Grundlehren

Die längere Lehrrede an Sakuludāyī: Warum Schüler ihren Lehrer wirklich ehren

Mahāsakuludāyisuttaṃ

Sakuludāyī meint, die Schüler ehrten den Buddha wegen fünf Eigenschaften der Anspruchslosigkeit und Genügsamkeit. Der Buddha weist das zurück und nennt die fünf wirklichen Gründe: Tugend, wahres Wissen und wahre Schau, Weisheit, das Beantworten von Fragen zu den edlen Wahrheiten und die Wege der Übung, die er verkündet hat.

7 Punkte

Im Mahāsakuludāyī Sutta des Majjhima Nikāya besucht der Buddha einen Park der Wanderasketen bei Rājagaha. Der Wanderasket Sakuludāyī erzählt ihm, dass viele berühmte Lehrer dort die Regenzeit verbracht hätten. Pūraṇa Kassapa sei mitten in einer Versammlung von seinen eigenen Schülern widersprochen worden und habe keine Achtung erfahren; wenn aber der Asket Gotama lehrte und jemand hustete, stieß ihn ein Mitmönch mit dem Knie an, damit er still sei, und selbst diejenigen, die die Robe abgelegt hatten, lobten noch den Lehrer, den Dhamma und den Saṅgha und gaben nur sich selbst die Schuld.

Der Buddha fragt, welche Eigenschaften Udāyī sehe, die seine Schüler dazu bringen, ihn zu ehren. Udāyī nennt fünf: Er isst wenig, ist mit jeder Robe, jeder Almosenspeise und jeder Unterkunft zufrieden und lebt in Abgeschiedenheit. Der Buddha weist darauf hin, dass manche Schüler in jedem dieser Punkte strenger sind als er; hinge die Verehrung davon ab, würden diese Schüler ihn nicht ehren.

Dann nennt er fünf wirkliche Gründe: höhere Tugend, wahres Wissen und wahre Schau, höhere Weisheit, das Beantworten von Fragen zu den edlen Wahrheiten für jene, die vom Leiden überwältigt sind, und die Wege der Übung, die er verkündet hat – von den vier Grundlagen der Achtsamkeit bis zur Auflösung der Befleckungen –, die viele Schüler bis zur Vollendung unmittelbarer Erkenntnis geübt haben.

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    Achtung, die sich in der Versammlung zeigt Sakkaronti garuṃ karonti mānenti pūjenti

    Sakuludāyī erzählt, dass die Schüler eines Lehrers ihn in der Versammlung unterbrachen und sagten, man solle ihn nicht fragen, weil er es nicht wisse. Wenn aber der Asket Gotama lehrte, war kein Husten oder Niesen zu hören; die Leute hörten eifrig zu, als warteten sie auf Honig. Und wer die Robe ablegte, gab nur sich selbst die Schuld, weil es ihm an Verdienst fehle, nicht dem Lehrer.

    Anwendung im Alltag

    Achten Sie darauf, wie Menschen, die ein Team oder eine Organisation verlassen haben, darüber sprechen. Das spiegelt echte Achtung oft besser wider als Lob, solange sie noch dabei waren.

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    Die fünf Gründe, die Udāyī annahm Appāhāro

    Udāyī sagt, die Schüler ehrten den Buddha, weil er wenig esse, mit jeder Robe, Almosenspeise und Unterkunft zufrieden sei, die er bekomme, und in Abgeschiedenheit lebe, und weil er diese Eigenschaften lobe.

    Anwendung im Alltag

    Überprüfen Sie, warum Sie die Menschen bewundern, die Sie bewundern: für das, was von außen sichtbar ist, oder für eine tiefere Eigenschaft?

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    Manche Schüler sind strenger als er Santuṭṭho itarītarena cīvarena

    Der Buddha sagt, manche Schüler äßen nur eine Handvoll oder so viel wie eine halbe Belfrucht, während er manchmal eine volle Schale oder mehr esse. Manche trügen Lumpenroben von Abfallhaufen, während er manchmal Roben trage, die Hausbesitzer geschenkt haben. Manche gingen acht Monate lang nie unter ein Dach; manche Waldbewohner kämen nur zum vierzehntäglichen Pātimokkha in den Saṅgha. Würde er für diese Dinge geehrt, würden diese Schüler ihn nicht ehren.

