Verbundene Lehrreden: Das Kapitel mit Strophen

German Translation · Sutta Piṭaka — The Basket of Discourses · Volume 15 · 352 pages

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  1. Page 1–2 Oghataraṇa-Sutta Ein ungenannter Deva fragt den Buddha, wie er die Flut (ogha, den Strom des Daseinskreislaufs) überquert hat. Der Buddha antwortet, er habe sie überquert, indem er weder stehen blieb noch sich abmühte: Wer stehen bleibt, sinkt; wer sich abmüht, wird fortgerissen. Nur wer das Gleichgewicht wahrt, gelangt hinüber. Der Deva lobt ihn daraufhin als einen, der die Befleckungen gelöscht hat.
  2. Page 2–3 Nimokkha-Sutta Ein Deva fragt, ob der Buddha den Weg zur Befreiung, zur Erlösung und zur Abgeschiedenheit der Wesen kennt. Der Buddha antwortet, dass er ihn kennt: durch das Erlöschen der Freude am Dasein, das Aufhören von Wahrnehmung und Bewusstsein und die Stillung der Gefühle. Das ist der wahre Weg zur Befreiung der Wesen.
  3. Page 3–4 Upanīya-Sutta Ein Deva spricht einen Vers: Das Leben wird vom Alter schutzlos dem Tod zugeführt; wer die Gefahr im Tod sieht, sollte Verdienste wirken, die Glück bringen. Der Buddha berichtigt diese Sichtweise: Wer diese Gefahr sieht, soll den Köder der Welt (lokāmisa) aufgeben und sich dem Frieden zuwenden, statt nur Verdienste für weltliche Früchte anzusammeln.
  4. Page 4 Accenti-Sutta Ein Deva spricht einen ähnlichen Vers wie im vorigen Sutta: Die Zeit vergeht, Tage und Nächte ziehen vorüber, die Lebensalter schwinden nacheinander; wer die Gefahr im Tod sieht, sollte Verdienste ansammeln. Der Buddha antwortet mit Nachdruck, dass man den Köder der Welt aufgeben und sich dem Frieden zuwenden soll, statt bloß Verdienste für weltliche Früchte anzusammeln.
  5. Page 4–5 Katichindi-Sutta Ein Deva stellt in einem Rätselvers die Frage, wie viel ein Mönch abschneiden, wie viel er aufgeben, wie viel er entfalten und wie viele Bindungen er überwinden muss, um die Flut zu überqueren. Der Buddha antwortet ebenfalls rätselhaft: jeweils fünf (gemeint sind die niederen Fesseln, die höheren Fesseln und die fünf Fähigkeiten).
  6. Page 5 Jāgara-Sutta Ein Deva stellt die Rätselfrage, wie viele unter den Schlafenden wach sind, wie viele Dinge Befleckungen wie Staub hervorbringen und wie viele reinigen. Der Buddha antwortet, ebenfalls jeweils fünf – gemeint sind die fünf Fähigkeiten, die wach machen und die Befleckungen reinigen.
  7. Page 5–6 Appaṭividita-Sutta Ein Deva spricht einen Vers: Wer den Dhamma noch nicht durchdrungen hat, lässt sich oft von anderen Lehren verleiten, wie ein Schläfer, der nicht aufwacht, obwohl es Zeit ist. Der Buddha antwortet, dass jemand, der den Dhamma gut durchdrungen hat, sich nicht verleiten lässt, selbst vollkommen erwacht ist und auch auf unebenem Grund eben dahingeht.
  8. Page 6 Susammuṭṭha-Sutta Der Inhalt ähnelt dem vorigen Sutta, verwendet aber den Ausdruck „vergessener Dhamma“. Der Deva sagt, wer den Dhamma vergessen hat, lasse sich von anderen Lehren verleiten und schlafe noch, ohne aufzuwachen. Der Buddha antwortet, wer den Dhamma nicht vergessen hat, ist vollkommen erwacht und geht auch auf unebenem Grund reibungslos dahin.
  9. Page 6 Mānakāma-Sutta Ein Deva sagt, wer Gefallen am Dünkel hat, könne sich nicht zähmen; selbst wer allein im Wald lebt, aber nachlässig ist, könne der Schlinge des Todes nicht entkommen. Der Buddha antwortet, wer den Dünkel aufgegeben hat, gut gesammelten Geistes und in jeder Hinsicht befreit ist und unermüdlich allein im Wald lebt, entkommt der Schlinge des Todes.
  10. Page 6–7 Arañña-Sutta Ein Deva fragt, warum die Haut derer, die friedvoll im Wald leben und nur eine Mahlzeit am Tag essen, so strahlend ist. Der Buddha sagt: weil sie nicht der Vergangenheit nachtrauern, sich nicht um die Zukunft sorgen und in der Gegenwart verweilen – anders als Toren, die verdorren wie frisch geschnittenes Schilf. (Ende des ersten Kapitels, Naḷa-Vagga)
  11. Page 8–9 Nandana-Sutta Der Buddha erzählt, dass ein Deva des Tāvatiṃsa-Himmels, der sich im Nandana-Hain vergnügte, sagte, wer den Nandana-Hain nicht gesehen habe, kenne kein Glück. Ein anderer Deva entgegnete, er wisse nicht, was die Arahants sagen: Alle Gestaltungen sind vergänglich, ihrer Natur nach entstehend und vergehend; die Stillung der Gestaltungen ist das wahre Glück.
  12. Page 9 Nandati-Sutta Ein Deva sagt, wer Kinder hat, freut sich an seinen Kindern, wer Rinder hat, freut sich an seinen Rindern; Freude entsteht aus den Grundlagen des Anhaftens (upadhi), und wer keine solchen hat, freut sich nicht. Der Buddha entgegnet umgekehrt, dass jemand, der Kinder hat, sich ebenso ihretwegen grämen kann, denn die Grundlagen des Anhaftens sind Ursache sowohl von Glück als auch von Leid.
  13. Page 9–10 Natthiputtasama-Sutta Ein Deva sagt, keine Liebe gleiche der Liebe zu den Kindern, kein Reichtum gleiche Rindern, kein Licht gleiche der Sonne und das Meer sei das höchste aller Gewässer. Der Buddha antwortet, keine Liebe gleiche der Liebe zu sich selbst, kein Reichtum gleiche Getreide, kein Licht gleiche der Weisheit, und der Regen sei das höchste aller Gewässer.
  14. Page 10 Khattiya-Sutta Ein Deva sagt, der Adelige (khattiya) sei der Beste unter den Zweibeinern, der Stier der Beste unter den Vierbeinern, eine Jungfrau die Beste unter den Ehefrauen und der Erstgeborene der Beste unter den Söhnen. Der Buddha antwortet, der vollkommen erwachte Buddha sei der Beste unter den Zweibeinern, das edle Vollblutpferd der Beste unter den Vierbeinern, und eine gehorsame Ehefrau und ein gehorsamer Sohn seien die besten.
  15. Page 10 Saṇamāna-Sutta Ein Deva spricht einen Vers über die Mittagszeit, wenn die Vögel still sitzen und der große Wald ruhig ist, als ob er sich verberge – eine Zeit, in der Furcht im Geist aufkommt. Der Buddha spricht denselben Vers, ändert aber das letzte Wort zu Freude (statt Furcht), die in ihm aufkommt, und zeigt damit den furchtlosen Geist dessen, der die Befleckungen beendet hat.
  16. Page 10–11 Niddātandī-Sutta Ein Deva sagt, Schläfrigkeit, Trägheit, Gähnen, Unlust und Benommenheit nach dem Essen seien Hindernisse, die verhindern, dass der edle Pfad den Wesen erscheint. Der Buddha antwortet, dass der edle Pfad erst rein wird, wenn man diese Dinge durch Anstrengung beseitigt.
  17. Page 11 Dukkara-Sutta Ein Deva sagt, das Asketenleben sei für den Ungeschulten schwer, mit vielen Hindernissen, in denen Toren versinken. Der Buddha erweitert dies: Wer seinen Geist nicht beherrscht, strauchelt bei jedem Schritt; darum soll man wie eine Schildkröte sein, die ihre Glieder in den Panzer zieht, die Gedanken zügeln, sich nicht an andere klammern und niemandem schaden.
  18. Page 11 Hiri-Sutta Ein Deva fragt, ob es in der Welt jemanden gibt, der sich durch Schamgefühl (hiri, Scham vor dem Bösen) aus dem Schlaf weckt, wie ein gutes Pferd, das durch die Peitsche wach wird. Der Buddha antwortet: Wer Schamgefühl besitzt und sich stets mit Achtsamkeit lenkt, gelangt an das Ende des Leidens und geht auch auf unebenem Grund reibungslos dahin.
  19. Page 11–12 Kuṭikā-Sutta Ein Deva fragt einen Mönch in Bildern, ob er keine Hütte, kein Nest, keine Bindung habe und von den Fesseln befreit sei. Der Mönch bejaht dies und erklärt auf Nachfrage, die „Hütte“ sei die Mutter, das „Nest“ die Ehefrau, die „Bindung“ die Kinder und die „Fessel“ das Begehren – all dies habe er aufgegeben.
  20. Page 12–17 Samiddhi-Sutta Der Ehrwürdige Samiddhi badet im Morgengrauen in Tapodā. Ein Deva fordert ihn auf, erst die Sinnesfreuden zu genießen, bevor er ordiniert wird. Samiddhi entgegnet, man solle das, was Zeit braucht, für das aufgeben, was man selbst sehen kann (den Dhamma). Als er eine tiefgründige Frage nicht beantworten kann, geht er zum Buddha. Der Buddha sagt, wer an dem hängt, was sich benennen lässt, gerät unter das Joch des Todes; wer es vollständig verstanden hat und sich nichts einbildet, entkommt dem Tod.
  21. Page 19 Satti-Sutta Ein Deva spricht einen Vers mit einem Vergleich: Ein Mönch solle achtsam umherziehen, um die Gier nach Sinnesfreuden aufzugeben, wie jemand, der von einem Speer getroffen wurde oder dessen Kopf brennt und der schnell handeln muss. Der Buddha spricht denselben Vers, ändert aber das Ziel: das Aufgeben der Persönlichkeitsansicht (sakkāyadiṭṭhi, der Ansicht, es gebe ein Selbst).
  22. Page 19–20 Phusati-Sutta Ein Deva sagt, wer nicht zuerst berührt wird, berührt auch andere nicht; wer zuerst berührt wird, berührt zurück. Der Buddha führt dies weiter aus: Wer einem reinen, von Befleckungen freien Menschen schadet, auf den fällt das Böse selbst zurück, wie Staub, der gegen den Wind geworfen wird, auf den Werfer zurückfällt.
  23. Page 20 Jaṭā-Sutta Ein Deva fragt: Die Menschheit ist wie ein verworrenes Knäuel, innen wie außen – wer kann diesen Knoten lösen? Der Buddha sagt: Ein weiser Mensch, der in der Sittlichkeit gefestigt ist, Geist und Weisheit entfaltet und tatkräftig ist, kann den Knoten lösen; und die Arahants, die Gier, Hass und Unwissenheit überwunden haben, sind es, die ihn wirklich lösen, denn Name und Form erlöschen restlos.
  24. Page 20 Manonivāraṇa-Sutta Ein Deva sagt, von welchem Objekt man den Geist auch zurückhält, von diesem Objekt kommt kein Leid; darum solle man den Geist von allem zurückhalten, um von allem Leid frei zu sein. Der Buddha entgegnet, man solle den Geist nicht wahllos von allem zurückhalten, sondern nur von dem, was böse ist.
  25. Page 20–22 Arahanta-Sutta Ein Gespräch geht der Frage nach, ob ein Arahant, der Geburt und Dasein beendet hat, noch „ich sage“ oder „man spricht über mich“ sagen kann. Die Antwort lautet, dass er dies noch sagen kann, aber nicht aus Dünkel, sondern indem er sich geschickt der weltlichen Ausdrucksweise gemäß der Konvention bedient. Wer den Dünkel ganz aufgegeben hat, kann die Sprache der Welt verwenden, ohne daran zu haften.
  26. Page 22 Pajjota-Sutta Ein Deva fragt, wie viele Lichter es in der Welt gibt, die die Welt erhellen. Der Buddha sagt, es gibt vier: die Sonne, die am Tag scheint, den Mond, der in der Nacht scheint, das Feuer, das Tag und Nacht leuchtet, und den vollkommen erwachten Buddha, das edelste aller Lichter.
  27. Page 22 Sara-Sutta Ein Deva fragt, wo der Strom des Begehrens umkehrt, wo sich der Kreislauf nicht mehr dreht und wo Name und Form restlos erlöschen. Der Buddha sagt: Dort, wo die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind keinen Halt finden (das Nibbāna), ist der Ort, an dem dies geschieht.
  28. Page 22–23 Mahaddhana-Sutta Ein Deva fragt: Reiche Könige streiten um Sinnesfreuden, weil sie nicht genug bekommen, und versinken im Strom des Daseins – wer in der Welt ist nicht so rastlos? Der Buddha sagt: Wer Haus und Kinder verlässt, Gier, Hass und Unwissenheit aufgibt und in die Hauslosigkeit zieht – der Arahant –, ist in der Welt nicht rastlos.
  29. Page 23 Catucakka-Sutta Ein Deva fragt in einem Rätsel: Der Körper hat vier Räder und neun Tore, ist voller Gier und steckt im Schlamm – wie kann er seinen Lebensweg gehen? Der Buddha sagt: Indem man Riemen und Lederseile, Verlangen und Gier durchtrennt und das Begehren mit der Wurzel ausreißt, gelingt die Reise.
  30. Page 23 Eṇijaṅgha-Sutta Ein Deva preist den Buddha: Er hat Waden wie eine Antilope, ist schlank, isst wenig und wandert allein wie ein Löwe, ohne Verlangen nach Sinnesfreuden. Dann fragt er nach dem Weg aus dem Leiden. Der Buddha sagt: Die fünf Stränge der Sinnesfreuden mit dem Geist als sechstem – wer das Verlangen nach ihnen aufgibt, wird vom Leiden frei. (Ende des dritten Kapitels, Satti-Vagga)
  31. Page 24–25 Sabbhi-Sutta Mehrere Devas sprechen nacheinander den Vers: „Man soll nur mit Guten verkehren, mit Guten vertraut werden“, fügen aber jeweils eine andere Frucht hinzu, etwa Weisheit zu erlangen, nicht zu trauern, unter den Verwandten zu glänzen oder in einen guten Bereich zu gelangen. Als sie fragen, wessen Wort am besten sei, sagt der Buddha, alle hätten in gewisser Weise recht, fügt aber die höchste Frucht hinzu: die Befreiung von allem Leid.
  32. Page 25–28 Macchari-Sutta Mehrere Devas sprechen über das Geben. Es beginnt mit einem Vers: Aus Geiz und Nachlässigkeit kommt das Geben nicht zustande; wer Verdienst sucht, soll geben. Andere Devas fügen hinzu, dass der Geizige gerade den Hunger fürchtet, derentwegen er nicht gibt, und dass ein kleines Geschenk aus Vertrauen so viel wert ist wie tausend. Am Ende des Suttas zeigt der Buddha, dass eine Gabe, die durch Töten oder Schädigen von Lebewesen gewonnen wurde (etwa durch Opfer), nicht so viel Nutzen bringt wie eine
  33. Page 28–31 Sādhu-Sutta Mehrere Devas rufen nacheinander zum Lob des Gebens aus: „Geben ist gut“, und fügen hinzu, dass auch eine kleine Gabe gut ist, eine Gabe aus Vertrauen gut ist, eine rechtmäßig erworbene Gabe gut ist und eine wohlüberlegt an Würdige gegebene Gabe (viceyyadāna) noch besser ist; ebenso ist es gut, sich zu zügeln und Lebewesen nicht zu schaden. Zuletzt sagt der Buddha, dass der Pfad der Weisheit noch edler ist als das Geben, denn die Guten früherer Zeiten erlangten das Nibbāna durch Weisheit.
  34. Page 31–33 Nasanti-Sutta Ein Deva sagt, die Sinnesfreuden der Menschen seien nicht beständig, doch gebe es in der Welt begehrenswerte Dinge, an die die Menschen gebunden sind; wer ihnen gegenüber nachlässig ist, kehrt nicht aus der Schlinge des Todes zurück. Später folgt ein Gespräch mit dem Ehrwürdigen Mogharāja über diejenigen, die einen so Befreiten nicht sehen. Der Buddha sagt, wer den Dhamma dieses Befreiten ehrt und versteht, habe ebenfalls die Bindungen überwunden.
  35. Page 33–35 Ujjhānasaññī-Sutta Eine Gruppe tadelsüchtiger Devas wirft dem Buddha vor, anders zu reden als zu handeln, wie ein betrügerischer Spieler. Der Buddha entgegnet, dass Befreiung nicht allein durch Reden oder Zuhören erlangt wird; man muss einem festen Weg folgen und üben. Als die Devas ihren Fehler einsehen und um Verzeihung bitten, lächelt der Buddha und nimmt ihre Entschuldigung gern an, obwohl ein Deva ihn noch weiter tadelt.
