Die Unterweisung durch Nandaka: Die Lampe, der Baum und das scharfe Messer
Geistesschulung

Die Unterweisung durch Nandaka: Die Lampe, der Baum und das scharfe Messer

Nandakovādasuttaṃ

Der Ehrwürdige Nandaka lehrt fünfhundert Nonnen in Frage und Antwort die Unbeständigkeit der Sinnesfelder, mit den Gleichnissen von einer Öllampe, einem großen Baum und einem Schlachter mit scharfem Messer, und dann die sieben Faktoren des Erwachens. Als er am nächsten Tag erneut lehrt, wird selbst die am wenigsten fortgeschrittene Nonne zu einer in den Strom Eingetretenen.

7 Punkte

Im Nandakovāda Sutta des Majjhima Nikāya kommt Mahāpajāpatī Gotamī mit etwa fünfhundert Nonnen und bittet den Buddha, sie zu unterweisen. Zu jener Zeit unterwiesen die älteren Mönche die Nonnen der Reihe nach, doch der Ehrwürdige Nandaka wollte nicht an die Reihe kommen. Der Buddha sagt Nandaka, er solle hingehen und sie lehren.

Nandaka geht allein zum Rājaka-Kloster und sagt den Nonnen, er werde in Frage und Antwort lehren: Wer etwas weiß, soll sagen, dass sie es weiß; wer nicht, soll sagen, dass sie es nicht weiß; und wer im Zweifel ist, soll ihn fragen. Dann befragt er sie über die Unbeständigkeit der inneren Sinnesfelder, der äußeren Sinnesfelder und der sechs Arten von Bewusstsein, verwendet die Gleichnisse von einer Öllampe, einem großen Baum und einem Schlachter und schließt mit den sieben Faktoren des Erwachens.

Nachdem die Nonnen gegangen sind, sagt der Buddha, sie seien wie der Mond in der vierzehnten Nacht – die Leute sind nicht sicher, ob er voll ist, doch er ist noch nicht voll –, und trägt Nandaka auf, am nächsten Tag dieselbe Unterweisung noch einmal zu geben. Danach vergleicht er sie mit dem Mond in der fünfzehnten Nacht, der voll ist, und sagt, dass von diesen fünfhundert Nonnen selbst die am wenigsten fortgeschrittene in den Strom eingetreten ist.

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    Lehren in Frage und Antwort Nandakovādasuttaṃ

    Bevor er beginnt, sagt Nandaka den Nonnen, dass es Fragen geben wird: Wer etwas weiß, soll sagen, dass sie es weiß; wer nicht, soll sagen, dass sie es nicht weiß; und wer im Zweifel ist, soll ihn fragen, was etwas ist und was es bedeutet. Die Nonnen freuen sich, dass er ihnen diese Einladung ausspricht.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie lehren oder eine Besprechung leiten, machen Sie von Anfang an klar, dass „Ich weiß es nicht“ oder eine Rückfrage willkommen ist. Die Menschen werden dann eher bereit sein, ehrlich zu sprechen.

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    Die Sinnesfelder und das Bewusstsein sind unbeständig Aniccaṃ bhante

    Nandaka fragt, ob Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist beständig oder unbeständig sind; ebenso Formen, Klänge, Gerüche, Geschmäcke, Berührungen und Geistesobjekte; ebenso die sechs Arten von Bewusstsein. Die Nonnen antworten: unbeständig. Was unbeständig ist, ist Leiden, und es ist nicht geeignet, als „Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst“ betrachtet zu werden.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie sich stark an ein Bild, einen Klang oder einen Gedanken klammern, stellen Sie sich drei kurze Fragen: Ist es beständig, ist es wirklich befriedigend, und sollte ich es als meins betrachten?

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    Das Gleichnis von der Öllampe Telappadīpo

    Bei einer brennenden Öllampe ist das Öl unbeständig, der Docht unbeständig, die Flamme unbeständig. Wer sagte, ihr Licht sei beständig, läge falsch. Ebenso läge falsch, wer sagte, die inneren Sinnesfelder seien unbeständig, doch das Gefühl, das in Abhängigkeit von ihnen entsteht, sei beständig; denn das Gefühl entsteht abhängig von Bedingungen, und wenn die Bedingungen aufhören, hört das Gefühl auf.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie wollen, dass ein gutes Gefühl für immer anhält, denken Sie daran, dass es von Bedingungen abhängt, die sich ständig verändern. Wenn sich die Bedingungen verändern, muss sich auch das Gefühl verändern.

