene Worte bringen einen schneller zu Fall als ein scharfes Messer oder tödliches Gift; darum hüten die Weisen ihre Rede und sprechen maßvoll zur rechten Zeit.
Im Kokālika-Jātaka aus dem Catukkanipāta, Khuddaka Nikāya, besteht der kanonische Text aus nur vier Versen. Der erste sagt, wer zur Unzeit spricht, bevor die Zeit zum Sprechen gekommen ist, wird niedergestreckt und liegt da wie das Junge des Kuckucks. Der zweite sagt, weder ein gut geschärftes Messer noch tödliches Gift bringe einen so schnell zu Fall wie schlecht gesprochene Worte.
Der dritte lehrt die Weisen, ihre Rede sowohl zur rechten als auch zur unrechten Zeit zu hüten und nicht einmal einem Gleichgestellten gegenüber zur Unzeit zu sprechen. Der letzte sagt, wer zuerst nachdenkt, mit Unterscheidungsvermögen, und zur rechten Zeit maßvoll spricht, überwindet alle Feinde, so wie der Garuḷa den Nāga packt.
Die Geschichte vom Kuckucksjungen stammt aus dem Jātaka-Kommentar. Laut dem Kommentar legte ein Kuckuck sein Ei in das Nest einer Krähe, und die Krähe zog das Junge auf; doch das Junge rief zu früh, die Krähe erkannte, dass es nicht ihr eigenes war, und hackte darauf ein, bis es aus dem Nest fiel. Der Bodhisatta, ein Minister, nutzte diesen Vorfall, um einen König zu mahnen, der zu viel redete. Der Kommentar nennt als Anlass den Mönch Kokālika. Diese Einzelheiten stehen nicht in den Versen.
Wer zur Unzeit spricht, bevor die Zeit zum Sprechen gekommen ist, wird niedergestreckt und liegt da. Zu früh gesprochene Worte können verraten, was zurückgehalten werden sollte, oder andere unnötig aufbringen.
Gute Nachrichten, die noch nicht sicher sind, etwa ein bevorstehendes Stellenangebot oder ein Geschäft kurz vor dem Abschluss, verkündet man am besten erst, wenn sie tatsächlich feststehen.
Der Vers vergleicht jemanden, der zur falschen Zeit spricht, mit dem Jungen des Kuckucks. Laut dem Kommentar rief das von einer Krähe aufgezogene Kuckucksjunge, bevor seine Flügel stark waren; die Krähe erkannte, dass es nicht ihr eigenes war, und griff es an. Hätte es gewartet, bis es fliegen konnte, wäre es in Sicherheit gewesen.
Verbringen Sie an einem neuen Arbeitsplatz die erste Zeit damit, zuzuhören und die Kultur kennenzulernen, und schlagen Sie große Veränderungen erst vor, wenn Sie genug Verständnis und Vertrauen gewonnen haben.
Weder ein gut geschärftes Messer noch tödliches Gift bringt einen so schnell zu Fall wie schlecht gesprochene Worte. Ein einziger Satz kann Ansehen, Vertrauen oder eine Beziehung augenblicklich zerstören.
Bevor Sie im Ärger eine Nachricht abschicken, fragen Sie sich: Würde ich sie noch abschicken, wenn ein Screenshot davon dem ganzen Büro gezeigt würde?
Die Weisen sollen ihre Rede sowohl zur Zeit des Sprechens als auch zur Zeit des Nichtsprechens hüten. Selbst wenn es Zeit ist zu sprechen, muss man noch darauf achten, was und wie viel man sagt.
Wenn Sie in einer Besprechung an der Reihe sind, bereiten Sie zwei oder drei Hauptpunkte vor, sprechen Sie sie an und hören Sie dann auf, ohne vom Thema abzuschweifen.
Der Vers warnt davor, zur Unzeit zu sprechen, selbst mit jemandem, der einem gleichgestellt ist. Menschen, die uns nahestehen, können durch Worte ebenso verletzt werden wie jeder andere.
Seien Sie bei engen Freunden, Partnern oder Geschwistern vorsichtig damit, sie bei heiklen Themen aufzuziehen oder ihnen ins Wort zu fallen, während sie Ihnen etwas Wichtiges erzählen.
Wer zuerst nachdenkt, mit Unterscheidungsvermögen, und zur rechten Zeit maßvoll spricht, überwindet alle Feinde, so wie der Garuḷa den Nāga packt. Gut getimte, maßvolle Rede ist eine Stärke, keine Schwäche.
Wenn Sie scharf angegriffen werden, müssen Sie nicht sofort antworten. Hören Sie bis zum Ende zu, notieren Sie die Punkte und antworten Sie kurz und sachlich, wenn sich die Stimmung abgekühlt hat; das wirkt meist besser, als sofort zurückzuschlagen.
Zur falschen Zeit zu sprechen ist ein Problem, das uns jeden Tag begegnet: etwas anzukündigen, das noch nicht sicher ist, mit Plänen zu prahlen, bevor sie gelungen sind, oder mit einer Meinung dazwischenzufahren, wenn andere noch nicht bereit sind, sie zu hören. Worte, die zutreffend, aber schlecht getimt sind, können dennoch Schaden anrichten.
Die Verse lehren nicht, jederzeit zu schweigen. Der letzte Vers preist den, der zur rechten Zeit spricht; er verlangt nur, zuerst nachzudenken und maßvoll zu sprechen.
Die Warnung, nicht einmal einem Gleichgestellten gegenüber zur Unzeit zu sprechen, gilt besonders für enge Freunde und Familie, mit denen wir oft ohne Zurückhaltung sprechen, weil wir annehmen, es mache ihnen nichts aus.
Tippen Sie, um die Originalstelle auf der angegebenen Seite zu lesen.
Ein Weiser, der in Not geraten war, wurde verspottet, seine Weisheit nütze nichts. Er antwortete, er wisse, wa…
Der Buddha sagt Anāthapiṇḍika: Wessen fünf Gefahren und Feindschaften zur Ruhe gebracht sind, wer die vier Fak…
Zwölf Ursachen, die ein Leben in den Niedergang führen, aus dem Parābhava Sutta – eine Gottheit fragt eine nac…
Vier Haltungen eines reifen Herzens – Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut – und ein schneller Weg zu erke…