  36. Page 35–36 Saddhā-Sutta Ein Deva sagt, Vertrauen sei der Gefährte des Menschen; wer nicht am Mangel an Vertrauen festhält, dem werden Ruhm und Ehre zuteil, und nach dem Tod gelangt er in den Himmel. Der Buddha antwortet mit Versen über das Aufgeben von Dünkel und Zorn und mahnt zur Unermüdlichkeit: Der Weise soll die Unermüdlichkeit hüten wie einen kostbaren Schatz.
  37. Page 36–37 Samaya-Sutta (Die große Versammlung) Der Buddha weilt im Großen Wald bei Kapilavatthu mit 500 Mönchen, die alle Arahants sind. Devas aus zehntausend Weltsystemen versammeln sich, um ihn und die Saṅgha zu sehen. Vier Devas der Reinen Gefilde (Suddhāvāsa) sprechen Verse zum Lob dieser großen Versammlung. Sie beschreiben die Mönche, die ihre Sinne zügeln wie ein Wagenlenker, die die Befleckungen abgeschnitten haben wie Pfosten einer Schranke und rein sind, und sagen, dass wer beim Buddha Zuflucht nimmt, nicht in die niederen Bereiche
  38. Page 37–41 Sakalika-Sutta Der Fuß des Buddha wird von einem Steinsplitter getroffen, und er empfindet heftige Schmerzen, erträgt sie aber mit Achtsamkeit und klarem Verstehen, ohne unruhig zu werden. 700 Devas kommen und preisen ihn mit verschiedenen Beinamen wie Nāga, Löwe und Vollblutpferd, da er so geduldig ist, wie es diesen Qualitäten entspricht. Es endet mit Versen zum Lob seiner Sammlung und seines befreiten Geistes, die der Askese von Brahmanen überlegen sind, deren Geist noch nicht wirklich befreit ist.
  39. Page 41 Paṭhamapajjunnadhītu-Sutta Kokanadā, eine Tochter des Gottes Pajjunna, sucht den Buddha im Großen Wald bei Vesālī auf und spricht Verse der Verehrung: Früher habe sie vom Dhamma nur vom Hörensagen erfahren, nun habe sie ihn selbst erkannt. Sie mahnt, wer den edlen Dhamma tadelt, falle für lange Zeit in die Hölle, wer aber den edlen Dhamma geduldig annimmt, werde unter den Devas wiedergeboren.
  40. Page 41–43 Dutiyapajjunnadhītu-Sutta Cūḷakokanadā, eine weitere Tochter des Gottes Pajjunna, sucht den Buddha ebenfalls auf, spricht Verse der Verehrung und bittet ihn, den Dhamma kurz darzulegen. Der Buddha fasst zusammen: Man soll mit Rede, Geist und Körper nichts Böses tun, die Sinnesfreuden mit Achtsamkeit und klarem Verstehen aufgeben und kein nutzloses Leiden auf sich nehmen. (Ende des vierten Kapitels, Satullapakāyika-Vagga)
  41. Page 43–44 Āditta-Sutta Ein Deva vergleicht die Welt mit einem brennenden Haus: Nur die Gefäße, die man hinausträgt, sind von Nutzen. Ebenso ist es mit der Welt, die von Alter und Tod verzehrt wird: Man soll durch Geben herausretten, denn was gegeben ist, bringt Glück als Frucht, während das Nichtgegebene von Dieben oder Feuer zerstört werden kann, und schließlich muss man sogar den Körper zurücklassen. Darum soll der Weise sowohl genießen als auch geben.
  42. Page 44 Kiṃdada-Sutta Ein Deva fragt, was man geben muss, um Kraft, Schönheit, Glück und Augenlicht zu geben, und was man geben muss, um alles zu geben. Der Buddha antwortet: Nahrung, Kleidung, Fahrzeuge und Lampen bringen der Reihe nach diese Früchte; wer eine Unterkunft gibt, gibt alles, und wer den Dhamma lehrt, gibt das Todlose.
  43. Page 44–45 Anna-Sutta Es heißt, dass Devas und Menschen sich gleichermaßen an Nahrung erfreuen; wer keine Freude an Nahrung hat, wird ein Yakkha genannt. Der Buddha erklärt, dass jemand, der Nahrung mit Vertrauen und klarem Geist gibt, in dieser und der nächsten Welt Früchte erntet. Darum soll man den Geiz überwinden und geben, denn Verdienst ist die Zuflucht der Wesen in der nächsten Welt.
  44. Page 45 Ekamūla-Sutta Ein kurzer Rätselvers spricht von etwas mit einer Wurzel, zwei Strudeln, drei Makeln, fünf Ausbreitungen und einem Meer mit zwölf Strudeln und sagt, der Seher habe diesen Abgrund überquert. Es ist ein symbolischer Vers über den strebenden Übenden, der den verwickelten Daseinskreislauf überquert hat.
  45. Page 45 Anomiya-Sutta Ein kurzer Vers beschreibt einen Menschen mit makellosem Namen, der den feinen Sinn klar sieht, Weisheit schenkt und nicht am Wohnort der Sinnesfreuden haftet. Er lädt ein, auf diesen Menschen zu schauen, der alles erkannt hat, von überragender Weisheit ist und auf dem edlen Pfad wandelt – gemeint ist der Arahant, der das große Gut sucht.
  46. Page 45–46 Accharā-Sutta Ein Deva fragt nach dem Wald namens „Mohana“, der vom Lärm der Nymphen widerhallt und von Dämonen bewohnt wird: Wie kann man ihn durchqueren? Der Buddha antwortet mit einem Gleichnis: Der gerade Weg heißt „ohne Furcht“; der Dhamma sind die Räder des Wagens, Schamgefühl ist das Joch, Achtsamkeit die Lenkvorrichtung, und der Dhamma ist der Wagenlenker, der mit rechter Ansicht vorangeht. Wer ein solches Fahrzeug hat, ist dem Nibbāna gewiss nahe.
  47. Page 46 Vanaropa-Sutta Ein Deva fragt, wessen Verdienst Tag und Nacht wächst und wer, im Dhamma gefestigt, in den Himmel gelangt. Der Buddha sagt: Wer Gärten anlegt, Wälder pflanzt, Brücken baut, Brunnen gräbt und Unterkunft gewährt, dessen Verdienst wächst Tag und Nacht.
  48. Page 46 Jetavana-Sutta Ein Deva preist in Versen das Jetavana als Wohnort der Seher und des Königs des Dhamma, der Freude in ihm weckt. Dann weist er darauf hin, dass Handeln, Wissen, Dhamma, Sittlichkeit und ein edler Lebenswandel die Menschen reinigen, nicht Herkunft oder Reichtum, und nennt Sāriputta, der vollkommen in Weisheit, Sittlichkeit und Frieden ist, als Vorbild.
  49. Page 46–48 Macchari-Sutta (Die Folgen der Taten von Geizigen und Großzügigen) Ein Deva fragt nach den Folgen der Taten geiziger, grober Menschen, die andere am Geben hindern. Der Buddha sagt, diese Menschen werden in der Hölle, im Tierreich oder in der Welt Yamas wiedergeboren; auch wenn sie als Menschen geboren werden, sind sie arm und ihre Wünsche erfüllen sich nicht. Im Gegensatz dazu gelangen Menschen mit Vertrauen in die Drei Juwelen nach dem Tod in den Himmel oder werden als Menschen in reichen Familien geboren und genießen Glück wie Devas.
  50. Page 48–50 Ghaṭīkāra-Sutta Ein Deva berichtet, dass sieben Mönche in der Brahmā-Welt Avihā wiedergeboren wurden, befreit und frei von Gier und Hass, und nennt ihre Namen. Als der Buddha fragt, auf wessen Lehre sie sich stützten, antwortet der Deva: auf die Lehre des Buddha. Dann enthüllt er, dass er zur Zeit des Buddha Kassapa der Töpfer Ghaṭīkāra war und ein Freund des gegenwärtigen Buddha, was der Buddha bestätigt. (Ende des fünften Kapitels, Āditta-Vagga)
  51. Page 50 Jarā-Sutta und Ajarasā-Sutta Ein Paar fast gleicher Rätselverse fragt, was bis ins Alter gut ist, was gut ist, wenn es gefestigt ist, was der Schatz des Menschen ist und was Diebe nicht stehlen können. Der Buddha antwortet: Sittlichkeit ist bis ins Alter gut, Vertrauen ist gut, wenn es gefestigt ist, Weisheit ist der Schatz des Menschen, und Verdienst ist, was Diebe nicht stehlen können.
  52. Page 50–51 Mitta-Sutta Ein Deva fragt, wer der Freund des Reisenden, der Freund im Haus, der Freund in Zeiten der Not und der Freund im nächsten Leben ist. Der Buddha sagt: Die Karawane ist der Freund des Reisenden, die Mutter der Freund im Haus, der Gefährte der Freund in Zeiten der Not, und das selbst gewirkte Verdienst ist der Freund im nächsten Leben.
  53. Page 51 Vatthu-Sutta Ein Deva fragt, was die Stütze des Menschen ist, was der beste Gefährte ist und wovon die Wesen, die auf der Erde leben, leben. Der Buddha sagt: Kinder sind die Stütze des Menschen, die Ehefrau ist die beste Gefährtin, und vom Regen leben alle Wesen.
  54. Page 51–52 Jana-Sutta (erstes, zweites, drittes) Eine Reihe von drei Suttas mit Rätselversen gleichen Aufbaus fragt, was den Menschen hervorbringt, was in ihm umherläuft, was ihn in den Daseinskreislauf bringt und was seine große Gefahr, seine Unfreiheit bzw. seine Zuflucht ist. Der Buddha antwortet in allen Suttas gleich, dass das Begehren den Menschen hervorbringt und der Geist dem Begehren nachläuft; die Suttas nennen jeweils ein anderes Ergebnis: Leiden ist die große Gefahr, man wird nicht vom Leiden frei, und Taten (kamma) sind die Zufluc
  55. Page 52 Uppatha-Sutta Ein Deva fragt, was der falsche Weg ist, was Tag und Nacht verzehrt, was der Makel des heiligen Lebens ist und was die Reinigung ohne Wasser ist. Der Buddha sagt: Gier ist der falsche Weg, das verstreichende Leben verzehrt Tag und Nacht, Frauen sind der Makel des heiligen Lebens, und Askese zusammen mit dem heiligen Leben ist die Reinigung ohne Wasser.
  56. Page 52 Dutiya-Sutta Ein Deva fragt, was der Gefährte des Menschen ist, was ihn anleitet und woran er Freude haben muss, um von allem Leid frei zu werden. Der Buddha sagt: Vertrauen ist der Gefährte, Weisheit leitet ihn an, und wer sich am Nibbāna erfreut, wird von allem Leid frei.
  57. Page 52–54 Kavi-Sutta Ein Deva fragt, was die Quelle der Verse (Dichtung) ist, was ihr Ausdruck ist, worauf sich Verse stützen und was ihre Grundlage ist. Der Buddha sagt: Das Versmaß ist die Quelle, die Silben sind der Ausdruck, Verse stützen sich auf Namen, und der Dichter ist ihre Grundlage. (Ende des sechsten Kapitels, Jarā-Vagga)
  58. Page 54 Nāma-Sutta, Citta-Sutta und Taṇhā-Sutta Eine Reihe von drei Suttas mit Rätselversen gleichen Aufbaus fragt, was alles blendet, über das nichts hinausgeht, und welches eine Ding alles in seiner Macht hat. Der Buddha antwortet jeweils verschieden: „Name“ (nāma) blendet, der „Geist“ führt die Welt und beherrscht sie, und das „Begehren“ führt die Welt und beherrscht sie – drei Mächte, die alle Wesen beherrschen.
  59. Page 55 Saṃyojana-Sutta und Bandhana-Sutta Ein Paar fast gleicher Rätselverse fragt, was die Welt fesselt, was die Welt umherwandern lässt und durch das Aufgeben wovon man vom Nibbāna spricht bzw. alle Fesseln durchtrennt. Der Buddha sagt: Ergötzen (nandī) fesselt die Welt, Denken (vitakka) lässt die Welt umherwandern, und allein das Aufgeben des Begehrens wird Nibbāna genannt.
  60. Page 55 Abbhāhata-Sutta Ein Deva fragt, wovon die Welt geschlagen, wovon sie umzingelt, von welchem Pfeil sie durchbohrt und wovon sie ständig verbrannt wird. Der Buddha sagt: Die Welt wird vom Tod geschlagen, vom Alter umzingelt, vom Pfeil des Begehrens durchbohrt und ständig vom Verlangen verbrannt.
  61. Page 55 Uḍḍita-Sutta Ein Deva fragt, wovon die Welt gefangen, wovon sie umzingelt, wovon sie verschlossen ist und worauf sie gründet. Der Buddha sagt: Die Welt ist vom Begehren gefangen, vom Alter umzingelt, vom Tod verschlossen und gründet auf dem Leiden. Dies ist das letzte Sutta in diesem Textabschnitt; das siebte Kapitel (Andha-Vagga) ist noch nicht abgeschlossen und wird im nächsten Teil des Bandes fortgesetzt.
  62. Page 56 Pihita-Sutta, Icchā-Sutta und Loka-Sutta (Schluss des Andha-Vagga) Ein Deva stellt dem Buddha drei kurze Rätselfragen darüber, was die Welt umhüllt, fesselt und in Not bringt. Der Buddha antwortet: Der Tod umhüllt die Welt, das Leiden ist die Grundlage der Welt, das Begehren hebt die Welt empor, das Alter umzingelt die Welt; die Welt ist durch Verlangen (icchā) gefesselt und wird durch das Aufgeben dieses Verlangens befreit; und die Welt entsteht, ist verbunden, stützt sich und gerät in Not allein wegen der sechs Sinnesgrundlagen. Damit endet das siebte Kapitel
  63. Page 57 Ghatvā-Sutta Ein Deva fragt, was man töten muss, um glücklich zu leben, was man töten muss, um nicht zu trauern, und welches eine Ding es gibt, dessen Tötung der Buddha lobt. Der Buddha antwortet: den Zorn, dessen Wurzel giftig, dessen Spitze aber süß ist. Die Edlen loben das Töten des Zorns, denn wer ihn tötet, muss danach nicht trauern. Dies ist das erste Sutta des achten Kapitels (Ghatvā-Vagga).
  64. Page 57 Ratha-Sutta Ein Deva fragt nach dem Kennzeichen eines Wagens, eines Feuers, eines Landes und einer Frau. Der Buddha antwortet: Die Fahne ist das Kennzeichen des Wagens, der Rauch das Kennzeichen des Feuers, der König das Kennzeichen des Landes und der Ehemann das Kennzeichen der Frau. Es ist eine kurze Lehre in Vergleichen.
  65. Page 57–58 Vitta-Sutta Ein Deva fragt, welcher Reichtum für den Menschen der beste ist, was, gut geübt, Glück bringt, welcher Geschmack der beste ist und welches Leben das edelste ist. Der Buddha antwortet: Vertrauen ist der beste Reichtum, der gut geübte Dhamma bringt Glück, Wahrheit ist der beste Geschmack, und ein Leben mit Weisheit ist das edelste Leben.
  66. Page 58 Vuṭṭhi-Sutta Ein Deva fragt nach dem Besten unter dem, was aufsteigt, was herabfällt, was umhergeht, und unter den Sprechenden. Der Buddha antwortet auf zwei Ebenen: auf der weltlichen Ebene (Samen, Regen, Rinder, Sohn) und auf einer höheren Ebene (Wissen, Unwissenheit, Saṅgha, Buddha) als das Beste in der jeweiligen Gruppe.
  67. Page 58–59 Bhīta-Sutta Ein Deva fragt, warum die Wesen die jenseitige Welt fürchten und in welchem Dhamma man gefestigt sein muss, um keine Furcht zu haben. Der Buddha antwortet: Wer Rede und Geist zügelt, mit dem Körper nichts Böses tut, andere mit Speise und Trank versorgt, Vertrauen hat, sanft, freigebig und wortkundig ist – wer in diesen vier Dingen gefestigt ist, fürchtet die jenseitige Welt nicht.
  68. Page 59 Na-jīrati-Sutta Ein Deva stellt auf einmal mehrere Rätselfragen: Was altert, was altert nicht, was ist der falsche Weg, was ist der Makel des heiligen Lebens, und wie viele Lücken gibt es in der Welt, durch die der Geist nicht gesammelt ist? Der Buddha antwortet: Der Körper altert, aber Name und Geschlecht altern nicht; Gier ist der falsche Weg, Habgier ist ein Hindernis für den Dhamma, Frauen sind der Makel des heiligen Lebens, und Trägheit, Nachlässigkeit und Schlaf sind die Lücken der Welt.
  69. Page 60 Issara-Sutta Ein Deva fragt nach der Herrschaft in der Welt, dem wertvollsten Gut, dem Makel der Waffe und der Plage der Welt. Der Buddha antwortet: Macht ist Herrschaft, die Frau ist das wertvollste Gut, Zorn ist der Makel der Waffe, Diebe sind die Plage der Welt; ein Asket aber, der Gutes bringt, ist den Weisen lieb und wird von ihnen geehrt.
