Vier schwer zu erlangende Dinge: Die blinde Schildkröte
Kiccho manussapaṭilābhoVier Dinge, die selten zu erlangen sind – die menschliche Geburt, am Leben zu bleiben, den wahren Dhamma zu hö…
Yo bhikkhave maṃ upaṭṭhaheyya so gilānaṃ upaṭṭhaheyya
Ein an der Ruhr erkrankter Mönch lag in seinem eigenen Urin und Kot, und niemand kümmerte sich um ihn. Der Buddha wusch ihn mit eigenen Händen, erklärte dann, wer ihn pflegen wolle, solle die Kranken pflegen, legte fest, wer für die Pflege verantwortlich ist, und beschrieb den leicht zu pflegenden Kranken und den guten Pfleger.
Das Kapitel über die Roben (Cīvarakkhandhaka) des Mahāvagga im Vinaya Piṭaka erzählt von einem an der Ruhr erkrankten Mönch, der in seinem eigenen Urin und Kot lag. Der Buddha, der mit Ānanda als seinem Aufwärter die Unterkünfte besuchte, sah ihn und fragte, was ihm fehle und ob jemand ihn pflege. Der Mönch sagte, niemand tue es, weil er den anderen Mönchen keine Dienste erwiesen habe. Der Buddha ließ Ānanda Wasser holen; der Buddha goss es, während Ānanda ihn wusch, und gemeinsam hoben sie ihn auf ein Bett.
Dann rief der Buddha den Saṅgha zusammen und sagte: Ihr habt keine Mutter und keinen Vater, die euch pflegen. Wenn ihr einander nicht pflegt, wer dann? Wer mich pflegen will, soll die Kranken pflegen. Er machte es zur Pflicht: Ein Unterweiser, Lehrer, Schüler oder Mitschüler muss den kranken Mönch lebenslang oder bis zu seiner Genesung pflegen; gibt es niemanden, muss der Saṅgha ihn pflegen, und wer dies vernachlässigt, begeht ein Vergehen des Fehlverhaltens (dukkaṭa). Außerdem nannte er fünf Eigenschaften, die einen Kranken leicht oder schwer zu pflegen machen, und fünf, die jemanden geeignet oder ungeeignet machen, Kranke zu pflegen. (Eine ähnliche Reihe findet sich im Aṅguttara Nikāya.)
Der nächste Abschnitt erzählt, dass der Buddha, als ein kranker Mönch starb, dem Saṅgha erlaubte, die Almosenschale und die Roben des Verstorbenen denen zu geben, die ihn gepflegt hatten, denn wer Kranke pflegt, ist eine große Hilfe. Das Vergehen gilt nur für Mönche, doch der Kern der Geschichte gilt für alle.
Als der Buddha den Mönch in seinem eigenen Schmutz liegen sah, ging er nicht vorbei. Er ging zu ihm hin und fragte, was ihm fehle und ob jemand ihn pflege.
Wenn Sie bemerken, dass jemand seit mehreren Tagen fehlt, schreiben Sie ihm und fragen Sie direkt, wie es ihm geht und ob ihm jemand hilft.
Der kranke Mönch sagte, niemand pflege ihn, weil er den Mönchen keine Dienste erwiesen habe. Als der Buddha die anderen Mönche fragte, nannten sie denselben Grund. Hilfe in der Gemeinschaft war zu einer Frage der Gegenleistung geworden, und wer keine Gefälligkeiten erwiesen hatte, fiel durchs Raster.
Schauen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz, in Ihrer Familie oder in Ihrer Gemeinschaft um: Bleibt jemand ohne Hilfe, nur weil er anderen selten hilft oder für sich bleibt?
Der Buddha ließ Ānanda Wasser holen; er goss es, und Ānanda wusch. Der Buddha hob den Kopf und Ānanda die Füße, und sie legten den Mönch auf ein Bett. Der Lehrer sagte nicht bloß anderen, was zu tun sei; er selbst tat eine Arbeit, die die meisten Menschen abstoßend finden.
Wenn Sie zu Hause einen kranken oder älteren Menschen pflegen, sind die unangenehmen Aufgaben, etwa den Körper zu reinigen, der unmittelbarste Ausdruck von Güte, keine niedrige Arbeit.
Der Buddha rief den Saṅgha zusammen und sagte: Ihr habt keine Mutter und keinen Vater, die euch pflegen. Wenn ihr einander nicht pflegt, wer dann? Wer das Zuhause verlassen hat, um zusammenzuleben, muss einander zur Familie werden.
