Das Mahāmaṅgala-Jātaka: Segen liegt in dem, was wir tun, nicht in dem, was wir sehen oder hören
MahāmaṅgalajātakaṃAls die Leute darüber stritten, ob ein Segen etwas Gesehenes, Gehörtes oder Berührtes sei, antwortete der Aske…
Mittāmittajātakaṃ
Ein König fragt, wie die Weisen erkennen können, wer ein Freund ist und wer nicht. Die Antwort sind sechzehn Zeichen, die man sehen und hören kann: wie jemand Sie begrüßt, ob er an Sie denkt, wenn Sie fort sind, auf wessen Seite er steht, wenn Sie kritisiert werden, ob er Ihre Geheimnisse bewahrt und ob er sich freut, wenn es Ihnen gut geht.
Im Mittāmitta-Jātaka des Zwölferbuchs im Jātaka, Khuddaka Nikāya, beginnen die Verse mit einer Frage: Durch das Sehen und Hören welcher Taten kann ein weiser und kluger Mensch erkennen, dass jemand kein Freund ist? Die Antwort sind sechzehn Zeichen, dargelegt in vier Versen mit je vier Zeichen. Dann wird die Frage noch einmal gestellt – wie kann man erkennen, dass jemand ein Freund ist? – und mit sechzehn gegenteiligen Zeichen beantwortet.
Die Zeichen dessen, der kein Freund ist, sind: Wenn er Sie sieht, lächelt er nicht, heißt Sie nicht willkommen, sieht Ihnen nicht in die Augen und widerspricht Ihnen; er verkehrt mit Ihren Feinden, nicht mit Ihren Freunden, bringt die zum Schweigen, die Sie loben, und lobt die, die Sie beschimpfen; er erzählt Ihnen keine Geheimnisse, bewahrt Ihre Geheimnisse nicht und lobt weder Ihre Arbeit noch Ihre Weisheit; er freut sich über Ihren Niedergang und nicht über Ihr Gedeihen, und wenn er feines Essen bekommt, denkt er nicht an Sie. Ein Freund zeigt das Gegenteil, und außerdem denkt er an Sie, wenn Sie fort sind, heißt Sie willkommen, wenn Sie kommen, und begrüßt Sie mit freundlichen Worten.
Im Tipiṭaka besteht das Jātaka nur aus Versen. Der Kommentar fügt hinzu, dass zur Zeit des Buddha ein Minister des Königs von Kosala dem König gut diente, sodass andere Minister neidisch wurden und dem König sagten, er wolle ihm schaden. Da der König keinen Fehler an ihm fand, fragte er den Lehrer, wie man erkennen könne, wer ein Freund ist. Der Lehrer erzählte, wie in der Vergangenheit ein König von Bārāṇasī vor demselben Problem gestanden hatte und wie der Bodhisatta, ein Minister, der ihn in Fragen des Wohlergehens und des Dhamma beriet, mit diesen Versen antwortete.
Die Frage im Jātaka lautet: Durch das Sehen und Hören welcher Taten können die Weisen erkennen, wer ein Freund ist und wer nicht? Der Grundsatz liegt in beobachtbaren Handlungen. Der Kommentar sagt, der König habe gefragt, weil andere Misstrauen gegen einen Minister geschürt hatten, der ihm gut diente.
Wenn Ihnen jemand sagt, eine Kollegin oder ein Kollege sei schlecht, urteilen Sie nicht allein nach diesem Bericht. Beobachten Sie eine Weile die eigenen Handlungen dieser Person.
Wer kein Freund ist, lächelt nicht, wenn er Sie sieht, heißt Sie nicht willkommen, sieht Ihnen nicht in die Augen und widerspricht Ihnen. Ein Freund heißt Sie gern willkommen, wenn Sie kommen, ist herzlich und begrüßt Sie mit freundlichen Worten.
Wenn ein Familienmitglied oder eine Kollegin hereinkommt, schauen Sie vom Bildschirm auf und begrüßen Sie sie mit einem Satz. Diese Kleinigkeit sagt ihnen, dass sie Ihnen wichtig sind.
Ein Freund denkt an einen Freund, der fortgezogen ist, um anderswo zu leben. Der Kommentar erklärt das Wort als einen Freund, der an einen anderen Ort gegangen ist. Freundschaft misst sich nicht nur daran, ob man einander nahe oder nützlich ist.
Denken Sie an einen Freund, der wegen der Arbeit in eine andere Provinz oder ein anderes Land gezogen ist, und schicken Sie ihm eine Nachricht, um zu fragen, wie es ihm geht – ohne besonderen Anlass.
Wer kein Freund ist, verkehrt mit Ihren Feinden und nicht mit Ihren Freunden, bringt die zum Schweigen, die Sie loben, und lobt die, die Sie beschimpfen. Ein Freund verkehrt mit Ihren Freunden, hält die zurück, die Sie beschimpfen, und lobt die, die von Ihren guten Eigenschaften sprechen.
Wenn sich ein Gespräch in Klatsch über einen abwesenden Freund verwandelt, sagen Sie wenigstens: „Besser, man spricht direkt mit ihm“, statt mitzumachen.
Wer kein Freund ist, erzählt Ihnen seine eigenen Geheimnisse nicht und bewahrt Ihre nicht. Ein Freund erzählt Ihnen seine Geheimnisse und hält Ihre verborgen.
Geben Sie Persönliches, das Ihnen ein Freund erzählt hat, nicht weiter – nicht einmal in Form einer Bitte um Rat. Ausgenommen ist der Fall, dass jemand im Begriff ist, zu Schaden zu kommen; dann suchen Sie einen angemessenen Weg zu helfen.
Wer kein Freund ist, lobt weder Ihre Arbeit noch Ihre Weisheit. Ein Freund lobt Ihre Arbeit und lobt Ihre Weisheit.
Wenn ein Freund eine Arbeit abgeschlossen hat, loben Sie etwas Bestimmtes, etwa: „Der Teil, der die Zahlen zusammenfasst, war wirklich klar.“ Konkretes Lob zeigt, dass Sie sich wirklich mit seiner Arbeit befasst haben.
Wer kein Freund ist, freut sich über Ihren Niedergang und nicht über Ihr Gedeihen, und wenn er feines Essen bekommt, denkt er nicht an Sie. Ein Freund freut sich über Ihr Gedeihen, denkt an Sie, wenn er etwas Gutes bekommt, und wünscht, dass auch Sie Ihren Anteil haben.
Beobachten Sie Ihren eigenen Geist, wenn ein Freund befördert wird oder Erfolg hat. Wenn ein Anflug von Neid aufkommt, erkennen Sie ihn und schicken Sie dann aufrichtige Glückwünsche.
Dieses Jātaka bietet einen praktischen Weg, Menschen kennenzulernen: Achten Sie auf das, was Sie wiederholt sehen und hören, nicht auf eine einzelne Äußerung oder ein Gerücht. Die Geschichte des Kommentars zeigt auch, dass ein guter Mensch verleumdet werden kann, wenn wir nicht selbst beobachten.
Diese Zeichen sollten nicht als Checkliste dienen, um Freunde bei etwas zu ertappen. Jeder hat Tage, an denen er müde oder schlecht gelaunt ist; worauf es ankommt, ist ein Muster, das sich über längere Zeit wiederholt.
Umgekehrt: Nutzen Sie diese Liste auch als Spiegel – was für ein Freund bin ich für andere? Ein guter Freund zu sein kann sofort beginnen, ohne darauf zu warten, dass jemand anderes den ersten Schritt macht.
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