  70. Page 60 Kāma-Sutta Ein Deva fragt, was man nicht hergeben oder aufgeben soll und welche Rede man aussprechen soll. Der Buddha antwortet: Man soll sich selbst nicht hergeben oder aufgeben (also sich selbst nicht schaden), sondern gute Rede aussprechen und keine schlechte Rede äußern.
  71. Page 60–61 Pātheyya-Sutta Ein Deva fragt, was den Reiseproviant bindet, wo der Besitz wohnt, was den Menschen fortzieht und was in der Welt am schwersten aufzugeben ist. Der Buddha antwortet: Vertrauen bindet den Proviant, das Glück (sirī) ist die Wohnstatt des Besitzes, und das Verlangen (icchā) zieht den Menschen fort und ist am schwersten aufzugeben; die Wesen sind vom Verlangen gebunden wie Vögel in der Schlinge des Jägers.
  72. Page 61 Pajjota-Sutta Ein Deva fragt nach dem Licht der Welt, dem Wachsein der Welt und dem, was alle Wesen ernährt. Der Buddha antwortet: Weisheit ist das Licht der Welt, Achtsamkeit ist das Wachsein, Rinder sind das Hilfsmittel für die Arbeit, und der Regen ernährt alles Leben wie eine Mutter ihr Kind.
  73. Page 61–62 Araṇa-Sutta Ein Deva fragt, wer in der Welt keine feindlichen Befleckungen hat, wer nicht von seinem geübten Leben abfällt, wer das Verlangen vollständig versteht und wer, obwohl in niederer Familie geboren, dennoch von Königen geachtet wird. Der Buddha antwortet: der Asket, der das Verlangen vollständig versteht und frei von Befleckungen ist; auch wenn er niedrig geboren ist, wird er von Eltern und Königen geachtet und verehrt. Ende des achten Kapitels und des gesamten Devatā-Saṃyutta.
  74. Page 63 Paṭhamakassapa-Sutta Das Devaputta-Saṃyutta beginnt. Der junge Deva Kassapa sucht den Buddha bei Nacht auf und fragt, ob die Mönche, nachdem der Buddha ihnen den Dhamma gelehrt hat, einander auch selbst belehren. Der Buddha lässt Kassapa selbst diesen Dhamma darlegen. Er sagt, ein Mönch solle sich in wohlgesprochener Rede üben, Asketen aufsuchen, allein an einem abgeschiedenen Ort sitzen und seinen Geist zur Ruhe bringen – dem stimmt der Buddha zu.
  75. Page 63–64 Dutiyakassapa-Sutta Der junge Deva Kassapa (ein anderer) spricht einen Vers vor dem Buddha: Ein Mönch solle meditieren, befreiten Geistes sein, nach dem Ziel des Herzens streben, Entstehen und Vergehen der Welt kennen, edlen Geistes und ohne Anhaften sein, dann erlange er diesen Nutzen. Es ist ein kurzer Vers derselben Art, wie er auch im nächsten Sutta wieder auftaucht.
  76. Page 64 Māgha-Sutta Der junge Deva Māgha stellt dieselbe Rätselfrage wie im Ghatvā-Sutta: Was muss man töten, um glücklich zu leben und nicht zu trauern? Der Buddha antwortet wie zuvor: den Zorn, dessen Wurzel giftig, dessen Spitze aber süß ist. Das Töten des Zorns wird von den Edlen gelobt.
  77. Page 64–65 Māgadha-Sutta Der junge Deva Māgadha fragt, wie viele Lichter es in der Welt gibt, die die Welt erhellen. Der Buddha antwortet, es gibt vier: die Sonne, die am Tag leuchtet, den Mond, der in der Nacht leuchtet, das Feuer, das Tag und Nacht leuchtet; der vollkommen erwachte Buddha aber ist das höchste und edelste Licht, das alle übertrifft.
  78. Page 65–66 Dāmali-Sutta Der junge Deva Dāmali sagt, ein Brahmane solle unermüdlich streben, die Sinnesfreuden aufzugeben. Der Buddha antwortet, für einen Brahmanen, der die Triebe vernichtet und das andere Ufer erreicht hat, gibt es nichts mehr zu tun – wie jemand, der im Fluss noch keinen Halt gefunden hat, sich weiter bemühen muss zu schwimmen, aber nicht mehr, sobald er ans Ufer gestiegen ist.
  79. Page 66 Kāmada-Sutta Der junge Deva Kāmada sagt, was der Buddha lehrt (das heilige Leben, die Zufriedenheit, die Sammlung des Geistes und der unebene Weg), sei sehr schwer. Der Buddha antwortet Punkt für Punkt: Wer Sittlichkeit und Sammlung besitzt, wer sich an der Ruhe des Geistes erfreut und wer seine Sinne zügelt, vermag es, und die Edlen überschreiten den unebenen Weg, als wäre er eben.
  80. Page 67 Pañcālacaṇḍa-Sutta Der junge Deva Pañcālacaṇḍa preist den Buddha, der von weiter Weisheit ist und selbst in der Enge eine Öffnung (das Nibbāna) gefunden hat. Der Buddha antwortet, dass auch jene, die gut gefestigte Achtsamkeit besitzen, selbst in der Enge im Dhamma gefestigt sein können, um das Nibbāna zu erlangen.
  81. Page 67–69 Tāyana-Sutta Der junge Deva Tāyana, früher selbst Gründer einer Lehre, spricht Verse über das Bemühen, den Strom der Befleckungen zu durchschneiden, die Sinnesfreuden aufzugeben und nichts Böses zu tun, weil man es später bereut, und darüber, dass ein laxes oder beflecktes heiliges Leben keine große Frucht bringt. Am nächsten Morgen erzählt der Buddha den Mönchen von diesem Ereignis und fordert sie auf, Tāyanas Verse auswendig zu lernen, da sie nützlich und eine Grundlage des heiligen Lebens sind.
  82. Page 69–70 Candima-Sutta Der Mond-Deva wird vom Asura Rāhu ergriffen. Er gedenkt des Buddha und spricht einen Vers, in dem er beim Buddha Zuflucht nimmt. Der Buddha befiehlt Rāhu, den Mond freizulassen, da dieser beim Buddha Zuflucht genommen hat. Rāhu erschrickt, lässt ihn frei und erzählt dem Asura Vepacitti, er habe gefürchtet, sein Kopf würde in sieben Stücke zerspringen, wenn er ihn festgehalten hätte, weil der Vers des Buddha es ihm verbot.
  83. Page 70–71 Suriya-Sutta Dasselbe Ereignis wie im vorigen Sutta, doch diesmal wird der Sonnen-Deva von Rāhu ergriffen. Der Buddha fordert Rāhu auf, die Sonne, das Licht der Welt, freizulassen. Rāhu lässt sie frei und nennt Vepacitti denselben Grund: Er habe gefürchtet, sein Kopf würde zerspringen, wenn er nicht gehorcht hätte. Ende des ersten Kapitels des Devaputta-Saṃyutta.
  84. Page 72 Candimasa-Sutta Das zweite Kapitel (Anāthapiṇḍika-Vagga) beginnt. Der junge Deva Candimasa spricht einen Vers: Wer jhāna übt und die Einheit des Geistes erreicht, gelangt in Sicherheit. Der Buddha berichtigt: In Wahrheit sind es diejenigen, die jhāna üben, das Netz der Befleckungen zerschneiden und unermüdlich sind, die das andere Ufer erreichen.
  85. Page 72–73 Veṇḍu-Sutta Der junge Deva Veṇḍu preist die Menschen, die dem Wohlgegangenen begegnen und der Lehre Gotamas folgen, als glücklich. Der Buddha berichtigt: Nur wer sich entschlossen und unermüdlich zur rechten Zeit in dieser Lehre übt, gerät nicht in die Gewalt des Todes.
  86. Page 73 Dīghalaṭṭhi-Sutta Der junge Deva Dīghalaṭṭhi spricht in Rājagaha denselben Vers, der schon zuvor erschienen ist (ein Mönch solle meditieren, befreiten Geistes sein, Entstehen und Vergehen der Welt kennen), was zeigt, dass diese Lehre unter vielen Devas weit verbreitet ist.
  87. Page 73–74 Nandana-Sutta Der junge Deva Nandana fragt nach den Merkmalen dessen, der sittlich ist, der weise ist, der das Leiden überwunden hat, und dessen, den die Devas verehren. Der Buddha antwortet: Es ist derjenige, der sittlich und weise ist, sich selbst geschult hat, gesammelt ist, sich an jhāna erfreut, achtsam ist und allen Kummer und alle Triebe beendet hat – ein solcher Mensch verdient in jeder Hinsicht diese Namen.
  88. Page 74–75 Candana-Sutta Der junge Deva Candana fragt, wie man Tag und Nacht die Flut (ogha, den Strom der Befleckungen) überqueren kann, ohne in der Tiefe zu versinken, obwohl es keinen Halt gibt. Der Buddha antwortet: Wer Sittlichkeit, Weisheit, Sammlung und Tatkraft vollkommen besitzt, frei von sinnlicher Wahrnehmung und den Fesseln an die Form ist und die Freude am Dasein beendet hat, überquert die Flut, ohne zu versinken.
  89. Page 75 Vāsudatta-Sutta Der junge Deva Vāsudatta sagt, ein Mönch solle die sinnliche Gier achtsam und eilig aufgeben, wie jemand, der von einem Schwert getroffen wurde oder dessen Kopf brennt. Der Buddha fügt hinzu, man solle mit derselben Dringlichkeit die Persönlichkeitsansicht (sakkāyadiṭṭhi, die Ansicht, es gebe ein Selbst) aufgeben.
  90. Page 75 Subrahmā-Sutta Der junge Deva Subrahmā fragt: Dieser Geist ist ständig erschrocken, sowohl über Dinge, die noch nicht entstanden sind, als auch über solche, die schon entstanden sind – gibt es etwas, das nicht erschrickt? Der Buddha antwortet, dass Sicherheit für die Wesen nur durch die Erwachensglieder (bojjhaṅga), die Zügelung der Sinne und das Loslassen von allem möglich ist.
  91. Page 76 Kakudha-Sutta Der junge Deva Kakudha fragt den Buddha prüfend, ob er sich über etwas freue oder um etwas trauere. Der Buddha antwortet, er freue sich nicht und trauere nicht, denn Freude tritt stets zusammen mit Trauer auf; wer keines von beiden hat, hat die Befleckungen gelöscht und ist völlig kühl geworden. Kakudha preist ihn daraufhin: Es sei selten, einem solchen völlig erloschenen Brahmanen zu begegnen.
  92. Page 77 Uttara-Sutta Der junge Deva Uttara spricht in Rājagaha einen mahnenden Vers: Das Leben wird in jedem Augenblick dem Tod näher gebracht, es gibt keinen Schutz vor dem Alter; man soll die Gefahr im Tod sehen und Verdienste wirken, die Glück bringen. Der Buddha berichtigt die letzte Zeile: In Wahrheit soll man den Köder der Welt aufgeben und nach Frieden streben.
  93. Page 77–79 Anāthapiṇḍika-Sutta Ein junger Deva (von dem der Buddha später Ānanda enthüllt, dass es der Hausherr Anāthapiṇḍika ist, der nach seinem Tod als Deva wiedergeboren wurde) kommt und preist das Jetavana und den Dhamma des Buddha: Die Wesen werden durch Handeln, Wissen, Dhamma, Sittlichkeit und edles Leben rein, nicht durch Abstammung oder Reichtum. Außerdem rühmt er Sāriputta als jemanden, der durch Weisheit und Sittlichkeit das andere Ufer erreicht hat. Ende des zweiten Kapitels.
  94. Page 80–81 Siva-Sutta Das dritte Kapitel (Nānātitthiya-Vagga) beginnt. Der junge Deva Siva spricht eine Reihe wiederholter Verse, die lehren, man solle mit Guten verkehren und mit ihnen vertraut werden, denn wer den wahren Dhamma der Guten kennt, erlangt Weisheit, trauert nicht, glänzt unter den Verwandten und gelangt in einen guten Bereich. Der Buddha fügt am Ende hinzu, dass man so auch von allem Leid frei wird.
  95. Page 81–82 Khema-Sutta Der junge Deva Khema spricht Verse: Toren tun oft böse Taten mit bitteren Früchten, als wären sie ihre eigenen Feinde. Eine Tat, die man später bereut, ist nicht gut; eine Tat, die man nicht bereut, ist gut. Der Weise soll nicht den falschen Weg gehen wie ein Wagenlenker, der die große Straße verlässt, auf holprigem Weg fährt und dabei die Achse bricht.
  96. Page 82–85 Serī-Sutta Der junge Deva Serī fragt, warum manche Arten von Yakkhas keine Freude an Nahrung haben, während Menschen und Devas im Allgemeinen daran Freude haben. Der Buddha antwortet, wer mit Vertrauen und klarem Geist gibt, erntet die Frucht des Verdienstes in dieser und der nächsten Welt; darum soll man den Geiz überwinden und geben. Serī erzählt daraufhin von seinem früheren Leben als König Serī, einem großen Geber: Selbst als er das Geben so auf andere ausweitete, dass er selbst keine Gelegenheit mehr
  97. Page 85–86 Ghaṭīkāra-Sutta Der junge Deva Ghaṭīkāra spricht von sieben Mönchen, die befreit in der Brahmā-Welt Avihā wiedergeboren wurden, frei von Gier und Hass, und das Begehren in der Welt überwunden haben. Als der Buddha fragt, woher er sie kennt, erzählt Ghaṭīkāra, dass er in einem früheren Leben der Töpfer Ghaṭīkāra war, ein Unterstützer des Buddha Kassapa und in jenem Leben ein Freund des Bodhisatta, und sich deshalb an diese Mönche erinnert.
  98. Page 86–87 Jantu-Sutta Eine Gruppe von Mönchen im Himalaya-Wald benimmt sich ausgelassen und zerstreut und zügelt ihre Sinne nicht. Der junge Deva Jantu kommt und ermahnt sie mit Versen: Früher lebten die Schüler Gotamas genügsam, ohne Verlangen, kannten die Vergänglichkeit der Welt und machten so dem Leiden ein Ende; heute aber lassen sich manche gehen und berauschen sich. Er tadle die Nachlässigen und verneige sich vor den Unermüdlichen.
  99. Page 87–89 Rohitassa-Sutta Der junge Deva Rohitassa fragt, ob man durch Reisen das Ende der Welt erreichen kann (wo es kein Geborenwerden, Altern, Sterben, Vergehen und Wiedererscheinen gibt). Der Buddha sagt, dass man das Ende der Welt durch Reisen niemals erreichen kann. Rohitassa erzählt daraufhin von seinem früheren Leben als Seher mit der übernatürlichen Kraft, schneller als ein Pfeil zu fliegen: Hundert Jahre lang reiste er, ohne das Ende der Welt zu erreichen, und starb vorher. Der Buddha fasst zusammen, dass er di
  100. Page 89–90 Nanda-Sutta Der Göttersohn Nanda spricht Verse der Ermahnung: Die Zeit verstreicht, Tage und Nächte vergehen, und das Leben welkt Schritt für Schritt dahin. Wer die Gefahr im Tod erkennt, sollte verdienstvolle Taten vollbringen, die Glück bringen. Der Buddha ändert, wie im Uttara-Sutta, die letzte Zeile ab: Man solle vielmehr den weltlichen Köder aufgeben und nach dem Frieden streben.
  101. Page 90 Nandivisāla-Sutta Der Göttersohn Nandivisāla stellt eine Rätselfrage über einen Wagen mit vier Rädern und neun Toren, voller Gier und mit Schlamm beschmutzt (gemeint ist der Körper): Wie kann man damit die Reise (das Leben) bewältigen? Der Buddha antwortet: Wenn man Riemen und Gurte durchschneidet – das Begehren und die üble Gier – und das Verlangen mitsamt der Wurzel ausreißt, dann gelingt die Reise.
  102. Page 90–94 Susima-Sutta Ānanda fragt den Buddha, ob er mit Sāriputta zufrieden sei, und schildert ausführlich Sāriputtas Vorzüge: große, weite, schnelle und scharfe Weisheit, Genügsamkeit, Zufriedenheit und zurückgezogene Stille. Der Buddha bestätigt dies ebenso. Da kommt der Göttersohn Susima mit einem großen Gefolge von Gottheiten, um dieses Lob freudig anzuhören, leuchtend wie ein Beryll-Juwel oder glänzendes Gold, und spricht Verse zum Lob Sāriputtas als eines Weisen, der ohne Zorn, genügsam und gesammelt ist. Der
  103. Page 94–97 Nānātitthiya-Sutta – Anhänger verschiedener Lehrer Sechs Göttersöhne, die früher Schüler verschiedener Sektenführer waren (Pūraṇa Kassapa, Makkhali Gosāla, Nigaṇṭha Nātaputta und andere), kommen zum Buddha und sprechen Verse über ihre Lehrer, teils spöttisch, teils lobend; doch alle zeigen, dass diese Lehrer noch nicht frei vom Bösen oder noch befleckt sind. Selbst als sich Māra einschleicht und dazwischenredet, erkennt ihn der Buddha und entgegnet ihm, indem er die Wahrheit offenlegt. Zuletzt preist der Göttersohn Māṇavagāmiya den Buddha als de
  104. Page 98–101 Dahara-Sutta – Der Junge Beginn des Kosala-Saṃyutta. König Pasenadi von Kosala besucht den Buddha und fragt, ob er wirklich behaupte, die unübertroffene vollkommene Erleuchtung erlangt zu haben – wo doch andere große, berühmte Sektenführer dies nicht zu behaupten wagen und er selbst noch jung und erst kurz ordiniert sei. Der Buddha antwortet, es gebe vier Dinge, die man nicht geringschätzen dürfe, weil sie jung sind: einen Adligen (Khattiya), eine Schlange, ein Feuer und einen Bhikkhu, denn jedes davon kann Macht haben
  105. Page 101–102 Purisa-Sutta – Der Mensch König Pasenadi fragt, welche Dinge, wenn sie in einem Menschen entstehen, ihm Unheil, Leid und Unbehagen bringen. Der Buddha antwortet: drei Dinge, nämlich Gier (lobha), Hass (dosa) und Verblendung (moha). Sie entstehen im Menschen selbst und schädigen den Menschen mit üblem Geist, so wie die eigene Rinde den Baum schädigt, aus dem sie hervorgegangen ist.
