Der Niddesa zum Khaggavisāṇa-Sutta: Wie man Gefährten wählt und was „allein“ bedeutet
Alltag

Der Niddesa zum Khaggavisāṇa-Sutta: Wie man Gefährten wählt und was „allein“ bedeutet

Khaggavisāṇasuttaniddeso

Der Cūḷaniddesa erläutert die Nashorn-Verse einen nach dem anderen: die verschiedenen Bedeutungen von „allein“, die zwei Arten wahrer Freunde, die Regel, nur mit einem besseren oder gleichwertigen Gefährten Umgang zu pflegen, und das Gleichnis von den zwei goldenen Armreifen.

8 Punkte

Der Niddesa ist ein kanonischer Text im Khuddaka Nikāya des Sutta Piṭaka, der die Verse des Sutta Nipāta Wort für Wort erklärt. Der Teil, der den Pārāyana Vagga und das Khaggavisāṇa-Sutta behandelt, heißt Cūḷaniddesa. Diese Seite behandelt den Khaggavisāṇa Sutta Niddesa, der die lange Reihe von Versen erläutert, die alle mit „wandere allein wie das Horn des Nashorns“ enden. Der Niddesa stellt fest, dass diese Verse die Worte von Paccekabuddhas sind.

Was der Niddesa den Versen hinzufügt, ist die Erklärung der Schlüsselbegriffe. „Allein“ wird in mehreren Bedeutungen entfaltet: allein, weil man fortgezogen ist; allein, weil man keinen Zweiten hat; und allein, weil man das Verlangen aufgegeben hat. „Freund“ wird unterteilt in den Freund unter Laien und den Freund im Ordensleben, jeder mit eigenen Eigenschaften.

Der Inhalt ist also keine Lehre, sich von den Menschen abzuschneiden, sondern ein Maßstab dafür, welche Beziehungen einen voranbringen und welche das eigene Wohl verfallen lassen. Ein Vers sagt es geradeheraus: Pflege nur mit einem besseren oder gleichwertigen Gefährten Umgang; findet man keinen, lebe man von untadeligen Bedarfsgegenständen und wandere allein.

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    „Allein“ hat mehrere Schichten Eko care khaggavisāṇakappo

    Der Niddesa erklärt „allein“ in mehreren Bedeutungen: allein, weil man fortgezogen ist, das heißt, die Sorge um Haushalt, Ehepartner, Kinder und Verwandte abgeschnitten hat; allein, weil man keinen Zweiten hat, das heißt, für sich in Abgeschiedenheit geht, sitzt und verweilt; und allein, weil man das Verlangen aufgegeben hat, das heißt, Māra samt seinem Heer vernichtet hat. Alleinsein wird also am Geist gemessen und nicht an der Zahl der Menschen in der Nähe.

    Anwendung im Alltag

    Für sich zu sein und dabei den ganzen Tag an dieselbe Sache zu denken, ist nicht wirklich Alleinsein. Üben Sie, einen Teil des Tages bei dem zu bleiben, was vor Ihnen liegt.

  2. 2

    Zuerst den Stock gegenüber allen Wesen niederlegen Sabbesu bhūtesu nidhāya daṇḍaṃ

    Der allererste Vers sagt: den Stock gegenüber allen Wesen niederlegen und nicht einem einzigen von ihnen schaden. Der Niddesa erklärt, dass es drei Arten von Stock gibt – den des Körpers, nämlich die drei Arten körperlichen Fehlverhaltens; den der Rede, nämlich die vier Arten sprachlichen Fehlverhaltens; und den des Geistes, nämlich die drei Arten geistigen Fehlverhaltens. Nicht-Schaden ist also weiter gefasst als Nicht-Schlagen.

    Anwendung im Alltag

    Prüfen Sie heute den Schaden durch Worte: Lügen, entzweiende Rede, grobe Rede und leeres Geschwätz – sie rutschen viel leichter heraus als ein Schlag.

  3. 3

    Zuneigung entsteht aus Umgang Saṃsaggajātassa bhavanti snehā

    Der Vers sagt, dass für den, der Umgang pflegt, Zuneigung entsteht und dass der Zuneigung Leiden folgt. Der Niddesa erklärt den Umgang hier als zweifach: Umgang durch Sehen und Umgang durch Hören – der Geist hängt sich an jemanden, den wir immer wieder sehen oder von dem wir immer wieder hören.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie merken, dass Sie das Leben eines Menschen so sehr verfolgen, dass Ihr eigener Geist nicht mehr Ihnen gehört, verringern Sie zuerst das Sehen und Hören; dann lockert sich die Anhänglichkeit von selbst.

  4. 4

    Zwei Arten von Freunden, und woran man einen wahren erkennt Mitte suhajje anukampamāno

    Der Vers warnt, dass jemand, der Freunden mit gebundenem Geist beisteht, sein eigenes Wohl verfallen lässt. Der Niddesa erklärt deshalb, dass es zwei Arten von Freunden gibt. Ein Freund unter Laien gibt, was schwer zu geben ist, tut, was schwer zu tun ist, erträgt, was schwer zu ertragen ist, vertraut seinem Freund seine Geheimnisse an und bewahrt die Geheimnisse des Freundes, verlässt ihn nicht in der Gefahr und blickt nicht auf ihn herab, wenn sein Glück ihn verlässt. Ein Freund im Ordensleben drängt nicht zu Unangemessenem, sondern ermutigt zu höherer Tugend und zur Entfaltung der Faktoren des Erwachens.