Wenn Sie weit weg von zu Hause studieren oder arbeiten und allein leben, vereinbaren Sie mit Freunden in der Nähe im Voraus, wen man benachrichtigt und wie man hilft, falls einer von Ihnen ernsthaft krank wird.
Er sagte: Wer mich pflegen will, soll die Kranken pflegen. Er wollte den Dienst nicht für sich allein; er zeigte, dass die Sorge für die Schwächsten in der Gemeinschaft die wahre Art ist, ihm zu dienen.
Wenn Sie Verdienst schaffen wollen, schenken Sie etwas Zeit oder Geld der Pflege von Kranken, etwa indem Sie einen bettlägerigen Patienten besuchen oder bei den Behandlungskosten eines Menschen helfen.
Er legte eine Reihenfolge fest: Gibt es einen Unterweiser, Lehrer, Schüler oder Mitschüler unter demselben Unterweiser oder Lehrer, soll diese Person den kranken Mönch lebenslang oder bis zu seiner Genesung pflegen. Gibt es niemanden, muss der Saṅgha ihn pflegen; wer das versäumt, begeht ein Vergehen des Fehlverhaltens. Das Mitgefühl wird durch eine Ordnung gestützt, statt allein dem guten Willen überlassen zu bleiben.
Vereinbaren Sie in einem Haushalt mit einem kranken oder älteren Mitglied klar, wer wofür zuständig ist und wer einspringt, wenn die Hauptpflegeperson nicht verfügbar ist, statt davon auszugehen, dass es schon jemand tun wird.
Ein Kranker, der leicht zu pflegen ist, hat fünf Eigenschaften: Er tut, was für seinen Zustand förderlich ist, kennt dabei das rechte Maß, nimmt seine Medizin, schildert einem wohlmeinenden Pfleger seine Beschwerden wahrheitsgemäß (ob sie sich verschlimmern, bessern oder gleich bleiben) und kann starke schmerzhafte Gefühle ertragen. Ein Kranker mit den gegenteiligen Eigenschaften ist schwer zu pflegen.
Wenn Sie selbst krank sind, schildern Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und Ihren Pflegenden Ihre Beschwerden wahrheitsgemäß, ohne etwas zu verbergen oder zu übertreiben, und befolgen Sie die Behandlungsempfehlungen. So helfen Sie denen, die sich um Sie kümmern.
Wer geeignet ist, Kranke zu pflegen, hat fünf Eigenschaften: Er kann Medizin zubereiten, weiß, was zuträglich und was unzuträglich ist, pflegt aus Güte statt in der Hoffnung auf Lohn, ekelt sich nicht davor, Kot, Urin, Speichel oder Erbrochenes zu beseitigen, und kann den Kranken von Zeit zu Zeit mit Gesprächen über den Dhamma ermutigen. Später, als ein kranker Mönch starb, erlaubte der Buddha dem Saṅgha, seine Almosenschale und seine Roben denen zu geben, die ihn gepflegt hatten, denn wer Kranke pflegt, ist eine große Hilfe.
Nehmen Sie sich neben der körperlichen Pflege Zeit, den Kranken zu ermutigen, und denken Sie daran, denen zu danken und etwas zurückzugeben, die in Ihrem Zuhause Kranke pflegen.
Diese Geschichte weist auf eine Lücke hin, die sich in jeder Gruppe auftun kann: Menschen, die anderen selten helfen, werden oft allein gelassen, wenn sie krank werden. Der Buddha fragte nicht zuerst, ob der Mann die Pflege verdiente. Er kümmerte sich sofort um ihn und schuf dann eine Ordnung, damit so etwas nicht wieder geschieht.
Heute sind ein älterer Mensch, der allein lebt, eine Kollegin mit einer chronischen Krankheit oder ein Nachbar, der kaum mit jemandem spricht, der moderne „kranke Mönch ohne Pfleger“. Die kurze Frage „Kümmert sich jemand um Sie?“ kann ein wichtiger Anfang sein.
Auch Pflegende brauchen Fürsorge. Einen Menschen zu pflegen ist harte Arbeit. Wenn Sie sich erschöpft fühlen oder zu gestresst sind, um zurechtzukommen, bitten Sie Familie, Gemeinschaft oder Fachleute aus dem Gesundheitswesen um Hilfe; Sie müssen das nicht allein tragen.
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