  106. Page 102–103 Rāja-Sutta – Der König König Pasenadi fragt, ob es jemanden gibt, der nach der Geburt von Alter und Tod frei ist. Der Buddha antwortet: niemanden. Selbst bei überaus reichen Adligen, Brahmanen und Hausherren, ja selbst bei Arahants, deren Triebe versiegt sind, muss der Körper naturgemäß zerfallen. Nur die Lehre der Guten altert nicht mit der Zeit.
  107. Page 103–104 Piya-Sutta – Lieb König Pasenadi berichtet von einem Gedanken, der ihm in der Zurückgezogenheit kam: Wer liebt sich selbst, und wer nicht? Er folgert: Wer sich in Taten, Worten und Gedanken schlecht verhält, liebt sich nicht, auch wenn er behauptet, sich zu lieben, denn er behandelt sich selbst wie ein Feind seinen Feind. Wer sich dagegen gut verhält, liebt sich wirklich, auch wenn er sagt, er liebe sich nicht. Der Buddha bestätigt diesen Gedanken und fügt hinzu, dass allein das Verdienstvolle und das Üble, das j
  108. Page 104–106 Attarakkhita-Sutta – Selbstschutz König Pasenadi berichtet von seinem Gedanken in der Zurückgezogenheit: Wer schützt sich selbst, und wer nicht? Er folgert: Wer sich schlecht verhält, schützt sich nicht, selbst wenn Elefanten-, Reiter-, Wagen- und Fußtruppen ihn bewachen, denn äußerer Schutz ist kein wahrer Schutz. Wer sich dagegen gut verhält, hat sich durch den inneren Schutz geschützt, auch ohne bewachendes Heer. Der Buddha bestätigt dies und fasst zusammen, dass die Zügelung von Körper, Rede und Geist der wahre Selbstschutz
  109. Page 106–107 Appaka-Sutta – Wenige König Pasenadi berichtet von seinem Gedanken: Wenige Wesen, die großen Reichtum erlangt haben, werden nicht berauscht, nicht nachlässig, hängen nicht an Sinnesfreuden und verhalten sich anderen gegenüber nicht falsch; weit mehr werden berauscht und nachlässig. Der Buddha bestätigt dies und fügt hinzu, dass Wesen, die an Sinnesgenüssen und Besitz hängen, nicht bemerken, dass sie zu weit gehen, bis sie in die Falle geraten wie ein Wild in der Schlinge; die spätere Folge ihres Handelns ist bitter.
  110. Page 107–108 Atthakaraṇa-Sutta – Der Gerichtssaal König Pasenadi berichtet, dass er beim Richten von Rechtsfällen sieht, wie selbst reiche Adlige, Brahmanen und Hausherren wissentlich lügen um der Sinnesfreuden willen. Daher denkt er, es sei genug mit dem Richten. Der Buddha bestätigt, dass solche Reichen, die um der Sinnesfreuden willen lügen, lange Zeit Unheil und Leid erfahren werden.
  111. Page 108–109 Mallikā-Sutta König Pasenadi fragt Königin Mallikā, ob ihr jemand lieber sei als sie selbst. Sie verneint, fragt ihn zurück, und der König antwortet ebenso. Als der König dies dem Buddha berichtet, sagt dieser: Wenn man mit dem Geist alle Richtungen durchforscht, findet man niemanden, der einem lieber ist als man selbst. Alle Wesen lieben sich selbst auf diese Weise; darum soll, wer sich selbst liebt, anderen nicht schaden.
  112. Page 109–110 Yañña-Sutta – Das Opfer (Fortsetzung auf der nächsten Seite, noch nicht abgeschlossen) König Pasenadi bereitet ein großes Opfer vor: Je fünfhundert Stiere, Jungstiere, Färsen, Ziegen und Schafe werden an die Opferpfähle gebunden, und Sklaven und Arbeiter werden gezwungen, die Vorbereitungen unter Angst und Tränen zu treffen. Mehrere Bhikkhus berichten dies dem Buddha. Er beginnt daraufhin Verse zu sprechen: Opfer mit viel Töten und Leidzufügen, wie das Pferdeopfer (assamedha) und das Menschenopfer (purisamedha), bringen keine große Frucht; die Edlen nehmen an solchen Opfern nicht
  113. Page 111–112 Dasamaṃ Bandhanasuttaṃ (Bandhana-Sutta – Fesseln) Seite 111 beginnt mit den abschließenden Versen des vorigen Suttas (über das Opfer), nur wenige Zeilen, bevor der Titel des neuen Suttas folgt. König Pasenadi lässt viele Menschen mit Stricken, Holzblöcken und Ketten gefangen setzen. Bhikkhus berichten dies dem Buddha. Er sagt, die wahre Fessel sei nicht aus Eisen oder Holz, sondern die Anhaftung an Schmuck, Kinder und Ehefrauen; sie scheint locker, ist aber schwer zu lösen. Nur wer frei von Sorge um Sinnesfreuden ist, kann diese Fessel durchtre
  114. Page 113–116 Paṭhamaṃ Jaṭilasuttaṃ (Jaṭila-Sutta – Die Flechtenasketen) König Pasenadi sieht nackte Asketen, Flechtenasketen (Jaṭila), Nigaṇṭhas und Wanderasketen von ehrwürdigem Aussehen vorbeigehen, wirft sich nieder, um ihnen Ehre zu erweisen, und fragt dann den Buddha, ob diese Arahants seien oder auf dem Weg zur Arahantschaft. Der Buddha sagt, für einen Hausbewohner, der Sinnesfreuden genießt, sei das schwer zu erkennen: Erst durch langes Zusammenleben, durch Gespräche und in Zeiten der Gefahr erkennt man wirklich Sittlichkeit, Lauterkeit, Standhaftigkeit und W
  115. Page 116–118 Dutiyaṃ Pañcarājasuttaṃ (Pañcarāja-Sutta – Fünf Könige) König Pasenadi und vier weitere Könige streiten darüber, welche der Sinnesfreuden – Formen, Klänge, Düfte, Geschmäcke und Berührungen – die höchste sei. Da sie sich nicht einigen können, fragen sie den Buddha. Er sagt, welche Sinnesfreude die höchste ist, hängt davon ab, was einem Menschen am meisten gefällt, sodass er nichts anderes Besseres mehr begehrt. Der Laienanhänger Candanaṅgalika, der in der Versammlung sitzt, spricht Verse zum Lob des Buddha, der wie ein duftender Lotos alles andere an
  116. Page 118–120 Tatiyaṃ Doṇapākasuttaṃ (Doṇapāka-Sutta – Ein Scheffel Reis) König Pasenadi hat eine große Menge gekochten Reises (doṇapāka) gegessen, fühlt sich schwer und kommt so zum Buddha. Der Buddha spricht Verse: Wer achtsam ist und beim Essen das rechte Maß kennt, hat geringe Beschwerden, altert langsam und lebt lange. König Pasenadi lässt den jungen Brahmanen Sudassana diese Verse auswendig lernen und bei jeder Mahlzeit zur Mahnung vortragen. Schließlich verringert er seine Essensmenge auf nur ein Nāḷi-Maß, sein Körper wird straffer, und er äußert dankbar, dass
  117. Page 120–122 Catutthaṃ Paṭhamasaṅgāmavatthusuttaṃ (Die erste Schlacht) König Ajātasattu von Magadha zieht mit seinem Heer gegen das Land Kāsi von König Pasenadi. Beide Seiten führen Krieg; König Pasenadi wird besiegt und muss sich nach Sāvatthī zurückziehen. Bhikkhus berichten dies dem Buddha. Er sagt, König Ajātasattu habe schlechte Freunde, König Pasenadi dagegen gute Freunde, müsse aber diese Nacht wegen der Niederlage in Leid liegen. Dazu spricht er die Verse: Der Sieger erzeugt Feindschaft, der Besiegte liegt in Leid; wer aber zur Ruhe gekommen ist und Sieg wi
  118. Page 122–125 Pañcamaṃ Dutiyasaṅgāmavatthusuttaṃ (Die zweite Schlacht) König Ajātasattu greift erneut an, doch diesmal siegt König Pasenadi und nimmt Ajātasattu gefangen. Er überlegt, dass dieser ihm zwar geschadet habe, obwohl er selbst ihm nicht zuerst geschadet hatte, aber doch sein Neffe sei. So beschlagnahmt er alle Elefanten-, Reiter-, Wagen- und Fußtruppen und lässt ihn lebend frei. Der Buddha spricht Verse: Wer plündert, wird im Kreislauf des Handelns selbst geplündert; der Tor meint, er sei im Vorteil, bis sein übles Tun reift; wer tötet, wird getötet, wer
  119. Page 125 Chaṭṭhaṃ Dhītusuttaṃ (Dhītu-Sutta – Die Tochter) Während König Pasenadi beim Buddha sitzt, meldet ihm jemand, dass Königin Mallikā eine Tochter geboren hat. Der König zeigt sich unzufrieden. Der Buddha spricht daraufhin tröstende Verse: Manche Frau kann besser sein als ein Mann, wenn sie weise und sittlich ist, ihre Schwiegermutter ehrt und ihrem Gatten treu ist. Ein Sohn einer solchen Frau kann ein Held werden, ein Herr der Himmelsrichtungen, und ein Reich regieren.
  120. Page 125–126 Sattamaṃ Paṭhama-appamādasuttaṃ (Appamāda-Sutta 1 – Unermüdlichkeit) König Pasenadi fragt den Buddha, ob es eine einzige Eigenschaft gibt, die den Nutzen sowohl in diesem Leben als auch im künftigen sichert. Der Buddha antwortet: die Unermüdlichkeit (appamāda). Er vergleicht: So wie die Fußspuren aller Landtiere in der Fußspur des Elefanten, der größten von allen, Platz finden, so umfasst die Unermüdlichkeit beide Arten von Nutzen.
  121. Page 126–130 Aṭṭhamaṃ Dutiya-appamādasuttaṃ (Appamāda-Sutta 2 – Unermüdlichkeit) König Pasenadi berichtet von seinem Gedanken in der Zurückgezogenheit, dass die vom Buddha gut dargelegte Lehre nur für jemanden mit guten Freunden sei. Der Buddha bestätigt dies und erzählt, wie Ānanda einmal sagte, gute Freundschaft sei die Hälfte des heiligen Lebens; er aber habe ihn berichtigt, sie sei das ganze heilige Leben, denn wer gute Freunde hat, entwickelt den Edlen Achtfachen Pfad. Dann lehrt er König Pasenadi, unermüdlich zu sein: Die Unermüdlichkeit des Königs wirkt sich der Reihe
  122. Page 130–133 Navamaṃ Paṭhama-aputtakasuttaṃ (Aputtaka-Sutta 1 – Ohne Erben) König Pasenadi kommt, nachdem er sich um das riesige Vermögen eines verstorbenen Großkaufmanns ohne Erben gekümmert hat. Dieser hatte zu Lebzeiten kärglich gelebt, groben Reis gegessen und grobe Kleidung getragen. Der Buddha sagt, ein unedler Mensch versorge trotz großen Reichtums weder sich selbst noch Eltern, Frau und Kinder, noch gebe er Samaṇas und Brahmanen Gaben. Er gleicht einem klaren Teich im Wald, den niemand nutzt: Das Wasser versiegt nutzlos, ohne gebraucht worden zu sein.
  123. Page 133–135 Dasamaṃ Dutiya-aputtakasuttaṃ (Aputtaka-Sutta 2 – Ohne Erben) Zur selben Begebenheit erzählt der Buddha von einem früheren Leben dieses Großkaufmanns: Einst gab er dem Paccekabuddha Tagarasikhī Almosenspeise, bereute die Gabe aber später; außerdem tötete er seinen Neffen, um an dessen Erbe zu kommen. Die Frucht der Gabe ließ ihn im Himmel wiedergeboren werden und siebenmal Großkaufmann sein; die Reue über die Gabe bewirkte jedoch, dass sein Geist nicht dazu neigte, den Reichtum voll zu genießen; und die Tötung des Neffen ließ ihn lange in der Hölle brennen
  124. Page 136–140 Paṭhamaṃ Puggalasuttaṃ (Puggala-Sutta – Personen) Der Buddha erklärt König Pasenadi vier Arten von Menschen: Der aus dem Dunkel ins Dunkel geht (in niedriger Familie geboren, von hässlicher Gestalt, handelt schlecht und gelangt in die Hölle); der aus dem Dunkel ins Licht geht (niedrig geboren, handelt aber gut und gelangt in den Himmel); der aus dem Licht ins Dunkel geht (in hoher, reicher Familie geboren, handelt aber schlecht und gelangt in die Hölle); und der aus dem Licht ins Licht geht (hoch geboren, handelt gut und gelangt in den Himmel).
  125. Page 141–142 Dutiyaṃ Ayyikāsuttaṃ (Ayyikā-Sutta – Die Großmutter) König Pasenadi kommt zum Buddha, nachdem seine innig geliebte Großmutter im Alter von 120 Jahren gestorben ist. Er sagt, er hätte jede Kostbarkeit hergegeben – das Elefantenjuwel, das Pferdejuwel, Dörfer oder sogar ein ganzes Land –, um ihr Leben zu erkaufen. Der Buddha sagt, alle Wesen seien naturgemäß dem Tod unterworfen und könnten ihm nicht entkommen, so wie Tongefäße, ob gebrannt oder ungebrannt, alle zerbrechen können.
  126. Page 142–143 Tatiyaṃ Lokasuttaṃ (Loka-Sutta – Die Welt) König Pasenadi fragt, wie viele Dinge in der Welt entstehen und Unheil, Leid und Unbehagen bringen. Der Buddha antwortet kurz: drei, nämlich Gier, Hass und Verblendung. Sie schädigen den Menschen mit üblem Geist, so wie die Frucht des Bambus den Bambus zerstört, der sie hervorgebracht hat.
  127. Page 143–146 Catutthaṃ Issatthasuttaṃ (Issattha-Sutta – Bogenschießen) König Pasenadi fragt, wem man Gaben geben soll und wem gegebene Gaben große Frucht bringen. Der Buddha unterscheidet: Geben soll man dort, wo das Herz Vertrauen hat; doch Gaben an Sittliche bringen größere Frucht als Gaben an Unsittliche. Er vergleicht mit Kriegern auf dem Schlachtfeld: Gleich welchem Stand sie angehören – wer gut ausgebildet und tapfer ist und nicht flieht, auf den kann man sich verlassen. Ebenso gilt: Aus welcher Familie jemand auch in die Hauslosigkeit gezogen ist – wenn er d
  128. Page 146–149 Pañcamaṃ Pabbatūpamasuttaṃ (Pabbatūpama-Sutta – Das Gleichnis vom Berg) König Pasenadi sagt, er sei mit vielen Aufgaben eines herrschenden Königs beschäftigt. Da fragt ihn der Buddha: Wenn jemand meldete, dass aus allen vier Richtungen gewaltige Berge heranrollen, die alle Wesen zermalmen, was würde er tun? König Pasenadi antwortet, es bliebe nichts anderes, als nach dem Dhamma zu leben, rechtschaffen zu handeln und Gutes zu tun. Der Buddha sagt, ebenso rollen Alter und Tod auf ihn zu. Weder Elefanten-, Reiter-, Wagen- und Fußtruppen noch kluge Ratgeber noch Reichtu
  129. Page 150–151 Paṭhamaṃ Tapokammasuttaṃ (Tapokamma-Sutta – Askese) Kurz nach dem Erwachen denkt der Buddha in der Zurückgezogenheit, dass er von der nutzlosen Selbstkasteiung frei geworden ist. Māra, der Böse, erkennt diesen Gedanken, kommt heran und behauptet in Versen, der Buddha halte sich irrtümlich für rein, obwohl er es nicht sei, weil er den Weg der Reinheit, die Askese, aufgegeben habe. Der Buddha antwortet, er habe die höchste Reinheit durch Sittlichkeit, Sammlung und Weisheit erlangt. Māra ist besiegt und verschwindet auf der Stelle.
