Das Pāṭika-Sutta: Der Dhamma führt über das Leiden hinaus, mit oder ohne Wunder
Niyyāti takkarassa sammādukkhakkhayāyaSunakkhatta sagt sich von der Schulung los, weil der Buddha keine Wunder vollbracht und den Ursprung der Welt …
Naḷapānajātakaṃ
Eine Affenschar findet tief im Wald einen neuen Teich, trinkt aber nicht, sondern wartet auf ihren Anführer. Er geht um den Teich herum und sieht nur Spuren, die hinabführen, keine, die heraufkommen – so weiß er, dass Gefahr droht, und findet einen Weg, zu trinken, ohne hineinzugehen.
Im Naḷapāna-Jātaka, im Sīla Vagga des Ekaka Nipāta im Jātaka des Khuddaka Nikāya, steht ein einziger Vers: Der Affenkönig, der keine Spuren sah, die heraufkamen, sondern nur Spuren, die hinabführten, sprach: „Wir werden das Wasser mit einem Schilfrohr trinken, und du wirst mich nicht töten.“ Das kanonische Jātaka enthält nur diesen Vers; die ganze Erzählung stammt aus dem Kommentar.
Der Kommentar berichtet, der Buddha sei in das Dorf Naḷakapāna gekommen. Mönche ließen Novizen Schilfstängel aus dem Teich holen, um Nadelbehälter daraus zu machen, stellten fest, dass die Stängel vom Grund bis zur Spitze ganz hohl waren, und fragten ihn nach dem Grund. Da erzählte er die Geschichte aus der Vergangenheit.
Der Kommentar fährt fort: Der Bodhisatta war damals ein Affenkönig, der eine Schar von achtzigtausend anführte. Er hatte ihnen eine feste Anweisung gegeben: In diesem Wald gibt es giftige Bäume und Teiche, die von nichtmenschlichen Wesen bewacht werden; bevor ihr unbekannte Früchte esst oder unbekanntes Wasser trinkt, fragt zuerst mich. Eines Tages kam die Schar in unbekanntes Gebiet, fand einen Teich und setzte sich hin, um zu warten, ohne zu trinken. Der Bodhisatta kam, ging um den Teich herum, las die Spuren, sah Spuren, die hinabführten, aber keine, die heraufkamen, und wusste, dass der Teich von einem Wasserdämon bewacht wurde. Der Dämon tauchte auf und forderte sie auf, herunterzukommen. Der Bodhisatta sagte, sie würden trinken, ohne hineinzugehen, und ließ jeden Affen ein Schilfrohr nehmen und vom Ufer aus trinken.
Der Kommentar berichtet, dass der Affenkönig seine Anweisung im Voraus gab: In diesem Wald gibt es giftige Bäume und Teiche, die von Nichtmenschen bewacht werden; bevor ihr unbekannte Früchte kaut oder unbekanntes Wasser trinkt, fragt zuerst. Die Regel wurde festgelegt, als noch nichts schiefgegangen war.
Vereinbaren Sie Regeln zu Hause oder bei der Arbeit an einem Tag, an dem es kein Problem gibt – zum Beispiel, dass Ausgaben über einem bestimmten Betrag zuerst besprochen werden oder dass man bei Anrufern, die nach persönlichen Daten fragen, auflegt und unter der offiziellen Nummer zurückruft.
Der Kommentar berichtet, dass die Schar schon tagelang nach Wasser gesucht hatte. Als sie den Teich fand, trank sie dennoch nicht, sondern saß da und wartete auf den Bodhisatta. Auf die Frage, warum sie nicht getrunken hätten, sagten sie, sie hätten auf ihn gewartet, und er sagte: „Das habt ihr gut gemacht.“
Wenn man gehetzt und müde ist, gehen Entscheidungen am leichtesten schief. Wenn eine Sache noch eine Nacht warten kann oder so lange, bis Sie jemanden fragen können, der sich wirklich auskennt, dann lassen Sie sie warten. Künstlich erzeugte Dringlichkeit ist oft Teil der Falle.