  4. 4

    Das Gleichnis vom großen Baum und seinem Schatten Mahato rukkhassa sāravato

    Bei einem großen Baum mit Kernholz sind die Wurzeln unbeständig, der Stamm unbeständig, die Zweige und Blätter unbeständig. Wer sagte, sein Schatten sei beständig, läge falsch. Ebenso läge falsch, wer sagte, die äußeren Sinnesfelder seien unbeständig, doch das Gefühl, das in Abhängigkeit von ihnen entsteht, sei beständig.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie hoffen, dass das, was Sie von Besitz, Stellung oder anderen Menschen bekommen, für immer bleibt, denken Sie an den Schatten eines Baumes, der sich stets mit dem Baum und dem Sonnenlicht verschiebt.

  5. 5

    Das scharfe Messer, das Fleisch und Haut trennt Ariyā paññā

    Ein geschickter Schlachter trennt mit einem scharfen Messer das innere Fleisch von der äußeren Haut, indem er die Sehnen und Bänder dazwischen durchschneidet, und legt die Haut dann wieder darüber. Zu sagen, die Kuh sei noch wie zuvor mit ihrer Haut verbunden, wäre falsch. Nandaka erklärt: Das innere Fleisch steht für die inneren Sinnesfelder, die äußere Haut für die äußeren Sinnesfelder, die Sehnen und Bänder für Entzücken und Begierde, und das scharfe Messer für die edle Weisheit, die die Verunreinigungen und Fesseln dazwischen durchschneidet.

    Anwendung im Alltag

    Was Sie an die Dinge bindet, die Sie mögen, sind nicht die Dinge selbst, sondern das Entzücken in Ihrem Geist. Bemerken Sie dieses Entzücken beim Scrollen und nutzen Sie Ihre Aufmerksamkeit, um es nach und nach zu durchtrennen.

  6. 6

    Die sieben Faktoren des Erwachens Satta bojjhaṅgā

    Nandaka schließt mit den sieben Faktoren des Erwachens – Achtsamkeit, Untersuchung der Phänomene, Energie, Verzückung, Stillung, Versenkung und Gleichmut –, gestützt auf Abgeschiedenheit, Schwinden der Leidenschaft und Aufhören, die im Loslassen reifen. Wenn sie entwickelt und gepflegt werden, führen sie zur befleckungsfreien Freiheit des Geistes und zur Freiheit durch Weisheit.

    Anwendung im Alltag

    Wenn Sie die Unbeständigkeit gesehen haben, bleiben Sie nicht beim Verstehen stehen. Schulen Sie jeden Tag Achtsamkeit, Ruhe und ausgewogenen Gleichmut, damit das Verständnis beständig wird.

  7. 7

    Noch einmal hören, bis der Mond voll ist Puṇṇo cando

    Nach dem ersten Tag sagt der Buddha, die Nonnen seien wie der Mond in der vierzehnten Nacht, wenn die Leute nicht sicher sind, ob er voll ist, obwohl er noch nicht voll ist. Deshalb lässt er Nandaka dieselbe Unterweisung noch einmal geben. Nach dem zweiten Tag vergleicht er sie mit dem Mond in der fünfzehnten Nacht, der voll ist, und sagt, dass selbst die am wenigsten fortgeschrittene der fünfhundert Nonnen in den Strom eingetreten ist, nicht mehr an niedere Bereiche gebunden und dem Erwachen gewiss.

    Anwendung im Alltag

    Wählen Sie ein Buch oder eine Lehre, die für Ihr Leben wichtig ist, und lesen oder hören Sie sie noch einmal. Beim zweiten Mal sehen Sie oft, was Ihnen beim ersten Mal entgangen ist.

Im Alltag ausprobieren

Diese Lehrrede zeigt, dass es keine Zeitverschwendung ist, dasselbe noch einmal zu lehren. Am ersten Tag freuten sich die Nonnen an der Lehre, doch ihr Verständnis war noch nicht vollständig. Dieselbe Lehre noch einmal zu hören, machte es vollständig. Etwas Wichtiges noch einmal zu lesen oder anzuhören, lohnt sich sehr.

Auch Nandakas Lehrmethode ist es wert, gelernt zu werden. Er doziert nicht einseitig, sondern bittet seine Zuhörerinnen, selbst zu antworten, und lässt Raum dafür, Nichtwissen zuzugeben. Die drei Gleichnisse helfen uns zu sehen: Wenn die Ursache unbeständig ist, kann das Gefühl, das aus dieser Ursache entsteht, unmöglich beständig sein.

Quellen im Tipiṭaka

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