  130. Page 151–152 Dutiyaṃ Nāgasuttaṃ (Nāga-Sutta – Der Elefant) In einer regnerischen, stockdunklen Nacht sitzt der Buddha unter freiem Himmel. Māra, der Böse, will ihn in Furcht versetzen, nimmt die Gestalt eines riesigen, furchterregenden Elefanten an und nähert sich. Der Buddha erkennt, dass es Māra in Verkleidung ist, und sagt, im langen Kreislauf der Wiedergeburten habe er schon genug schöne und hässliche Gestalten angenommen. Māra ist besiegt und verschwindet auf der Stelle.
  131. Page 152 Tatiyaṃ Subhasuttaṃ (Subha-Sutta – Schön) In einer ähnlichen Situation versucht Māra, den Buddha zu erschrecken, indem er vielerlei seltsame Erscheinungen in schönen und hässlichen Farben hervorbringt. Der Buddha erkennt sofort, dass es Māra ist, spricht die gleichen Verse wie zuvor und fügt hinzu, dass wer in Körper, Rede und Geist wohlgezügelt ist, nicht in Māras Gewalt gerät. Da verschwindet Māra auf der Stelle.
  132. Page 152–153 Catutthaṃ Paṭhamapāsasuttaṃ (Pāsa-Sutta 1 – Die Schlinge) Im Wildpark Isipatana sagt der Buddha zu den Bhikkhus, er habe die höchste Befreiung durch gründliche Betrachtung und rechte Anstrengung erlangt, und ermuntert sie, ebenso zu handeln. Māra kommt und behauptet, der Buddha sei noch mit Māras Schlingen gebunden, himmlischen wie menschlichen, und könne nicht entkommen. Der Buddha antwortet, er sei von Māras Schlingen vollständig befreit. Māra ist besiegt und verschwindet.
  133. Page 153–154 Pañcamaṃ Dutiyapāsasuttaṃ (Pāsa-Sutta 2 – Die Schlinge) Am selben Ort sagt der Buddha zu den Bhikkhus, dass sowohl er als auch sie von allen Schlingen befreit sind. Er sendet die Bhikkhus aus, um die Lehre zum Wohl und Glück vieler Menschen zu verkünden, wobei nicht zwei denselben Weg gehen sollen; er selbst werde nach Uruvelā, zum Ort Senānigama, gehen, um die Lehre darzulegen. Māra kommt und behauptet, der Buddha sei noch mit einer großen Schlinge gebunden, ohne Aussicht auf Befreiung. Der Buddha bekräftigt, er sei von allen Schlingen befreit. Māra
  134. Page 154–156 Chaṭṭhaṃ Sappasuttaṃ (Sappa-Sutta – Die Schlange) In einer regnerischen, stockdunklen Nacht will Māra den Buddha in Furcht versetzen, nimmt die Gestalt einer großen, schreckenerregenden Schlange an und nähert sich. Der Buddha erkennt, dass es Māra ist, und spricht Verse zum Lob des Weisen, der in einer leeren Behausung mit ruhigem, festem Geist verweilt: Auch wenn ringsum wilde Tiere und Schrecken sind, auch wenn der Himmel birst und die Erde bebt, sind die Buddhas unerschütterlich, denn sie haben alle Anhaftungsgrundlagen (upadhi) abgelegt und
  135. Page 156–157 Sattamaṃ Suppatisuttaṃ (Suppati-Sutta – Schlafen) Nachdem er die ganze Nacht in Gehmeditation verbracht hat, legt sich der Buddha achtsam und klar bewusst in der Löwenhaltung nieder. Māra kommt und fragt spöttisch, warum er schlafe, obwohl die Sonne schon aufgegangen sei, als wäre er ein Unglücklicher. Der Buddha antwortet: Wer kein bindendes Begehren mehr hat und wie der Buddha alle Anhaftungsgrundlagen vollständig abgelegt hat, kann glücklich ruhen; das geht Māra nichts an.
  136. Page 157–158 Aṭṭhamaṃ Nandanasuttaṃ (Nandana-Sutta – Freude) Māra kommt und sagt: Wer Söhne hat, freut sich an den Söhnen; wer Rinder hat, freut sich an den Rindern. Die Freude der Menschen entsteht aus den Anhaftungsgrundlagen (upadhi); wer keine hat, hat keine Freude. Der Buddha entgegnet: Umgekehrt trauert, wer Söhne hat, um die Söhne, und wer Rinder hat, um die Rinder. Auch der Kummer entsteht aus den Anhaftungsgrundlagen; wer keine hat, trauert nicht. Māra ist besiegt und verschwindet.
  137. Page 158 Navamaṃ Paṭhama-āyusuttaṃ (Āyu-Sutta 1 – Lebensdauer) Der Buddha sagt zu den Bhikkhus: Das menschliche Leben ist kurz und geht weiter in die nächste Existenz; man soll Gutes tun und das heilige Leben führen, denn keiner, der geboren ist, stirbt nicht. Selbst wer am längsten lebt, lebt nur hundert Jahre oder wenig darüber. Māra widerspricht: Das menschliche Leben sei lang, man solle es nicht geringschätzen, sondern sorglos leben wie ein Säugling, der noch nicht entwöhnt ist, denn der Tod sei noch nicht gekommen. Der Buddha berichtigt: Das menschlich
  138. Page 158–159 Dasamaṃ Dutiya-āyusuttaṃ (Āyu-Sutta 2 – Lebensdauer) In ähnlicher Weise sagt Māra, Tage und Nächte vergingen nicht, das Leben höre nicht auf; das Leben der Wesen laufe immer weiter wie ein Wagenrad, das sich entlang seiner Felge dreht. Der Buddha berichtigt: Tage und Nächte vergehen wirklich, das Leben hört wirklich auf; das Leben der Wesen erschöpft sich allmählich wie das Wasser in einem kleinen Bach, das versiegt. Dieses Sutta beschließt das erste Kapitel des Māra-Saṃyutta.
  139. Page 160 Paṭhamaṃ Pāsāṇasuttaṃ (Pāsāṇa-Sutta – Der Felsbrocken) In einer regnerischen, stockdunklen Nacht am Geierberg (Gijjhakūṭa) will Māra den Buddha in Furcht versetzen und lässt große Felsbrocken in seine Nähe rollen. Der Buddha erkennt, dass es Māra ist, und sagt: Selbst wenn Māra den ganzen Geierberg einstürzen ließe, könnte er den Buddha, der recht befreit ist, nicht erschüttern. Māra ist besiegt und verschwindet.
  140. Page 160–161 Dutiyaṃ Sīhasuttaṃ (Sīha-Sutta – Der Löwe) Während der Buddha einer großen Versammlung die Lehre darlegt, will Māra die Zuhörer stören. Er kommt und fragt spöttisch, warum der Buddha inmitten der Versammlung so kühn wie ein Löwe brülle – ob er meine, einen Gegner zu haben, oder ob er glaube, schon gesiegt zu haben. Der Buddha antwortet: Der große Held, der Tathāgata, ist mit Kraft ausgestattet und hat das an die Welt bindende Begehren überwunden; darum kann er in der Versammlung kühn das Löwengebrüll erheben. Māra ist besiegt und verschw
  141. Page 161–163 Tatiyaṃ Sakalikasuttaṃ (Sakalika-Sutta – Der Steinsplitter) Der Fuß des Buddha ist von einem Steinsplitter verletzt, und er hat heftige Schmerzen, erträgt sie aber achtsam und klar bewusst und liegt in der Löwenhaltung. Māra kommt und fragt spöttisch, ob er aus Schlaftrunkenheit liege oder sich in Dichtung verliere, obwohl er noch viele Aufgaben habe und allein an einem abgeschiedenen Ort weile. Der Buddha antwortet, er liege nicht aus diesen Gründen, sondern weil er das Ziel erreicht hat und frei von Kummer ist; er ruht in Mitgefühl mit allen Wesen. Wen
  142. Page 163 Catutthaṃ Patirūpasuttaṃ (Patirūpa-Sutta – Angemessen) Im Brahmanendorf Ekasālā im Land Kosala legt der Buddha einer großen Menge von Hausleuten die Lehre dar. Māra will stören, kommt und sagt, es zieme sich nicht, dass er andere belehre; er solle sich nicht auf die Vorlieben und Abneigungen der Leute einlassen. Der Buddha antwortet: Der vollkommen Erwachte belehrt andere aus Mitgefühl und zu ihrem Wohl; der Tathāgata ist von aller Zuneigung und Abneigung befreit. Māra ist besiegt und verschwindet.
  143. Page 163–164 Pañcamaṃ Mānasasuttaṃ (Mānasa-Sutta – Die Schlinge des Geistes) Māra kommt und sagt, es gebe eine Schlinge, die in der Luft schwebt, die Schlinge des Geistes; mit ihr werde er den Buddha binden, sodass er nicht entkommen könne. Der Buddha antwortet: An allen erfreulichen Formen, Klängen, Düften, Geschmäcken und Berührungen hat er nun keinen Gefallen mehr. Māra ist besiegt und verschwindet.
  144. Page 164–165 Chaṭṭhaṃ Pattasuttaṃ (Patta-Sutta – Die Almosenschalen) Der Buddha legt den aufmerksam zuhörenden Bhikkhus die Lehre von den fünf Aneignungsgruppen (upādānakkhandha) dar. Māra will stören, während die Almosenschalen der Bhikkhus unter freiem Himmel stehen, nimmt die Gestalt eines Stiers an und geht auf die Schalen zu. Ein Bhikkhu sorgt sich, der Stier könnte die Schalen zerbrechen. Der Buddha sagt ihm, das sei kein echter Stier, sondern Māra, der stören wolle. Dann spricht er Verse zu Māra: Form, Gefühl, Wahrnehmung, Bewusstsein und alle Gestaltungen
  145. Page 165 Sattamaṃ Āyatanasuttaṃ (Āyatana-Sutta – Die Sinnesgrundlagen) — Text am Ende dieses Abschnitts abgeschnitten In Vesālī legt der Buddha den aufmerksam zuhörenden Bhikkhus die Lehre von den sechs Kontaktgrundlagen dar. Māra beginnt, wie im vorigen Sutta, zu überlegen, wie er stören könnte. Doch der Text bricht am Ende von Seite 165 dieses Abschnitts mitten im Satz ab, bevor das Gespräch zwischen Māra und dem Buddha erscheint; der Inhalt ist daher unvollständig.
  146. Page 166 Āyatanasuttaṃ (Schlussteil — der Titel des Suttas erscheint in dieser Datei nicht; Fortsetzung des zuvor abgeschnittenen Textes) Māra versucht, ein schreckliches Getöse zu erzeugen, als bräche die Erde auf, damit die Bhikkhus in Furcht geraten und aufhören, der Lehre zuzuhören. Der Buddha erkennt, dass es Māra ist, und sagt: Formen, Klänge, Düfte, Geschmäcke, Berührungen und alle Geistobjekte sind der furchtbare Köder der Welt; doch die achtsamen Schüler des Buddha können ihn überwinden und leuchten wie die Sonne.
  147. Page 166–167 Aṭṭhamaṃ Piṇḍasuttaṃ (Piṇḍa-Sutta – Almosenspeise) Der Buddha geht im Brahmanendorf Pañcasālā auf Almosengang, doch Māra beeinflusst die Dorfbewohner, ihm keine Speise zu geben, sodass er mit leerer Schale zurückkehrt. Als Māra spöttisch fragt, ob er Almosen bekommen habe, antwortet der Buddha, dass ihn das Übel, das Māra angerichtet hat, nicht erschüttert, und dass er glücklich ist wie die Ābhassara-Götter, deren Nahrung die Freude ist. Māra ist besiegt und verschwindet auf der Stelle.
  148. Page 167–169 Navamaṃ Kassakasuttaṃ (Kassaka-Sutta – Der Bauer) Māra nimmt die Gestalt eines Bauern mit Pflug und Treibstock an und fragt den Buddha nach verlorenen Rindern, wobei er andeutet, dass Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist und ihre Objekte alle Māra gehören. Der Buddha antwortet: Für jemanden, der noch anhaftet, gehören sie tatsächlich Māra; doch wer nicht mehr an der Vorstellung „das ist mein“ festhält, zu dem hat Māra keinen Zugang. Māra gibt auf und verschwindet.
  149. Page 169–171 Dasamaṃ Rajjasuttaṃ (Rajja-Sutta – Herrschaft) In der Zurückgezogenheit überlegt der Buddha, ob man in Rechtschaffenheit herrschen könnte. Māra erkennt den Gedanken und ermuntert ihn, König zu werden; er schlägt sogar vor, den Himalaya in Gold zu verwandeln. Der Buddha antwortet: Selbst ein ganzer Berg aus Gold genügt nicht für das Verlangen eines einzigen Menschen; wer das Leiden und dessen Ursache sieht, neigt sich nicht mehr den Sinnesfreuden zu. Māra ist besiegt und verschwindet. Ende des zweiten Kapitels des Māra-Saṃyutta.
  150. Page 172–174 Paṭhamaṃ Sambahulasuttaṃ (Sambahula-Sutta – Viele Bhikkhus) Māra nimmt die Gestalt eines alten Brahmanen an, geht zu vielen jungen Bhikkhus, die sich eifrig üben, und versucht sie zu überreden, das Mönchsleben aufzugeben und in der Jugend Sinnesfreuden zu genießen, bevor sie alt werden. Die Bhikkhus antworten, sie hätten nicht das hier und jetzt erfahrbare Glück aufgegeben, um vergänglichem Glück nachzulaufen, denn Sinnesfreuden sind vergänglich und voller Leid. Als sie dem Buddha davon berichten, bestätigt er, dass es Māra war, und spricht Verse: Wer da
  151. Page 174–176 Dutiyaṃ Samiddhisuttaṃ (Samiddhi-Sutta) Der Ehrwürdige Samiddhi empfindet Freude darüber, dass er das Glück hat, einen solchen Lehrer und sittliche Gefährten im heiligen Leben zu haben. Māra erzeugt ein schreckliches Getöse, als bräche die Erde auf, um seine Sammlung zu stören. Als der Buddha darauf hinweist, dass dies Māra ist, kehrt Samiddhi zu seiner Übung zurück; doch Māra stört erneut. Da spricht Samiddhi Verse: Er sei aus Vertrauen in die Hauslosigkeit gezogen, habe Achtsamkeit und Weisheit und einen wohlgesammelten Geist; welch
  152. Page 176–179 Tatiyaṃ Godhikasuttaṃ (Godhika-Sutta) Der Ehrwürdige Godhika erreicht siebenmal eine zeitweilige Befreiung des Geistes, verliert sie aber sechsmal wieder. Daher denkt er daran, sich mit einem Messer das Leben zu nehmen, damit sie nicht wieder verloren geht. Māra erkennt den Gedanken und eilt zum Buddha, um ihn zu bitten, dies zu verhindern. Doch Godhika hat sich bereits das Leben genommen und ist ins endgültige Nibbāna eingegangen, mit einem Bewusstsein, das keine Stütze mehr hat. Als Māra das Bewusstsein Godhikas sucht und nicht fi
  153. Page 179–181 Catutthaṃ Sattavassasuttaṃ (Sattavassa-Sutta – Sieben Jahre) Māra folgt dem Buddha sieben Jahre lang, um eine Gelegenheit zu finden, ihm einen Fehler nachzuweisen, findet aber nie eine Lücke. Er fragt, ob der Buddha im Wald trauere. Der Buddha sagt, er habe die Wurzel des Kummers völlig durchtrennt und halte an nichts mehr als „mein“ fest. Er vergleicht Māra mit einer Krabbe, der Kinder die Scheren abgebrochen haben, sodass sie nicht mehr ins Wasser zurück kann. Māra spricht Verse der Niederlage und vergleicht sich mit einer Krähe, die einen Stein für ein
  154. Page 181–186 Pañcamaṃ Māradhītusuttaṃ (Māradhītu-Sutta – Māras Töchter) Nach Māras Niederlage erbieten sich seine drei Töchter Taṇhā, Aratī und Ragā, den Buddha zu verführen, und zeigen sich in Gestalten verschiedenen Alters (junge Mädchen, Frauen, die noch nicht geboren haben, Frauen nach einer Geburt, Frauen mittleren Alters, ältere Frauen). Doch der befreite Buddha schenkt ihnen keinerlei Beachtung. Er sagt, er habe keine Begierde, durch die er verführt werden könnte, und habe Māras Bereich bereits überschritten. Schließlich geben die drei Töchter ihre Niederlage
  155. Page 188–189 Paṭhamaṃ Āḷavikāsuttaṃ (Āḷavikā-Sutta) Beginn des Bhikkhunī-Saṃyutta. Die Bhikkhunī Āḷavikā zieht sich in den Andhavana-Wald zurück. Māra droht ihr, es gebe kein Entrinnen aus der Welt, darum solle sie lieber Sinnesfreuden genießen, statt in Abgeschiedenheit zu leben. Sie erkennt, dass es Māra ist, und antwortet, sie habe das Entrinnen durch Weisheit gefunden. Sinnesfreuden gleichen Speeren und Spießen, die die Daseinsgruppen durchbohren; was Māra Freude an den Sinnen nennt, daran hat sie keinerlei Freude. Māra ist besiegt und versch
  156. Page 189–190 Dutiyaṃ Somāsuttaṃ (Somā-Sutta) Die Bhikkhunī Somā weilt zurückgezogen im Andhavana-Wald. Māra kommt und sagt, der Zustand, den die Weisen erreichen, sei überaus schwer zu erlangen; eine Frau mit ihrer „Zwei-Finger-Weisheit“ könne ihn niemals erreichen. Sie erkennt, dass es Māra ist, und antwortet: Wenn der Geist gut gesammelt ist und die Erkenntnis die Wahrheit richtig durchschaut, spielt es für die Verwirklichung keine Rolle, ob man Frau oder Mann ist; solche Worte passen nur zu Māra. Māra ist besiegt und verschwindet.
