Die acht Wunder des Ozeans und der Dhamma
Aṭṭha acchariyā abbhutā dhammāAcht Eigenschaften des großen Ozeans, mit denen der Buddha seinen Dhamma und seine Disziplin verglich – allmäh…
Khantivādijātakaṃ
Ein Asket, der Geduld lehrt, wird auf Befehl des Königs von Kāsi verstümmelt, doch er wird nicht zornig, sondern wünscht dem König ein langes Leben. Die Verse zeigen Geduld als ein Nicht-Überhandnehmen-Lassen des Zorns, nicht als ein Verharren in der Gefahr.
Im Khantivādī-Jātaka aus dem Catukkanipāta, Khuddaka Nikāya, besteht der kanonische Text aus nur vier Versen. Der erste wird von jemandem gesprochen, der den Asketen bittet, nur dem zu zürnen, der befahl, ihm Hände, Füße, Ohren und Nase abzuschneiden, aber nicht das Königreich ins Verderben zu stürzen. Der zweite ist die Antwort des Asketen: Möge der König, der es befahl, lange leben; die Weisen, wie ich einer bin, werden nicht zornig.
Die letzten beiden Verse erzählen, dass es in der Vergangenheit einen Asketen gab, der die Geduld verkündete; der König von Kāsi ließ ihn verstümmeln, während er fest in der Geduld stand, und der König von Kāsi erfuhr die bittere Folge dieser rohen Tat in der Hölle.
Die Einzelheiten der Geschichte stammen aus dem Jātaka-Kommentar: Der Bodhisatta ist ein Asket namens Khantivādī, „der Lehrer der Geduld“; der König namens Kalābu ist betrunken und wütend darüber, dass seine Frauen gegangen sind, um den Asketen lehren zu hören, und lässt ihn deshalb verstümmeln, wobei er fragt, wo denn nun seine Geduld sei; der Asket antwortet, die Geduld sei nicht in der Haut, sondern im Herzen; derjenige, der den Asketen bittet, zornig zu sein, ist der Heerführer; und der König wird von der Erde verschlungen. Diese Einzelheiten stehen nicht in den Versen.
Der erste Vers bittet den Asketen von großer Energie, dem zu zürnen, der ihm Hände, Füße, Ohren und Nase abschneiden ließ, aber nicht dieses Königreich ins Verderben zu stürzen. Laut dem Kommentar ist der Sprecher der Heerführer.
Wenn Sie auf Ihren Vorgesetzten oder jemanden zu Hause wütend sind, achten Sie darauf, es nicht an Ihren Kindern, Ihren Mitarbeitenden oder einer Verkäuferin auszulassen, die nichts falsch gemacht haben.
Der Asket antwortet: Möge der König, der befahl, mir Hände, Füße, Ohren und Nase abzuschneiden, lange leben. Diese Antwort zeigt, dass in seinem Geist kein Übelwollen ist, selbst während seinem Körper Schaden zugefügt wird.
Wenn Sie noch mit Groll an jemanden denken, der Sie verletzt hat, versuchen Sie einen kurzen Wunsch: Möge er aufhören, irgendjemandem zu schaden. Das lockert den Groll in Ihrem Herzen, ohne dass Sie zu ihm zurückkehren müssen.
Der Asket sagt, dass die Weisen, wie er einer ist, nicht zornig werden. Diese Freiheit von Zorn rührt nicht daher, dass er keinen Schmerz fühlt, sondern daher, dass er seinen Geist so geschult hat, dass der Zorn nicht überhandnimmt.
Wenn Sie bemerken, dass Sie wütend sind, atmen Sie dreimal langsam, bevor Sie antworten, oder bitten Sie um Zeit und sprechen Sie später darüber, damit Sie nichts sagen, was Sie bereuen werden.
Der Vers nennt jenen Asketen einen, der die Geduld verkündete, und sagt, dass der König von Kāsi ihn verstümmeln ließ, während er noch fest in der Geduld stand. Laut dem Kommentar sagt der Asket dem König, die Geduld liege nicht in der Haut oder im Fleisch, sondern tief im Herzen.
Menschen, die schön über Gelassenheit reden, beweisen sie, wenn sie provoziert werden. Beobachten Sie sich an einem Tag, an dem Sie vor anderen kritisiert werden, und sehen Sie, wie gut Sie Ihren Geist ruhig halten.
Der letzte Vers sagt, dass der König von Kāsi die bittere Folge dieser rohen Tat in der Hölle erfuhr. Wer Macht einsetzt, um Wehrlosen zu schaden, entgeht den Folgen seiner Handlungen nicht.
Wenn Sie Macht über andere haben, als Führungskraft, Lehrkraft oder Elternteil, achten Sie darauf, sie nicht zu nutzen, um aus einer Gefühlsregung heraus zu strafen, denn die Folgen fallen auf den zurück, der handelt.
Diese Geschichte ist ein Ideal des Bodhisatta, der seinen Geist in einer Lage, der er nicht entkommen konnte, frei von Zorn hielt. Die Verse lehren niemanden, dort zu bleiben, wo ihm geschadet wird, und sie preisen auch nicht den, der schadet; sie weisen darauf hin, dass der Übeltäter eine schlimme Folge erfährt.
Wenn Ihnen wiederholt geschadet wird, verlassen Sie die Situation und suchen Sie Hilfe. Geduld bedeutet, auf diesem Weg nicht zuzulassen, dass Groll Ihren Geist zerfrisst – nicht, endlos zu ertragen.
Geduld bedeutet in diesem Jātaka, Zorn und Groll nicht die Herrschaft über den Geist zu überlassen, selbst wenn einem Schaden zugefügt wird. Sie bedeutet nicht, dass Sie in einer Situation bleiben sollen, in der Sie immer wieder verletzt werden. Wenn Sie zu Hause, bei der Arbeit oder in einer Beziehung körperlich oder seelisch misshandelt werden, sind Weggehen, Hilfe suchen und die Meldung an die Zuständigen voll und ganz mit Geduld vereinbar.
Was wir jeden Tag nutzen können, ist der Abstand zwischen dem, was uns widerfährt, und dem, was unser Geist als Nächstes zu tun wählt. Beschimpfungen, ausgenutzt zu werden oder im Straßenverkehr geschnitten zu werden, ist bereits geschehen, doch ob wir am Groll festhalten, ist noch immer unsere Wahl.
Auch der erste Vers enthält eine Lehre. Selbst derjenige, der zum Zorn drängt, bittet darum, dass er nur den Übeltäter treffe, nicht das ganze Königreich. Zorn, der an Menschen ausgelassen wird, die nichts damit zu tun hatten, ist doppelter Schaden.
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