Das Gespräch mit Upāli: Der Geist ist der wichtigste Faktor beim Handeln
UpālivādasuttaṃDer Hausbesitzer Upāli zieht los, um zu beweisen, dass körperliches Handeln am schwersten wiegt, erkennt aber …
Nagarasuttaṃ
Wie eine Grenzfestung mit sieben Verteidigungsanlagen und vier Arten von Vorräten von Feinden nicht bezwungen werden kann, so kann Māra einem edlen Schüler nichts anhaben, der sieben gute Eigenschaften besitzt (Vertrauen, Gewissen, Scheu vor Fehlverhalten, Gelehrsamkeit, Energie, Achtsamkeit und Weisheit) und die vier Jhānas mühelos erreicht.
Im Nagara-Sutta (auch Nagaropama-Sutta genannt) des Großen Kapitels im Siebenerbuch des Aṅguttara Nikāya beschreibt der Buddha die Grenzfestung eines Königs. Wenn sie sieben Verteidigungsanlagen hat und vier Arten von Vorräten nach Belieben, ohne Schwierigkeit und Mühe beschaffen kann, können ihr Feinde von außen nichts anhaben.
Die sieben Verteidigungsanlagen sind: ein Torpfeiler, tief eingelassen und unerschütterlich; ein Graben, tief und breit; ein Wachweg rings um den Graben, hoch und breit; ein großer Vorrat an Waffen, Geschossen wie Klingen; viele Truppen aller Gattungen; ein weiser und fähiger Torwächter, der Fremde fernhält; und ein hoher, breiter Wall mit gut gebauten Bastionen. Die vier Vorräte sind Gras, Brennholz und Wasser; Reis und Gerste; Sesam und verschiedene Bohnen; sowie Heilmittel wie Ghee, Öl, Honig, Melasse und Salz.
Dann zieht der Buddha den Vergleich: Wenn ein edler Schüler sieben gute Eigenschaften besitzt und die vier Jhānas nach Belieben, ohne Schwierigkeit und Mühe erlangt, kann ihm der böse Māra nichts anhaben. Jede der sieben Eigenschaften leistet dieselbe Arbeit: das Unheilsame aufgeben, das Heilsame entwickeln, das Tadelnswerte aufgeben, das Untadelige entwickeln und sich selbst rein halten.
Der edle Schüler hat Vertrauen; er vertraut auf das Erwachen des Tathāgata. Das ist wie ein Torpfeiler, tief eingelassen und unerschütterlich, ein fester Pfosten, der vorn an der Stadt steht.
Wenn Ihnen ein Rat aus dem Dhamma gegen den Strich geht, erinnern Sie sich daran, warum Sie sich entschieden haben, diesem Weg zu vertrauen. Ein tief eingelassener Pfeiler fällt nicht mit der Stimmung des Tages.
Der edle Schüler hat Gewissen; er schämt sich für Fehlverhalten in Körper, Rede und Geist und schämt sich, in unheilsame Zustände zu geraten. Das ist wie ein tiefer, breiter Graben, der es Feinden schwer macht, ihn zu überwinden.
Bevor Sie etwas Fragwürdiges tun, fragen Sie sich: Wenn ein Mensch, den ich achte, zusähe, würde ich es dann noch tun? Dieses Gewissen ist ein Graben, der Ärger schon von Weitem aufhält.
Der edle Schüler hat Scheu vor Fehlverhalten; er fürchtet Fehlverhalten und das Geraten in unheilsame Zustände. Das ist wie der hohe, breite Wachweg, der rings um den Graben verläuft und von dem aus man die ganze Stadt überblicken kann.
Vor einer Entscheidung, bei der Sie Gefahr laufen, eine Tugendregel zu brechen, denken Sie die tatsächlichen Folgen für sich und andere durch. Die Achtung vor diesen Folgen hält Wache gegen das Abgleiten.
Der edle Schüler hat viel gelernt; er behält die Lehren, die am Anfang, in der Mitte und am Ende gut sind, rezitiert sie, denkt über sie nach und durchdringt sie mit Ansicht. Das ist wie ein großer Vorrat an Waffen, Geschossen wie Klingen.
Lernen Sie zwei oder drei kurze, praktische Lehren auswendig. Wenn Wut oder Verlangen auftauchen, haben Sie eine Waffe zur Hand, statt erst nach einer suchen zu müssen.
Der edle Schüler ist voller Energie darin, das Unheilsame aufzugeben und das Heilsame zu vollenden; er ist stark, fest im Bemühen und drückt sich nicht vor der Aufgabe des Heilsamen. Das ist wie ein großes Heer, das in der Stadt stationiert ist: Elefanten, Reiterei, Streitwagen und Bogenschützen.
Energie muss nicht spektakulär sein; geben Sie nur das Gute nicht auf, das Sie sich vorgenommen haben. Zehn Minuten Meditation jeden Tag sind eine Streitmacht, die bereitsteht.
Der edle Schüler ist achtsam; er kann sich an das erinnern, was vor langer Zeit getan und gesagt wurde. Das ist wie ein weiser, fähiger Torwächter, der die fernhält, die er nicht kennt, und die einlässt, die er kennt.
Wenn ein Gedanke auftaucht, befragen Sie ihn wie ein Wächter am Tor: „Wer bist du, Freund oder Feind?“, bevor Sie ihn bestimmen lassen, was Sie tun.
Der edle Schüler ist weise; er sieht Entstehen und Vergehen mit edler, durchdringender Weisheit, die zum völligen Ende des Leidens führt. Das ist wie ein hoher, breiter Wall mit gut gebauten Bastionen, die letzte Verteidigungslinie rings um die Stadt.
Wenn Sie von einem Gefühl ergriffen sind, bemerken Sie, wann es entstanden ist und wie es sich verändert. Entstehen und Vergehen zu sehen ist die Mauer, die verhindert, dass Gefühle Sie zerstören.
Das erste Jhāna wird mit Gras, Brennholz und Wasser verglichen, das zweite mit Reis und Gerste, das dritte mit Sesam und Bohnen, das vierte mit Heilmitteln wie Ghee, Honig und Salz. Alle dienen der Beruhigung, der Furchtlosigkeit, dem unbeschwerten Leben und dem Eingehen ins Nibbāna.
Stellen Sie nicht nur Regeln für sich auf, sondern legen Sie auch Vorräte für den Geist an: Zeit, in der Sie still sitzen, Gehmeditation oder liebende Güte. Ein von innen genährter Geist hungert nicht nach Versuchungen von außen.
Dieses Gleichnis lädt uns ein, für unser Leben zu sorgen wie für eine Stadt. Der Geist fällt selten durch einen einzigen Schlag; er fällt, weil eine Verteidigungsanlage lange Zeit schwach gelassen und nicht ausgebessert wurde, etwa ein Gewissen, das langsam verblasst ist, oder eine Achtsamkeit, die alles durchlässt.
Beachten Sie, dass Verteidigungsanlagen und Vorräte zusammengehören. Eine Stadt mit starken Mauern, aber ohne Nahrung kann nicht lange standhalten. Wer Tugend und Grundsätze hat, aber keinen inneren Frieden, der den Geist nährt, wird leicht erschöpft und brüchig. Laien erreichen vielleicht kein Jhāna, doch schon kurze Momente der Ruhe aus der Meditation sind eine Art Vorrat.
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