  157. Page 190–191 Tatiyaṃ Gotamīsuttaṃ (Gotamī-Sutta) Die Bhikkhunī Kisāgotamī, die einst ein Kind verloren hat, weilt in Zurückgezogenheit. Māra kommt und fragt spöttisch, ob sie allein im Wald weine und um ihr totes Kind klage. Sie erkennt, dass es Māra ist, und antwortet, sie habe den Verlust von Kindern unzählige Male hinter sich gelassen; daher trauere sie nicht mehr und fürchte sich nicht, denn sie habe die Masse der Dunkelheit zerstört und das Heer des Todes besiegt. Māra ist besiegt und verschwindet.
  158. Page 191–192 Catutthaṃ Vijayāsuttaṃ (Vijayā-Sutta) Māra umwirbt die Bhikkhunī Vijayā und lädt sie ein, sich mit ihm an Musik zu vergnügen. Sie erkennt, dass es Māra ist, und antwortet, sie gebe ihm die erfreulichen Formen, Klänge, Düfte, Geschmäcke und Berührungen zurück, denn sie brauche sie nicht mehr. Sie empfindet Widerwillen gegen diesen verfallenden Körper und hat das sinnliche Begehren aus ihrem Geist entfernt; für Wesen im Bereich der Form wie des Formlosen hat sie die Dunkelheit völlig zerstört. Māra ist besiegt und verschwindet.
  159. Page 192–194 Pañcamaṃ Uppalavaṇṇāsuttaṃ (Uppalavaṇṇā-Sutta) Māra kommt zur Bhikkhunī Uppalavaṇṇā, die allein unter einem voll blühenden Sāla-Baum steht, und droht, da sie keine Begleitung habe, solle sie sich vor Schurken fürchten, die ihr etwas antun könnten. Sie antwortet furchtlos: Selbst wenn hunderttausend Schurken kämen, könnten sie ihr nichts anhaben, denn sie besitzt die übernatürliche Kraft, zu verschwinden oder sich zu verbergen, und ihr Geist ist durch die gut entwickelten Grundlagen der Kraft (iddhipāda) von allen Fesseln befreit. Māra ist be
  160. Page 194 Chaṭṭhaṃ Cālāsuttaṃ (Cālā-Sutta) Māra fragt die Bhikkhunī Cālā, warum sie an der Geburt keinen Gefallen finde, denn wer geboren ist, könne die Sinnesfreuden genießen. Sie antwortet: Wer geboren ist, erfährt den Tod, sieht Leid, wird gefangen, getötet und bedrängt. Der Buddha hat ihr die Lehre dargelegt, um die Geburt zu überschreiten und alles Leiden aufzugeben; wer das Erlöschen nicht erkannt hat, muss wiedergeboren werden. Māra ist besiegt und verschwindet.
  161. Page 195 Sattamaṃ Upacālāsuttaṃ (Upacālā-Sutta) Māra fragt die Bhikkhunī Upacālā, in welcher Existenz sie wiedergeboren werden möchte. Sie antwortet, sie wolle in keiner Existenz wiedergeboren werden. Da versucht Māra sie zu überreden, den Wunsch zu fassen, als Gottheit in einem der Himmel wiedergeboren zu werden. Sie antwortet, auch diese Götter seien noch von Sinnesfreuden gefesselt und gerieten wieder in Māras Gewalt; ihr Geist erfreut sich nur am unerschütterlichen Zustand jenseits der Reichweite gewöhnlicher Menschen und jenseits von Mār
  162. Page 195–196 Aṭṭhamaṃ Sīsupacālāsuttaṃ (Sīsupacālā-Sutta) Māra fragt die Bhikkhunī Sīsupacālā, wessen Lehre sie anhänge. Sie antwortet, sie hänge keiner Lehre an. Māra fragt weiter, warum sie dann ihr Haar geschoren habe und wie eine Samaṇī gekleidet sei. Sie antwortet: Die äußeren Lehren hängen alle an Ansichten; doch der Buddha, aus dem Sakya-Geschlecht geboren, der alles überwunden hat und überall befreit ist, ist ihr Lehrer; daher vertraut sie allein seiner Lehre. Māra ist besiegt und verschwindet.
  163. Page 196–197 Navamaṃ Selāsuttaṃ (Selā-Sutta) Māra fragt die Bhikkhunī Selā, wer diesen Körper erschaffen habe, wo er entstehe und wo er vergehe. Sie erkennt, dass es Māra ist, und antwortet: Dieser Körper ist weder von selbst noch von einem anderen geschaffen, sondern entsteht aufgrund von Ursachen und Bedingungen und vergeht, wenn diese vergehen – so wie ein Samen keimt, weil er auf Erde und den Saft im Samen angewiesen ist. Ebenso entstehen und vergehen die Daseinsgruppen, Elemente und Sinnesgrundlagen gemäß ihren Bedingungen. Māra ist b
  164. Page 197–199 Dasamaṃ Vajirāsuttaṃ (Vajirā-Sutta) Māra stellt der Bhikkhunī Vajirā dieselbe Frage wie der Bhikkhunī Selā: Wer hat dieses Wesen erschaffen? Sie erkennt, dass es Māra ist, und antwortet: Das Wort „Wesen“ ist nur Māras eigene Ansicht; in Wirklichkeit gibt es nur einen Haufen reiner Gestaltungen, kein wirkliches Wesen – so wie das Wort „Wagen“ durch das Zusammenfügen verschiedener Teile entsteht. In Wahrheit entsteht, besteht und vergeht nur Leiden. Māra ist besiegt und verschwindet. Damit endet das Bhikkhunī-Saṃyutta mit seinen 10
  165. Page 200–203 Paṭhamaṃ Āyācanasuttaṃ (Āyācana-Sutta – Die Bitte) Beginn des Brahma-Saṃyutta. Kurz nach dem Erwachen denkt der Buddha, dass die Lehre, die er verwirklicht hat, tief ist und für Wesen, die sich am Anhaften erfreuen, schwer zu verstehen; daher neigt er dazu, die Lehre nicht darzulegen. Brahmā Sahampati erkennt diesen Gedanken, kommt und bittet ihn, die Lehre darzulegen, denn es gebe Wesen mit wenig Staub in den Augen, die sie verstehen könnten. Der Buddha überblickt die Welt mit dem Buddha-Auge und sieht die Wesen wie Lotosblumen in einem Teich,
  166. Page 203–206 Dutiyaṃ Gāravasuttaṃ (Gārava-Sutta – Ehrerbietung) Der Buddha denkt, es sei leidvoll, ohne jemanden zu leben, den man verehrt; daher sucht er einen Samaṇa oder Brahmanen, den er ehren und auf den er sich stützen könnte. Doch er sieht, dass niemand in der Welt in Sittlichkeit, Sammlung, Weisheit, Befreiung und Wissen und Schauen der Befreiung vollkommener ist als er selbst. So beschließt er, stattdessen die Lehre zu ehren, die er selbst verwirklicht hat. Brahmā Sahampati kommt und bestätigt, dass die Buddhas der Vergangenheit, der Gegenwart und d
  167. Page 206–208 Tatiyaṃ Brahmadevasuttaṃ (Brahmadeva-Sutta) Der Ehrwürdige Brahmadeva, Sohn einer Brahmanin, ist in die Hauslosigkeit gezogen und hat die Arahantschaft erlangt. Er geht auf Almosengang zum Haus seiner Mutter, die regelmäßig dem Brahmā Opfer darbringt. Brahmā Sahampati kommt und ermahnt die Brahmanin, die Brahma-Welt sei viel zu weit entfernt, um diese Opfergaben zu empfangen; vielmehr sei ihr eigener Sohn, der zum Almosengang kommt, der wahrhaft Gabenwürdige, denn er ist ein Bhikkhu, frei von Befleckungen, würdig der Verehrung durch alle
  168. Page 208–211 Catutthaṃ Bakasuttaṃ (Baka-Sutta) Der Brahmā Baka hat die falsche Ansicht, seine Brahma-Welt sei ewig und beständig, ohne Geburt und Tod, und es gebe nichts Höheres darüber hinaus. Der Buddha begibt sich in diese Brahma-Welt und widerspricht: Baka sei noch in Unwissenheit befangen und halte das Unbeständige für beständig. Baka versucht, mit seiner langen Lebensdauer zu prahlen, doch der Buddha sagt, er kenne Bakas Lebensdauer und die Geschichte seiner früheren Leben besser, als Baka sich selbst erinnern könne, einschließlich der
  169. Page 211–215 Pañcamaṃ Aparādiṭṭhisuttaṃ (Aparādiṭṭhi-Sutta – Eine andere Ansicht) Ein Brahmā hat die falsche Ansicht, kein Samaṇa oder Brahmane könne in seine Brahma-Welt gelangen. Der Buddha begibt sich dorthin und sitzt mittels der Kraft des Feuerelements über diesem Brahmā in der Luft. Ihm folgen Mahāmoggallāna, Mahākassapa, Mahākappina und Anuruddha, die es mit dem himmlischen Auge wahrgenommen haben, und setzen sich ebenfalls rings um den Brahmā. Mahāmoggallāna fragt den Brahmā, ob er noch an seiner früheren Ansicht festhalte. Der Brahmā antwortet, er habe sie aufgegeben
  170. Page 215–217 Chaṭṭhaṃ Pamādasuttaṃ (Pamāda-Sutta – Nachlässigkeit) Während der Buddha in Zurückgezogenheit weilt, sehen die unabhängigen Brahmās Subrahmā und Suddhāvāsa, dass ein Brahmā in seiner glänzenden Brahma-Welt berauscht und nachlässig lebt, und gehen hin, um ihn zu ermahnen. Der Brahmā ist unzufrieden und erschafft viele Gestalten von sich, um Subrahmā mit seiner Kraft einzuschüchtern; doch Subrahmā erschafft noch mehr Gestalten und sagt, der Buddha habe noch größere Kraft als sie beide. Der Brahmā wird durch die mahnenden Verse erschüttert, man solle
  171. Page 217–218 Sattamaṃ Paṭhamakokālikasuttaṃ (Kokālika-Sutta 1) Während der Buddha in Zurückgezogenheit weilt, kommen die unabhängigen Brahmās Subrahmā und Suddhāvāsa zu ihm und sprechen Verse über den Bhikkhu Kokālika: Wer versucht, das Unermessliche – die Tugenden der Edlen – mit seinem oberflächlichen Wissen zu ermessen, gilt als bloßer Weltling, von Unwissenheit verhüllt. Dies ist eine vorausgreifende Mahnung zu Kokālikas Verhalten, das im folgenden Sutta deutlich wird.
  172. Page 218 Aṭṭhamaṃ Tissakasuttaṃ (Tissaka-Sutta) Ähnlich wie im vorigen Sutta spricht der unabhängige Brahmā Suddhāvāsa vor dem Buddha Verse über einen Bhikkhu namens Katamoraka-Tissaka. Der Inhalt wiederholt fast vollständig die vorigen Verse: Wer versucht, das Unermessliche mit seiner engen Weisheit zu ermessen, ist ein bloßer Weltling, der noch nicht von den fesselnden Befleckungen befreit ist.
  173. Page 218–219 Navamaṃ Tudubrahmasuttaṃ (Tudubrahma-Sutta) Der Ehrwürdige Kokālika ist schwer krank. Der unabhängige Brahmā Tudu kommt und ermahnt ihn, Vertrauen zu Sāriputta und Moggallāna zu fassen, die von schöner Sittlichkeit sind. Doch Kokālika, dem einst vorhergesagt worden war, ein Nichtwiederkehrer zu sein, weist ihn ab und beschimpft die beiden Älteren. Tudu tadelt ihn, dies sei Kokālikas eigener Fehler, und spricht mahnende Verse: Üble Rede ist wie eine Axt, die im Mund des Toren entsteht und ihn selbst verletzt; wer die Edlen mit übler Rede u
  174. Page 219–220 Dasamaṃ Dutiyakokālikasuttaṃ (Kokālika-Sutta 2 – Text am Ende dieser Datei abgeschnitten, noch nicht abgeschlossen) Kokālika geht direkt zum Buddha und beschuldigt Sāriputta und Moggallāna, üble Wünsche zu hegen. Der Buddha mahnt ihn dreimal, Vertrauen zu den beiden Älteren zu fassen, doch Kokālika bleibt jedes Mal bei seiner Anschuldigung. Nicht lange nachdem er sich von seinem Sitz erhoben hat und fortgegangen ist, bilden sich am ganzen Körper Kokālikas Blasen von der Größe von Senfkörnern, die allmählich immer größer werden, bis sie die Größe von Bael-Früchten erreichen. Der Text bricht in dieser Datei mit
  175. Page 221–224 Kokālikasuttaṃ (Schluss) Fortsetzung vom Anfang (der nicht in diesem Abschnitt enthalten ist): Es wird erzählt, wie der Ehrwürdige Kokālika, der Sāriputta und Moggallāna verleumdet hatte, erkrankt, bis sein Körper in Beulen von Senfkorngröße aufbricht, stirbt und in der Paduma-Hölle wiedergeboren wird. Brahmā Sahampati überbringt dem Buddha diese Nachricht. Als ein Bhikkhu nach der Lebensdauer in der Paduma-Hölle fragt, erklärt der Buddha es mit dem Gleichnis vom Zählen von Sesamkörnern und der Abfolge der Höllen Abbuda
  176. Page 225 Paṭhamaṃ Sanaṅkumārasuttaṃ (Sanaṅkumāra-Sutta) Der Brahmā Sanaṅkumāra kommt zum Buddha am Ufer des Flusses Sappinī bei Rājagaha und spricht Verse: Unter den Menschen, die auf ihre Abstammung achten, ist der Adlige (Khattiya) der Beste; wer aber in Wissen und Wandel vollendet ist, ist der Beste unter Göttern und Menschen. Der Buddha stimmt dem zu.
  177. Page 225–226 Dutiyaṃ Devadattasuttaṃ (Devadatta-Sutta) Kurz nachdem Devadatta den Geierberg (Gijjhakūṭa) verlassen hat, kommt Brahmā Sahampati zum Buddha und spricht vergleichende Verse: So wie die Frucht die Bananenstaude, den Bambus und das Schilfrohr tötet, so tötet Gewinn und Ehre den üblen Menschen – wie der Embryo die Mauleselin tötet. Damit wird auf Devadattas Niedergang hingewiesen, der durch Gewinn und Ehre zerstört wurde.
  178. Page 226–227 Tatiyaṃ Andhakavindasuttaṃ (Andhakavinda-Sutta) In einer dunklen Nacht mit leichtem Nieselregen sitzt der Buddha im Dorf Andhakavinda unter freiem Himmel. Brahmā Sahampati kommt zu ihm und spricht Verse zum Lob des Lebens an abgeschiedenen Wohnstätten und der Übung zur Befreiung von den Fesseln (saṃyojana). Er schildert Bhikkhus, die selbst inmitten von Donner und Blitz unerschütterlich bleiben, und sagt, dass in dieser Lehre und Disziplin viele Pfad und Frucht erlangt haben.
  179. Page 227–231 Catutthaṃ Aruṇavatīsuttaṃ (Aruṇavatī-Sutta) Der Buddha erzählt eine Geschichte aus ferner Vergangenheit über den Buddha Sikhī und seinen Schüler, den Bhikkhu Abhibhū, die in die Brahma-Welt gingen, um die Lehre darzulegen, und verschiedene übernatürliche Wunder vollbrachten (sichtbar werden und verschwinden). Abhibhū sprach auch Verse der Ermunterung zur eifrigen Bemühung in der Lehre, mit einer Stimme, die durch zehntausend Weltsysteme hallte. Der Buddha fragt die Bhikkhus, ob sie diese Verse gehört haben, und die Bhikkhus bestätigen, da
  180. Page 231–234 Pañcamaṃ Parinibbānasuttaṃ (Parinibbāna-Sutta) Bericht über das Parinibbāna des Buddha in Kusinārā. Seine letzten Worte lauten: „Alle Gestaltungen sind dem Vergehen unterworfen; vollendet euch in Unermüdlichkeit.“ Dann tritt er der Reihe nach in die Vertiefungen (jhāna) ein, bis er ins Parinibbāna eingeht. Es folgen Verse von Brahmā Sahampati, Sakka, Ānanda und Anuruddha, die die Unbeständigkeit und den Frieden des Erlöschens widerspiegeln. Den Abschluss bilden die Zusammenfassungsverse des Brahma-Pañcaka und das Ende des Brahma-Saṃyutta.