    Anwendung im Alltag

    Nehmen Sie äußere Strenge nicht als Maßstab für den Wert eines Menschen, weder wenn Sie andere beurteilen noch wenn Sie sich selbst beurteilen.

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    Erster Grund: höhere Tugend Adhisīle sambhāventi

    Die Schüler schätzen den Buddha wegen seiner höheren Tugend: Der Asket Gotama ist tugendhaft und besitzt die höchste Gesamtheit der Tugend. Das ist der erste Grund, warum die Schüler ihn ehren und in Abhängigkeit von ihm leben.

    Anwendung im Alltag

    Vertrauenswürdigkeit beginnt mit beständigem Verhalten, nicht mit Stellung oder Ansehen.

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    Zweiter und dritter Grund: wahres Wissen und Weisheit Jānaṃ yevāha jānāmīti

    Die Schüler schätzen ihn, weil er, wenn er weiß, sagt „Ich weiß“, und wenn er sieht, sagt „Ich sehe“; er lehrt zur unmittelbaren Erkenntnis, mit Gründen und mit Wundern. Sie schätzen seine Weisheit: Er sieht den Verlauf künftiger Streitgespräche voraus und widerlegt die Einwände anderer stichhaltig mit Gründen.

    Anwendung im Alltag

    Üben Sie, nur zu sagen, was Sie wirklich wissen, und trauen Sie sich zu sagen: „Das weiß ich noch nicht.“ Ihre Glaubwürdigkeit wird mit der Zeit wachsen.

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    Vierter Grund: Leidenden Antwort über die edlen Wahrheiten geben Dukkhotiṇṇā dukkhaparetā

    Schüler, die vom Leiden überwältigt und bedrängt sind, kommen und fragen nach dem Leiden, seinem Ursprung, seinem Aufhören und dem Weg zu seinem Aufhören. Der Buddha antwortet so, dass ihr Geist zufrieden ist.

    Anwendung im Alltag

    Ein guter Lehrer oder Berater ist jemand, zu dem Sie an schweren Tagen gehen können und der Ihnen hilft, die Ursache und den Ausweg zu sehen, statt nur Trost zu spenden.

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    Fünfter Grund: die Wege der Übung, die er verkündet hat Abhiññāvosānapāramippattā

    Der Buddha hat Wege der Übung verkündet: die vier Grundlagen der Achtsamkeit, die vier Arten rechten Bemühens, die vier Grundlagen des Erfolgs, die fünf Fähigkeiten, die fünf Kräfte, die sieben Faktoren des Erwachens, den Edlen Achtfachen Pfad, die acht Befreiungen, die acht Grundlagen der Meisterschaft, die zehn Kasiṇas, die vier Jhānas, die Erkenntnis der Klarsicht, den geistgeschaffenen Körper, die höheren Erkenntnisse bis zur Auflösung der Befleckungen. Er sagt, viele Schüler, die sie üben, hätten die Vollendung unmittelbarer Erkenntnis erreicht.

    Anwendung im Alltag

    Wählen Sie aus dieser Liste etwas, womit Sie jetzt beginnen können, etwa Achtsamkeit oder rechtes Bemühen, und üben Sie es beständig. Sie müssen sich nicht in Dinge stürzen, die über Ihre Kräfte gehen.

Im Alltag ausprobieren

Diese Lehrrede lädt zu der Frage ein, warum wir überhaupt jemanden achten. Äußere Strenge ist leicht zu sehen und eindrucksvoll, doch sie ist nicht das Maß für den wirklichen Wert eines Lehrers. Was Beachtung verdient, sind Tugend, echtes Wissen und eine Lehre, die, wenn man sie anwendet, wirklich aus dem Leiden herausführt.

Dasselbe gilt bei der Arbeit. Eine gute Führungskraft oder ein guter Mentor bemisst sich nicht daran, am härtesten zu arbeiten oder am sparsamsten zu leben, sondern an Integrität, überprüfbarem Wissen und daran, andere wachsen zu lassen.

Die Wege der Übung im fünften Grund umfassen viele feine, tiefe Themen, etwa die Befreiungen, die Kasiṇas und die höheren Erkenntnisse. Sie müssen nicht alle auf einmal verstehen, und sie sollten nicht geübt werden, um Kräfte zu erlangen.

Quellen im Tipiṭaka

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