Das Apadāna von Yasodharā: Eine Gefährtin auf dem langen Weg
YasodharātheriyāpadānaṃMit achtundsiebzig Jahren verabschiedet sich die Nonne Yasodharā vom Buddha, zeigt übersinnliche Kraft und erz…
Mahāmorajātakaṃ
Ein Jäger versucht sieben Jahre lang, einen Pfauenkönig in der Schlinge zu fangen, doch als er ihn gefangen hat, will er ihn freilassen. Der Pfau fragt nach dem Grund, und ihr Gespräch zeigt dem Jäger, dass die Ansicht, gute und schlechte Taten trügen keine Frucht, falsch ist. Er gibt die Jagd auf wie eine Schlange, die ihre Haut abstreift, und befreit alle Vögel, die er in Käfigen gehalten hatte.
Im Mahāmora-Jātaka des Buchs des Vermischten (Pakiṇṇaka Nipāta) im Jātaka, Khuddaka Nikāya, beginnen die Verse, als der Pfauenkönig in einer Schlinge gefangen ist und den Jäger fragt: Wenn du mich um des Reichtums willen gefangen hast, töte mich nicht; bring mich lebend zum König, und du wirst viel bekommen. Der Jäger antwortet, sein Pfeil sei heute nicht dazu da, ihn zu töten; er werde die Schlinge durchschneiden, damit der Pfauenkönig gehen könne, wohin er wolle. Der Pfau fragt: Sieben Jahre hast du mich verfolgt und dabei Tag und Nacht Hunger und Durst ertragen – warum lässt du mich jetzt frei? Hast du heute dem Töten entsagt?
Der Jäger fragt, welches Glück den erwartet, der sich des Tötens enthält und allen Wesen Sicherheit schenkt. Der Pfau antwortet, ein solcher Mensch werde in diesem Leben gepriesen und gehe beim Tod in den Himmel. Der Jäger erzählt, wie er Asketen und Brahmanen geglaubt hatte, die lehrten, es gebe keine Götter, gute und schlechte Taten trügen keine Frucht und das Geben sei von Toren erfunden worden, und wie er deshalb Vögeln geschadet hatte. Der Pfau fragt nach Mond und Sonne und weist darauf hin, dass jene Ansichten dadurch widerlegt sind. Der Jäger stimmt zu und fragt, was er tun solle, um nicht in die Hölle zu fallen. Der Pfau rät ihm, hinzugehen und friedvolle Entsagende zu fragen. Der Jäger erklärt, er habe das Jägerleben abgelegt wie eine Schlange ihre alte Haut, und schenkt den Hunderten von Vögeln, die in seinem Haus in Käfigen sitzen, das Leben. Der letzte Vers sagt, der Jäger sei ausgezogen, um den Pfauenkönig in der Schlinge zu fangen, sei aber selbst vom Leiden befreit worden.
Im Tipiṭaka besteht das Jātaka nur aus Versen. Der Kommentar fügt hinzu, dass der Bodhisatta ein goldener Pfau im Himalaya war, der jeden Morgen und Abend Schutzverse rezitierte. Könige mehrerer Regierungszeiten schickten Jäger aus, die ihn nicht fangen konnten; der siebte Jäger benutzte den Ruf einer abgerichteten Pfauenhenne, und der Pfau, von Begierde erregt, vergaß seine Verse und wurde gefangen. Da der Jäger sah, dass einem so tugendhaften Wesen nicht geschadet werden sollte, beschloss er, ihn freizulassen, und nachdem er die Unterweisung gehört hatte, erlangte er die Paccekabodhi. Der Kommentar sagt, der Lehrer habe diese Geschichte einem Mönch erzählt, der unzufrieden war und die Robe ablegen wollte.
Der Pfau fragt: Sieben Jahre hast du mich verfolgt und dabei Tag und Nacht Hunger und Durst ertragen; jetzt, da ich gefangen bin, warum willst du mich freilassen? Der Jäger hatte sich lange Zeit bemüht, und doch konnte er an dem Tag, an dem er bekam, wonach er strebte, noch innehalten, nachdenken und sich entscheiden, nicht zu schaden.
Wenn ein Ziel, für das Sie hart gearbeitet haben, fast erreicht ist, Sie aber sehen, dass es zu erreichen bedeutet, jemandem zu schaden, haben Sie den Mut aufzuhören. Vergangene Mühe ist kein Grund, auf dem falschen Weg weiterzugehen.
Der Jäger fragt, welches Glück den erwartet, der sich des Tötens enthält und allen Wesen Sicherheit schenkt. Der Pfau antwortet, ein solcher Mensch werde schon in diesem Leben gepriesen und gehe in den Himmel, wenn der Körper zerfällt.