  181. Page 235–237 Paṭhamaṃ Dhanañjānīsuttaṃ (Dhanañjānī-Sutta) Beginn des Brāhmaṇa-Saṃyutta, Arahant-Kapitel. Die Brahmanin Dhanañjānī, die dem Dreifachen Juwel vertraut, äußert unwillkürlich den Ausruf „Namo tassa …“, während sie ihrem Mann dient. Ihr Mann, ein Brahmane aus dem Bhāradvāja-Geschlecht, wird zornig und beschließt, mit dem Buddha zu debattieren. Dort angekommen, fragt er in Versen, was man töten müsse, um glücklich zu leben. Der Buddha antwortet: Wer den Zorn tötet, lebt glücklich und trauert nicht. Der Brahmane gewinnt Vertrauen, bittet um di
  182. Page 237–239 Dutiyaṃ Akkosakasuttaṃ (Akkosaka-Sutta – Der Schmähende) Der Brahmane Akkosaka Bhāradvāja (der Bruder von Dhanañjānīs Mann) ist zornig darüber, dass sein Bruder ordiniert wurde, und beschimpft den Buddha mit groben Worten. Der Buddha antwortet mit dem Gleichnis eines Geschenks, das der Empfänger nicht annimmt und das daher dem Geber verbleibt, und sagt: Wer dem Zornigen nicht mit Zorn antwortet, gewinnt eine schwer zu gewinnende Schlacht. Der Brahmane gewinnt Vertrauen, bittet um die Ordination und erlangt die Arahantschaft.
  183. Page 239–240 Tatiyaṃ Asurindakasuttaṃ (Asurindaka-Sutta) Der Brahmane Asurindaka Bhāradvāja beschimpft den Buddha ebenfalls mit groben Worten. Als der Buddha schweigt, behauptet der Brahmane, er habe gesiegt. Da sagt der Buddha: Nur der Tor glaubt, durch grobe Worte zu siegen; in Wahrheit ist der Sieger, wer mit Weisheit Geduld übt. Der Brahmane gewinnt Vertrauen, bittet um die Ordination und erlangt die Arahantschaft.
  184. Page 240–241 Catutthaṃ Bilaṅgikasuttaṃ (Bilaṅgika-Sutta) Der Brahmane Bilaṅgika Bhāradvāja steht schweigend mit feindseligen Gedanken da. Der Buddha erkennt dies mit seinem Geist und spricht Verse: Wer einem Schuldlosen schadet, auf den fällt das Übel zurück wie feiner Staub, der gegen den Wind geworfen wird. Der Brahmane gewinnt Vertrauen, bittet um die Ordination und erlangt die Arahantschaft.
  185. Page 241–242 Pañcamaṃ Ahiṃsakasuttaṃ (Ahiṃsaka-Sutta) Der Brahmane Ahiṃsaka Bhāradvāja rühmt sich seines Namens „Ahiṃsaka“ (der Nicht-Schädigende). Der Buddha sagt: Wirklich Ahiṃsaka heißt man erst dann, wenn man anderen weder mit Körper noch Rede noch Geist schadet, so wie es dem eigenen Namen entspricht. Der Brahmane gewinnt Vertrauen, bittet um die Ordination und erlangt die Arahantschaft.
  186. Page 242–243 Chaṭṭhaṃ Jaṭāsuttaṃ (Jaṭā-Sutta – Das Verfilzte) Der Brahmane Jaṭā Bhāradvāja fragt in Versen, wer das „Verfilzte“, die Verstrickung der Wesen, entwirren könne. Der Buddha antwortet: Wer weise ist, in Sittlichkeit gefestigt, Geist und Weisheit entwickelt, eifrig und umsichtig ist, kann dieses Verfilzte entwirren; und wer Gier, Hass und Verblendung vernichtet hat (der Arahant), hat es wahrhaft entwirrt.
  187. Page 243–244 Sattamaṃ Suddhikasuttaṃ (Suddhika-Sutta – Reinheit) Der Brahmane Suddhika Bhāradvāja spricht Verse: Kein Brahmane in der Welt wird allein durch Sittlichkeit oder Askese rein, außer wer in Wissen und Wandel vollendet ist. Der Buddha ergänzt: Reinheit kommt nicht von der Geburt oder vom Rezitieren von Mantras, sondern wer reinen Herzens, frei von Falschheit und standhaft im Bemühen ist, kann, gleich aus welchem Stand er stammt, die höchste Reinheit erlangen.
  188. Page 244–245 Aṭṭhamaṃ Aggikasuttaṃ (Aggika-Sutta) Der Brahmane Aggika Bhāradvāja bereitet Milchreis als Feueropfer vor. Als der Buddha zum Almosengang kommt, sagt der Brahmane, wer die dreifache Wissenschaft besitze, sei würdig, diesen Milchreis zu essen. Der Buddha definiert die dreifache Wissenschaft neu: sich an frühere Leben erinnern, mit dem himmlischen Auge das Vergehen und Wiedererscheinen der Wesen sehen und die Triebe (āsava) vernichten; sie entsteht nicht durch Geburt. Obwohl er zum Essen eingeladen wird, lehnt der Buddha Speise ab, d
  189. Page 245–249 Navamaṃ Sundarikasuttaṃ (Sundarika-Sutta) Der Brahmane Sundarika Bhāradvāja bringt am Flussufer ein Feueropfer dar und sucht danach jemanden, der die übrigen Opfergaben verdient. Er findet den Buddha, der mit verhülltem Kopf dasitzt. Zunächst verachtet er ihn als Kahlgeschorenen; als er aber nach seiner Herkunft fragt, sagt der Buddha, man solle nicht nach der Herkunft, sondern nach dem Verhalten fragen; auch jemand aus niedriger Familie könne durch seine Tugend ein edler Weiser werden. Als der Brahmane die Opfergabe auf Anraten ins Was
  190. Page 249–252 Dasamaṃ Bahudhītisuttaṃ (Bahudhīti-Sutta – Viele Töchter) Ein Brahmane aus dem Bhāradvāja-Geschlecht sucht nach 14 verlorenen Ochsen und findet den Buddha, der friedlich im Wald sitzt. Spöttisch spricht er Verse und vergleicht: Der Buddha habe wohl nicht die vielen Sorgen, die er selbst hat (verlorene Ochsen, missratene Felder, Schulden usw.), und lebe darum glücklich. Der Buddha antwortet mit Versen derselben Form und bestätigt, dass er diese Sorgen tatsächlich nicht hat und darum glücklich ist. Der Brahmane gewinnt Vertrauen, bittet um die Ordination
  191. Page 253–255 Paṭhamaṃ Kasisuttaṃ (Kasi-Sutta – Das Pflügen) Beginn des Laienanhänger-Kapitels. Der wohlhabende Brahmane Kasi Bhāradvāja sagt zum Buddha, der auf Almosen wartend dasteht: Er selbst pflüge und säe und esse dann; der Buddha solle es ebenso machen. Der Buddha antwortet mit den berühmten Versen, auch er pflüge, doch mit Vertrauen als Saat, Weisheit als Joch, Achtsamkeit als Pflugschar und Tatkraft als Zugochsen; die Ernte ist die Befreiung von allem Leiden. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bietet Milchreis an, doch der Buddha lehnt Speise ab
  192. Page 255–257 Dutiyaṃ Udayasuttaṃ (Udaya-Sutta) Der Brahmane Udaya gibt dem Buddha drei Tage hintereinander Almosen. Am dritten Tag beklagt er sich, dieser Samaṇa komme immer wieder. Der Buddha spricht Verse: Säen, Ernten und Geben geschehen immer wieder und führen immer wieder zur Wiedergeburt im Himmel; wer aber den Pfad erlangt hat, muss nicht mehr wiedergeboren werden. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, lebenslang Laienanhänger sein zu dürfen.
  193. Page 257–258 Tatiyaṃ Devahitasuttaṃ (Devahita-Sutta) Als der Buddha an einem Windleiden erkrankt ist, bittet der Ehrwürdige Upavāṇa den Brahmanen Devahita um warmes Wasser. Dieser gibt es gern, und die Beschwerden lassen nach. Der Brahmane Devahita fragt, wem man geben solle, damit die Gabe große Frucht bringt. Der Buddha sagt: Gaben an jemanden, der sich an frühere Leben erinnert, das Umherwandern der Wesen sieht und die Triebe vernichtet hat (einen Arahant), bringen große Frucht. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, Laienanhänger sei
  194. Page 258–260 Catutthaṃ Mahāsālasuttaṃ (Mahāsāla-Sutta – Der reiche Brahmane) Ein alter, reicher Brahmane in ärmlicher Kleidung berichtet, dass seine vier Söhne ihn auf Anstiften ihrer Frauen aus dem Haus gejagt haben. Der Buddha lehrt ihn Verse, die er vor der Versammlung und seinen Söhnen vortragen soll; darin werden undankbare Söhne mit Dämonen (yakkha) in Gestalt von Söhnen verglichen. Die Söhne bereuen, holen ihn nach Hause zurück, baden und kleiden ihn. Der Brahmane bringt dem Buddha ein Tuch als Lehrerentgelt dar; der Buddha nimmt es aus Mitgefühl an, und der Brahm
  195. Page 261–262 Pañcamaṃ Mānatthaddhasuttaṃ (Mānatthaddha-Sutta – Der Stolze) Der Brahmane Mānatthaddha, der sich nie vor Mutter, Vater, Lehrer oder älterem Bruder verneigt hat, geht zum Buddha mit dem Gedanken, er werde nur sprechen, wenn der Buddha ihn zuerst anspricht. Als der Buddha schweigt, will der Brahmane beinahe wieder gehen; doch der Buddha erkennt seine Gedanken und spricht Verse, die vor Dünkel warnen. Der Brahmane erschrickt, weil der Buddha seine Gedanken durchschaut hat, wirft sich nieder und fragt, wen man ehren solle. Der Buddha sagt: Mutter, Vater, den
  196. Page 263 Chaṭṭhaṃ Paccanīkasuttaṃ (Paccanīka-Sutta – Der Widersprecher) Der Brahmane Paccanīkasāta will allem widersprechen, was der Buddha sagt, und folgt ihm daher mit der Bitte, die Lehre darzulegen. Der Buddha sagt: Wer einen befleckten Geist voller Streitsucht hat, kann gut Gesagtes nicht recht verstehen; nur wer frei von Streitsucht und Groll ist, kann es erkennen. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, Laienanhänger sein zu dürfen.
  197. Page 263–264 Sattamaṃ Navakammikasuttaṃ (Navakammika-Sutta – Der Bauaufseher) Der Brahmane Navakammika Bhāradvāja beaufsichtigt Bauarbeiten im Wald. Als er den Buddha friedlich sitzen sieht, fragt er sich, welche Arbeit er wohl tue, dass er so zufrieden ist, und fragt ihn in Versen. Der Buddha antwortet, er habe im Wald keine Arbeit mehr zu tun, denn er habe das innere Dickicht (die Befleckungen) mit der Wurzel ausgerissen; darum erfreut er sich am Alleinsein, nachdem er die Unzufriedenheit aufgegeben hat. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, Laienanhänger sei
  198. Page 264–266 Aṭṭhamaṃ Kaṭṭhahārasuttaṃ (Kaṭṭhahāra-Sutta – Die Holzsammler) Holz sammelnde Schüler eines Brahmanen aus dem Bhāradvāja-Geschlecht finden den Buddha friedlich im Wald sitzend und berichten es ihrem Lehrer. Der Brahmane kommt und fragt in Versen voller Verwunderung, warum der Buddha sich allein im furchterregenden Wald erfreue, ohne Musik und Unterhaltung, und ob er Askese übe, um ein Brahmā zu werden. Der Buddha antwortet, er habe alle Zweifel und alles in der Unwissenheit wurzelnde Begehren durchtrennt und die höchste Erleuchtung erlangt; darum weile er i
  199. Page 266–267 Navamaṃ Mātuposakasuttaṃ (Mātuposaka-Sutta – Der seine Mutter versorgt) Der Brahmane Mātuposaka berichtet, dass er seine Mutter und seinen Vater auf rechtmäßige Weise durch Almosensammeln versorgt, und fragt, ob er damit tue, was zu tun ist. Der Buddha bestätigt dies: Wer Mutter und Vater auf rechtmäßige Weise durch Almosensammeln versorgt, erwirbt großes Verdienst, wird in dieser Welt gepriesen und nach dem Verlassen dieser Welt im Himmel wiedergeboren. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, Laienanhänger sein zu dürfen.
  200. Page 267–268 Dasamaṃ Bhikkhakasuttaṃ (Bhikkhaka-Sutta – Der Bettler) Der Brahmane Bhikkhaka sagt, sowohl er als auch der Buddha seien „Bittende“ (bhikkhaka); worin bestehe also der Unterschied? Der Buddha sagt: Bloßes Bitten bei anderen macht noch keinen wahren „Bhikkhu“. Erst wer die ganze Lehre auf sich nimmt, Verdienst und Übel hinter sich gelassen hat und mit Einsicht in die Welt lebt, wird Bhikkhu genannt. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, Laienanhänger sein zu dürfen.
  201. Page 268–269 Ekādasamaṃ Saṅgāravasuttaṃ (Saṅgārava-Sutta) Der Brahmane Saṅgārava glaubt, man könne durch morgendliches und abendliches Baden Übel abwaschen. Ānanda berichtet dies dem Buddha. Der Buddha geht zu dem Brahmanen, fragt ihn nach seinen Gründen und legt dann die Lehre dar: Wahre Reinheit kommt aus dem Dhamma; die Sittlichkeit ist ein klarer, reiner Badeplatz; wer die Veden wirklich kennt (der Weise), badet darin und gelangt ans andere Ufer, ohne auch nur den Körper nass zu machen. Der Brahmane gewinnt Vertrauen und bittet darum, Laienanhänger
  202. Page 270–271 Dvādasamaṃ Khomadussasuttaṃ (Khomadussa-Sutta) Im Dorf Khomadussa sehen die in der Versammlungshalle versammelten Brahmanen und Hausherren den Buddha von weitem kommen und reden verächtlich über ihn als bloßen „Kahlkopf“, der die Regeln der Versammlung nicht kenne. Der Buddha spricht Verse: Eine Versammlung ist keine wahre Versammlung, wenn die Guten darin nicht den Dhamma sprechen; und nur wer Gier, Hass und Verblendung aufgegeben hat und den Dhamma spricht, ist ein wahrer „Guter“. Die Zuhörer gewinnen Vertrauen und bitten gemeinsam darum,
  203. Page 272–273 Paṭhamaṃ Nikkhantasuttaṃ (Nikkhanta-Sutta – Der Hauslose) Beginn des Vaṅgīsa-Saṃyutta. Der neu ordinierte Ehrwürdige Vaṅgīsa hütet allein das Kloster, während sein Unterweiser abwesend ist. Als er junge, geschmückte Frauen sieht, die das Kloster besuchen, entstehen Unzufriedenheit mit dem heiligen Leben und Begierde und stören seinen Geist. Er erkennt die Gefahr dieser Gedanken und beschließt, sie selbst zu vertreiben. Dann spricht er Verse, die seine Festigkeit in der Lehre bekräftigen: Selbst ein großes Heer von Frauen könnte ihn nicht erschüttern, d
  204. Page 273–275 Dutiyaṃ Aratisuttaṃ (Arati-Sutta – Unzufriedenheit) Als sein Unterweiser Nigrodhakappa außerhalb des Klosters übernachtet, wird Vaṅgīsas Geist erneut von Unzufriedenheit und Begierde gestört. Wie zuvor beschließt er, dies selbst zu überwinden, und spricht lange Verse darüber, Zufriedenheit und Unzufriedenheit aufzugeben, alle weltlichen Gedankengebilde loszulassen, nicht an Gesehenem, Gehörtem oder Wahrgenommenem zu haften, rein und frei von Begehren und Ansichten zu sein, zur Ruhe gekommen, und die Zeit des Todes unerschütterlich abzuwarten.
  205. Page 275 Tatiyaṃ Pesalātimaññanāsuttaṃ (Pesalātimaññanā-Sutta – Anfang, in dieser Datei noch nicht abgeschlossen) Der Ehrwürdige Vaṅgīsa wird so stolz auf seine Redegewandtheit, dass er auf andere sittliche Bhikkhus herabsieht. Als er erkennt, dass dies falsch ist, bereut er und beginnt Verse zu sprechen, in denen er sich selbst ermahnt, den Dünkel aufzugeben, und die Gefahr des Hochmuts schildert, der Wesen in die Hölle und in langes Leiden führt. Dieser Teil bricht am Ende der Datei mitten in den Versen ab; das Sutta ist noch nicht abgeschlossen.
  206. Page 276 (Fortsetzung aus der vorigen Datei, ohne Sutta-Titel) Dies ist der Schlussteil eines Suttas, dessen Titel fehlt; der Text setzt die vorige Datei fort (vermutlich das Ende des Atimaññanā-Suttas im Vaṅgīsa-Saṃyutta). Er spricht von dem Bhikkhu, der den Dhamma gesehen hat und nicht mehr trauert, der den richtigen Weg übt, bis er Ehre und Glück erlangt, die Hindernisse und den Dünkel vollständig aufgegeben hat und durch Weisheit Frieden erreicht. Dieser Teil ist unvollständig, da er nur das abgetrennte Ende enthält.