Der Vers sagt: Er sah Spuren, die nicht heraufgekommen waren, sah nur Spuren, die hinabgeführt hatten. Der Kommentar erklärt, dass der Bodhisatta um den Teich herumging, die Spuren las und nicht eine einzige sah, die heraufkam; so wusste er sicher, dass der Teich gefährlich war.
Bevor Sie sich auf etwas Unbekanntes einlassen, suchen Sie nach Menschen, die hineingegangen und wieder herausgekommen sind. Wenn es nur Stimmen gibt, die Sie hineinlocken, und niemanden, der vom Weggehen erzählen kann, ist das Grund genug, innezuhalten.
Der Kommentar berichtet, dass der Wasserdämon, als er sah, dass die Affen nicht herunterkamen, eine Gestalt annahm, auftauchte, fragte, warum sie dort säßen, und sie aufforderte, herunterzukommen und zu trinken. Als der Bodhisatta ihn direkt befragte, gab er zu, dass er nichts wieder losließ, was in den Teich kam.
Wenn jemand Sie zu einer Entscheidung drängt, fragen Sie sich, was er davon hat, wenn Sie zustimmen, und stellen Sie ihm dann direkte Fragen, die eine Lüge in Widersprüche bringen würden. Menschen, die in guter Absicht handeln, beantworten solche Fragen mühelos.
Der Vers sagt: Wir werden das Wasser mit einem Schilfrohr trinken, und du wirst uns nicht töten. Der Bodhisatta führte seine durstige Schar weder fort, noch riskierte er, in den Teich zu gehen, sondern fand einen dritten Weg – vom Ufer aus zu trinken.
Wenn die Möglichkeiten nach „Risiko oder Aufgeben“ aussehen, stellen Sie die Frage neu: Was genau brauchen wir, und gibt es einen Weg, es zu bekommen, ohne dieses große Risiko einzugehen?
Der Kommentar berichtet, dass der Bodhisatta Schilfrohre bringen und hohl machen ließ; dann nahmen alle achtzigtausend Affen jeder ein Schilfrohr und tranken, rings am Ufer sitzend. Das Detail, dass die Schilfrohre der ganzen Länge nach hohl sind, ist die Sprache der Legende und nicht wörtlich zu nehmen.
Wenn Sie etwas für sich selbst gelöst haben, fragen Sie, ob andere im Team oder zu Hause es ebenfalls anwenden können. Eine Methode, die davon abhängt, dass eine Person außergewöhnlich ist, bricht zusammen, sobald diese Person nicht da ist.
Der Kern dieser Geschichte ist nicht der Wasserdämon, sondern die Methode, eine Entscheidung zu treffen, bevor man sich auf etwas Unbekanntes einlässt. Der Affenkönig verließ sich nicht auf eine Ahnung, sondern auf zählbare Belege – Fußspuren –, und die Belege waren ganz einfach: Man geht hinein, niemand kommt heraus.
Das funktioniert jeden Tag. Bevor Sie Geld in eine Anlage mit ungewöhnlich hoher Rendite überweisen, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, bevor Sie bei einer Firma anfangen, die ständig Leute sucht, fragen Sie: Wo sind die Menschen jetzt, die vor Ihnen hineingegangen sind, und ist jemand wieder herausgekommen, der davon erzählen kann? Wenn Sie niemanden finden, sind das Spuren, die hinabführen, ohne dass welche heraufkommen.
Ein Punkt wird oft übersehen: Der Affenkönig verbot seiner Schar nicht zu trinken. Das Bedürfnis blieb ganz bestehen; nur die Methode änderte sich. Wenn ein Weg riskant aussieht, lauten die Möglichkeiten nicht nur „losstürmen“ oder „aufgeben“. Es gibt eine dritte: einen Weg finden, dasselbe zu bekommen, ohne sich in das Risiko zu begeben.
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