Versuchen Sie, die Menschen und Tiere um Sie herum sich in Ihrer Nähe sicher fühlen zu lassen – keine Drohungen, kein Anschreien, kein Auslassen von Frust an Haustieren oder streunenden Tieren.
Der Jäger sagt, manche Asketen und Brahmanen lehrten, es gebe keine Götter, das Leben ende hier, gute und schlechte Taten trügen keine Frucht und das Geben sei von Toren erfunden worden. Im Vertrauen auf die Worte derer, die er für Arahants hielt, schadete er Vögeln. Der Kommentar erklärt, dass es Asketen waren, die der Familie des Jägers nahestanden.
Prüfen Sie, woher die Überzeugungen stammen, die Sie als Ausreden benutzen – „Das machen doch alle“ oder „Es ist in Ordnung, wenn es keiner sieht“ –, und ob diese Quelle wirklich vertrauenswürdig ist.
Als der Pfau darauf hinweist, dass jene Ansichten widerlegt sind, sagt der Jäger: Gewiss ist wahr, was du sagst – wie könnte das Geben fruchtlos sein? Dann fragt er, was er tun, wie er leben und mit wem er Umgang pflegen solle, um nicht in die Hölle zu fallen.
Wenn Sie feststellen, dass eine Ihrer Überzeugungen falsch war, sagen Sie offen: „Das habe ich falsch verstanden“, und fragen Sie dann, was Sie tun sollten, statt nach Ausreden zu suchen.
Der Pfau beantwortet nicht alles selbst. Er rät: Es gibt Entsagende in ockerfarbenen Roben, die hauslos leben, am Morgen auf Almosengang gehen, nicht zur falschen Zeit umherwandern und friedvoll sind; geh zu passender Zeit zu ihnen und frage, was du wissen willst, und sie werden dir das Wohl dieser und der nächsten Welt erklären, wie sie es verstehen.
Wenn Sie eine wichtige Lebensfrage haben, suchen Sie jemanden, dessen Lebensweise zu dem passt, was er sagt, und vereinbaren Sie eine Zeit, die ihm gelegen ist, damit Sie aufmerksam fragen können.
Der Jäger sagt, er habe das Jägerleben abgelegt, wie eine Schlange ihre alte Haut abstreift oder ein grüner Baum seine gelben Blätter abwirft; heute gebe er es auf, ein Jäger zu sein.
Wenn ein Teil Ihrer Arbeit oder Ihrer Gewohnheiten anderen schadet, beginnen Sie, ihn Stück für Stück abzustreifen – hören Sie zum Beispiel auf, Verkaufstaktiken zu benutzen, die Kunden in die Irre führen, auch wenn der Umsatz zunächst sinkt.
Der Jäger sagt, den Hunderten von Vögeln, die er zu Hause in Käfigen hält, schenke er heute das Leben; mögen sie befreit werden und in ihre eigene Heimat gehen. Der letzte Vers fasst zusammen, dass der Jäger mit einer Schlinge auszog, um den Pfauenkönig zu fangen, aber selbst vom Leiden befreit wurde. Der Kommentar erzählt, dass alle Vögel durch seine Wahrheitsbekräftigung freikamen.
Wenn Sie beschlossen haben, sich zu ändern, schauen Sie zurück, was aus Ihren früheren Handlungen wiedergutgemacht werden muss – etwas zurückgeben, sich entschuldigen oder aufhören, jemanden unter Druck zu setzen, den Sie früher unter Druck gesetzt haben.
Dieses Jātaka zeigt, dass jemand, der lange Zeit Unrecht getan hat, sich an einem einzigen Tag ändern kann – wenn er die Wahrheit klar sieht und jemand seine Fragen vernünftig und ohne Verachtung beantwortet. Selbst während er kopfüber in der Schlinge hängt, antwortet der Pfau dem Jäger ruhig.
Ein Hinweis zur Vorsicht: Im wirklichen Leben können Menschen, deren Arbeit Schaden anrichtet, nicht immer sofort den Beruf wechseln; sie haben vielleicht familiäre Verpflichtungen oder Schulden. Damit zu beginnen, den Schaden Schritt für Schritt zu verringern, gehört zum selben Weg.
Eine weitere Lehre ist, dass unsere Ansichten von den Menschen kommen, denen wir zuhören. Der Jäger schadete Vögeln, weil er den falschen Lehrern glaubte; als er bessere Gründe hörte, war er bereit, sich zu ändern.
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