    Anwendung im Alltag

    Nehmen Sie „blickt nicht auf ihn herab, wenn sein Glück ihn verlässt“ als Maßstab für Ihre eigene Freundschaft, nicht nur für die der anderen.

  5. 5

    Wenn Sie einen weisen Gefährten finden, gehen Sie mit ihm Sace labhetha nipakaṃ sahāyaṃ

    Der Vers sagt: Wenn du einen weisen Gefährten findest, einen Weggenossen von gutem Wandel und beständig, dann sollst du, alle Gefahren überwindend, froh und achtsam mit ihm gehen. Der Niddesa erklärt „weise“ als gelehrt, wissend, mit Verständnis begabt, von klarer Weisheit und von einer Weisheit, die die Verunreinigungen durchbricht.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie einen Freund haben, der Sie dazu bringt, früh aufzustehen, zu lesen oder die Tugendregeln einzuhalten, pflegen Sie diese Freundschaft. Sie ist seltener, als Sie denken.

  6. 6

    Wenn nicht, allein gehen wie ein König, der sein erobertes Reich verließ No ce labhetha nipakaṃ sahāyaṃ

    Der Begleitvers sagt: Wenn du keinen solchen Gefährten findest, wandere allein wie das Horn des Nashorns, wie ein König, der das Reich, das er erobert hat, verlässt und allein fortgeht. Der Niddesa erklärt „nicht finden“ als tatsächlich keinem solchen Gefährten begegnen oder auf ihn stoßen – nicht als sich weigern, zu suchen.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie wirklich keinen guten Kreis finden können, ist es besser, vorerst allein zu sein, als sich in einen zu zwängen, der Sie schlechter macht – und suchen Sie weiter, ohne Eile.

  7. 7

    Mit Besseren oder Gleichwertigen Umgang pflegen Seṭṭhā samā sevitabbā sahāyā

    Der Vers sagt: Fürwahr, wir loben einen Gefährten, der in den Eigenschaften vollendet ist; man sollte mit Gefährten Umgang pflegen, die besser oder gleichwertig sind; findet man sie nicht, lebe man von untadeligen Bedarfsgegenständen und wandere allein. Der Niddesa erklärt „besser oder gleichwertig“ als gemessen an Tugend, Versenkung, Weisheit, Freiheit und dem Wissen und Sehen der Freiheit, und er erklärt untadeliges Leben als das Erlangen der Bedarfsgegenstände ohne Täuschung, Andeutungen, Schmeichelei oder Wahrsagerei als Lebenserwerb.

    Anwendung im Alltag

    Bevor Sie einer neuen Gruppe beitreten, suchen Sie unter ihren Mitgliedern nach mindestens einer Eigenschaft, die Sie selbst gern hätten. Gibt es keine, ist es vielleicht nicht Ihre Gruppe.

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    Zwei goldene Armreifen stoßen aneinander Kammāraputtena suniṭṭhitāni

    Der Vers sagt: Wenn man zwei glänzende goldene Armreifen sieht, von einem Goldschmied gut gefertigt, die an einem Handgelenk aneinanderreiben, soll man allein wandern. Ein anderer Vers betrachtet Gespräch und Umgang mit einem Gefährten als eine Gefahr, die bevorsteht, und der Niddesa fügt hinzu, dass ein Gefährte eine Person sein kann oder das Verlangen: Von jemandem, der das Verlangen nicht aufgegeben hat, heißt es, er habe das Verlangen zum Gefährten.

    Anwendung im Alltag

    Selbst zwischen zwei guten Menschen erzeugt zu viel Nähe, zu beständig, Reibung. Etwas Abstand zu halten ist keine Kälte; es schützt die Freundschaft.

Im Alltag ausprobieren

Der Maßstab für Freundschaft ist hier direkt und brauchbar: Halten Sie sich an Menschen, die Ihnen an Tugend, Versenkung und Weisheit überlegen oder ebenbürtig sind. Wenn Sie keine finden, bleiben Sie lieber in Würde allein, als einen Kreis zu ertragen, der Sie herunterzieht.

Die andere Seite der Warnung ist eine Nähe, die Sie Ihr eigenes Wohl kostet. Der Niddesa beschreibt einen gebundenen Geist in zwei Formen: sich selbst niedrig und den anderen hoch stellen, in der Hoffnung auf Unterstützung, und sich selbst hoch und den anderen niedrig stellen. Keine der beiden lässt die Beziehung frei.

Für Laien heißt das nicht, eine Familie zu verlassen. Die Verse sind Worte von Paccekabuddhas, die sich bereits für das Fortziehen entschieden hatten. Doch das Prinzip lässt sich übertragen: Wählen Sie die Kreise, in die Sie freiwillig eintreten, mit Sorgfalt, und lassen Sie sich nicht aus Rücksichtnahme zu etwas hinreißen, von dem Sie schon wissen, dass es falsch ist.

Quellen im Tipiṭaka

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