  207. Page 276–277 Catutthaṃ Ānandasuttaṃ (Ānanda-Sutta) Während der Ehrwürdige Vaṅgīsa Ānanda auf dem Almosengang in Sāvatthī begleitet, wird sein Geist von Begierde gestört. Er bittet Ānanda, ihm aus Mitgefühl zu zeigen, wie man das Feuer der Begierde löscht. Ānanda legt die Lehre dar: die Gestaltungen als fremd und nicht als Selbst zu sehen, das Merkmal der Schönheit zu meiden, das Begierde hervorruft, die Betrachtung des Unschönen (asubha) und die Grundlagen der Achtsamkeit zu entwickeln, bis man die Neigung zum Dünkel aufgibt und zur Ruhe gelangt
  208. Page 277–278 Pañcamaṃ Subhāsitasuttaṃ (Subhāsita-Sutta – Gut gesprochen) Der Buddha nennt die vier Merkmale gut gesprochener Rede: nur Gutgesprochenes zu sagen und nicht Schlechtgesprochenes, nur Dhamma und nicht Nicht-Dhamma, nur Liebenswertes und nicht Unliebsames, nur Wahres und nicht Falsches. Daraufhin kommt dem Ehrwürdigen Vaṅgīsa eine Eingebung, und er bittet darum, zum selben Thema mit eigenen Worten zusätzliche Lobverse sprechen zu dürfen.
  209. Page 278–280 Chaṭṭhaṃ Sāriputtasuttaṃ (Sāriputta-Sutta) Sāriputta legt den Bhikkhus die Lehre in schöner, klarer Sprache dar, sowohl kurz als auch ausführlich, sodass die Bhikkhus gespannt zuhören. Dem Ehrwürdigen Vaṅgīsa kommt eine Eingebung, und er spricht in Sāriputtas Gegenwart Lobverse auf ihn: Er ist von tiefer Weisheit, kundig in dem, was Weg ist und was nicht, und seine Stimme ist so wohlklingend wie die eines Beos (sālikā).
  210. Page 280–282 Sattamaṃ Pavāraṇāsuttaṃ (Pavāraṇā-Sutta) Am Pavāraṇā-Tag lädt der Buddha den Saṅgha ein, ihn für etwas in Taten oder Worten zu tadeln. Sāriputta erwidert, niemand könne ihn tadeln, denn er habe den noch nie eröffneten Pfad eröffnet, und bittet seinerseits um die Einladung zur Kritik. Der Buddha lobt Sāriputtas viele Vorzüge und erläutert die besonderen Eigenschaften der 500 in der Versammlung anwesenden Bhikkhus. Daraufhin spricht der Ehrwürdige Vaṅgīsa Lobverse auf diese Gemeinschaft, die die Fesseln vernichtet hat.
  211. Page 282–284 Aṭṭhamaṃ Parosahassasuttaṃ (Parosahassa-Sutta – Über tausend) Der Buddha legt über zwölfhundertfünfzig Bhikkhus, allesamt Arahants, eine Lehre über Nibbāna dar. Dem Ehrwürdigen Vaṅgīsa kommt eine Eingebung, und er spricht Lobverse auf den Buddha, der wie eine große Wolke den Regen des Dhamma auf die Schüler niedergehen lässt. Als der Buddha fragt, ob er die Verse vorher bedacht habe oder ob sie spontan entstanden seien, antwortet Vaṅgīsa, sie seien spontan entstanden. Da fordert ihn der Buddha auf, noch weitere, nicht vorbereitete Verse zu sprechen, und Va
  212. Page 284–286 Navamaṃ Koṇḍaññasuttaṃ (Koṇḍañña-Sutta) Der Ehrwürdige Aññā Koṇḍañña ist lange Zeit nicht zum Buddha gekommen. Als er eintrifft, wirft er sich nieder, legt den Kopf auf die Füße des Buddha, küsst sie voller Freude und nennt voller Ergriffenheit mehrmals seinen Namen. Der Ehrwürdige Vaṅgīsa spricht Lobverse: Er ist ein Schüler, der nach dem Buddha erwacht ist, von starker Tatkraft, und hat alles, was ein Schüler erreichen soll, durch Unermüdlichkeit erreicht; zudem besitzt er die dreifache Wissenschaft und ist kundig darin, den Geist a
  213. Page 286–287 Dasamaṃ Moggallānasuttaṃ (Moggallāna-Sutta) Während der Buddha inmitten von 500 Arahant-Bhikkhus weilt, prüft Mahāmoggallāna mit seinem Geist den Geist dieser Bhikkhus und findet, dass sie alle befreit und frei von Anhaftungsgrundlagen (upadhi) sind. Der Ehrwürdige Vaṅgīsa spricht Lobverse auf Moggallānas übernatürliche Kraft, mit der er den Geist der Schülergemeinde prüft, und preist den Buddha, den Weisen, der ans andere Ufer des Leidens gelangt ist und inmitten dieser vortrefflichen Schüler weilt.
  214. Page 287–288 Ekādasamaṃ Gaggarāsuttaṃ (Gaggarā-Sutta) Der Buddha weilt am Ufer des Gaggarā-Teichs bei Campā, inmitten des Bhikkhu-Saṅgha, vieler Laienanhänger und Laienanhängerinnen sowie Tausender von Gottheiten, und strahlt an Glanz und Ansehen. Der Ehrwürdige Vaṅgīsa spricht einen einzigen Vers und vergleicht den Buddha mit dem Mond, den keine Wolke verdeckt; er überstrahlt die ganze Welt an Ansehen.
  215. Page 288 Dvādasamaṃ Vaṅgīsasuttaṃ (Vaṅgīsa-Sutta) Kurz nach Erlangen der Arahantschaft, während er das Glück der Befreiung genießt, äußert der Ehrwürdige Vaṅgīsa Verse, in denen er auf sein Leben zurückblickt: Er war ein Dichter, der von Stadt zu Stadt zog, bis er dem Buddha begegnete, Vertrauen fasste, die Lehre über Daseinsgruppen, Sinnesgrundlagen und Elemente hörte und in die Hauslosigkeit zog. Nun verkündet er, dass er die dreifache Wissenschaft erlangt hat, übernatürliche Kräfte besitzt und kundig ist, den Geist anderer zu erkennen. Damit
  216. Page 290–291 Paṭhamaṃ Vivekasuttaṃ (Viveka-Sutta – Abgeschiedenheit) Ein Bhikkhu lebt im Wald im Land Kosala. Während der Mittagsrast denkt er, obwohl er Abgeschiedenheit sucht, an unheilsame Dinge des Haushaltslebens. Eine Gottheit, die in diesem Wald wohnt, hat Mitgefühl mit ihm und möchte ihn aufrütteln. Sie spricht mahnende Verse: Er solle die Gestaltungen als fremd sehen, die Betrachtung des Unschönen entwickeln und die Befleckungen abschütteln wie ein Vogel den Staub von seinen Flügeln. Der Bhikkhu wird durch die Mahnung aufgerüttelt.
  217. Page 291–292 Dutiyaṃ Upaṭṭhānasuttaṃ (Upaṭṭhāna-Sutta – Wach sein) Ein Bhikkhu schläft während der Mittagsrast. Eine Gottheit im Wald weckt ihn mit Versen und fragt, warum er schlafe, wo doch der Körper einem von einem Pfeil durchbohrten Menschen gleiche. Sie ermahnt ihn, sich an das Vertrauen zu erinnern, das ihn in die Hauslosigkeit geführt hat, und fragt in einer Reihe von Versen immer wieder, wozu er ordiniert sei, wenn er die Nachlässigkeit nicht aufgibt und der Macht des Schlafs verfällt.
  218. Page 292 Tatiyaṃ Kassapagottasuttaṃ (Kassapagotta-Sutta) Der Ehrwürdige Kassapagotta belehrt während der Mittagsrast zu einer ungeeigneten Zeit einen Jäger. Eine Gottheit im Wald ermahnt ihn, dass es fruchtlos ist, einen Unverständigen, der nicht zuhören will, zur falschen Zeit zu belehren – so als zünde man einem Blinden zehn Lampen an: Er kann keine Formen sehen, weil ihm die Augen fehlen. Der Ehrwürdige wird durch die Mahnung aufgerüttelt.
  219. Page 293 Catutthaṃ Sambahulasuttaṃ (Sambahula-Sutta – Viele Bhikkhus) Nach Ablauf der dreimonatigen Regenzeit brechen mehrere Bhikkhus, die in einem Wald gelebt haben, zur Wanderschaft auf. Die im Wald wohnende Gottheit sieht die Bhikkhus nicht mehr und klagt in ihrer Einsamkeit. Eine andere Gottheit antwortet, die Bhikkhus seien nach Magadha, Kosala und Vajjī gewandert; sie leben ohne an einem festen Wohnort zu haften, wie Affen- oder Hirschherden, die in Gruppen umherziehen.
  220. Page 293–294 Pañcamaṃ Ānandasuttaṃ (Ānanda-Sutta) Ānanda lebt im Wald, verbringt aber übermäßig viel Zeit damit, Hausleute für die Lehre zu gewinnen. Eine Gottheit im Wald ermahnt ihn, an den Fuß eines schattigen Baumes zu gehen, Nibbāna im Herzen zu tragen, unermüdlich die Vertiefung zu entwickeln und diesen kleinen Ablenkungen keinen Einfluss auf seine Übung zu gewähren.
  221. Page 294–295 Chaṭṭhaṃ Anuruddhasuttaṃ (Anuruddha-Sutta) Jālinī, eine Göttin des Tāvatiṃsa-Himmels, die in einem früheren Leben Anuruddhas Ehefrau war, versucht ihn zu überreden, sich die Wiedergeburt im Tāvatiṃsa-Himmel zu wünschen, wo er früher gelebt hatte. Anuruddha antwortet, selbst diese Göttinnen hafteten noch an der Persönlichkeitsansicht (sakkāya). Als sie einwendet, wer den Himmel nicht gesehen habe, kenne das wahre Glück nicht, weist er darauf hin, dass alle Gestaltungen unbeständig sind und dass das Zur-Ruhe-Kommen das Glück ist, und erklä
  222. Page 295 Sattamaṃ Nāgadattasuttaṃ (Nāgadatta-Sutta) Der Ehrwürdige Nāgadatta geht zu früh ins Dorf und kehrt zu spät zurück und teilt Freud und Leid mit den Hausleuten mehr als angemessen. Eine Gottheit im Wald ermahnt ihn wohlwollend, sich nicht zu eng mit den Familien einzulassen, aus Sorge, er könnte in die Gewalt des mächtigen Todeskönigs geraten. Der Ehrwürdige wird durch die Mahnung aufgerüttelt.
  223. Page 296 Aṭṭhamaṃ Kulagharaṇīsuttaṃ (Kulagharaṇī-Sutta – Die Hausfrau) Ein Bhikkhu lässt sich übermäßig eng mit einer Familie ein. Eine Gottheit nimmt die Gestalt der Hausherrin dieser Familie an und fragt ihn in Versen nach dem Gerede auf den Straßen über ihre Beziehung. Sie ermahnt ihn, ein Ordinierter solle üble Nachrede unerschütterlich ertragen; sonst werde er leichtfertigen Geistes und könne seine Aufgabe nicht vollenden.
  224. Page 296–297 Navamaṃ Vajjiputtasuttaṃ (Vajjiputta-Sutta) Ein Bhikkhu, ein Sohn der Vajjī, lebt allein im Wald nahe Vesālī. Eines Nachts hört er während eines Festes die Unterhaltung in der Stadt und klagt, er sei wertlos wie ein im Wald weggeworfenes Stück Holz. Eine Gottheit im Wald tröstet ihn: Auch wenn er allein im Wald lebt wie ein weggeworfenes Holzstück, wünschen sich doch viele, so zu sein wie er – so wie Höllenwesen sich wünschen, in den Himmel zu gelangen.
  225. Page 297–298 Dasamaṃ Sajjhāyasuttaṃ (Sajjhāya-Sutta – Rezitation) Ein Bhikkhu hat früher ständig Lehrverse rezitiert, schweigt aber später und rezitiert nicht mehr. Eine Gottheit im Wald fragt verwundert, warum er aufgehört habe, Lehrverse zu rezitieren, wo doch das Hören der Lehre Vertrauen und Lob hervorbringt. Der Bhikkhu antwortet, früher habe er noch Verlangen nach diesen Lehrversen gehabt; nun aber, mit Leidenschaftslosigkeit (virāga) ausgestattet, habe er alles, woran er früher festhielt, durch durchdringende Weisheit losgelassen.
  226. Page 298–299 Ekādasamaṃ Ayonisomanasikārasuttaṃ (Ayonisomanasikāra-Sutta – Unweise Aufmerksamkeit) Ein Bhikkhu hegt während der Mittagsrast unheilsame Gedanken: Gedanken der Sinnlichkeit, des Übelwollens und der Grausamkeit. Eine Gottheit im Wald ermahnt ihn, dass diese durch unweise Aufmerksamkeit entstehen; er solle stattdessen weise betrachten und sich an den Lehrer, den Dhamma, den Saṅgha und die Sittlichkeit erinnern. Dann werden Freude, Verzückung und Glück entstehen, bis er dem Leiden ein Ende setzen kann.
  227. Page 299 Dvādasamaṃ Majjhantikasuttaṃ (Majjhantika-Sutta – Mittag) Eine Gottheit beschreibt die Stimmung im großen Wald zur Mittagszeit, wenn die Vögel ruhen und das Zirpen der Insekten laut durch den Wald hallt. Der erste Vers sagt, dieser Klang wecke Furcht; der zweite Vers sagt in derselben Stimmung, er wecke Freude und Wohlgefallen. Es ist ein kurzer Wechsel, der unterschiedliche Sichtweisen auf die Stille des Waldes zur Mittagszeit widerspiegelt.
  228. Page 299–300 Terasamaṃ Pākatindriyasuttaṃ (Pākatindriya-Sutta – Ungezügelte Sinne) Mehrere Bhikkhus in einem Wald in Kosala benehmen sich übermütig, schwatzen und sind zerstreut, ohne Achtsamkeit und klare Bewusstheit. Eine mitfühlende Gottheit ermahnt sie in Versen: Früher lebten die Schüler Gotamas genügsam, ohne Gier nach Nahrung und Unterkunft, bis sie die Unbeständigkeit der Welt verstanden und dem Leiden ein Ende setzten; nun aber leben manche schwer zu versorgen wie Hausherren und hängen an fremden Häusern wie Petas. Die Gottheit tadelt die Nachlässigen und erweist den
  229. Page 300–301 Cuddasamaṃ Padumapupphasuttaṃ (Padumapuppha-Sutta – Die Lotosblume) Ein Bhikkhu steigt nach dem Almosengang in einen Lotosteich und riecht an einer Lotosblume, die ihm niemand gegeben hat. Eine Gottheit tadelt ihn, das sei Diebstahl des Blumendufts ohne Erlaubnis. Der Bhikkhu wendet ein, er habe die Lotosblume weder gepflückt noch abgebrochen. Die Gottheit erklärt, selbst ein kleiner Fehler erscheine dem, der nach Reinheit strebt, groß. Der Bhikkhu stimmt zu und bittet die Gottheit, ihn auch künftig zu ermahnen, wenn sie einen Fehler bemerkt. Die Gottheit antwor
  230. Page 303 Paṭhamaṃ Indakasuttaṃ (Indaka-Sutta) Der Yakkha Indaka fragt den Buddha: Wenn der Buddha sagt, die Form sei nicht das Lebensprinzip, wie kommt man dann zu diesem Körper, und wie haftet dieser Klumpen aus Knochen und Fleisch im Mutterleib? Der Buddha erklärt die Stufen der Entwicklung des Kindes im Mutterleib, von kalala, abbuda, pesi und ghana bis zum Wachsen von Haupthaar, Körperhaar und Nägeln, genährt von der Nahrung, die die Mutter zu sich nimmt, bis es herangewachsen ist.
  231. Page 303–304 Dutiyaṃ Sakkasuttaṃ (Sakka-Sutta) Ein Yakkha namens Sakka (nicht Sakka, der König der Götter) wendet ein, ein Samaṇa, der von den Fesseln befreit ist, solle andere nicht belehren. Der Buddha antwortet: Ein Weiser soll sich durch keinerlei Beziehung mit anhänglichem Geist binden; wenn er aber andere mit reinem, vertrauensvollem Geist, mit Güte und Mitgefühl belehrt, gilt er keineswegs als gebunden.
  232. Page 304–305 Tatiyaṃ Sūcilomasuttaṃ (Sūciloma-Sutta) Die Yakkhas Khara und Sūciloma kommen am Buddha vorbei und fragen sich, ob er ein echter Samaṇa ist. Der Yakkha Sūciloma reibt seinen stacheligen Körper am Körper des Buddha und droht, ihn über den Ganges zu schleudern, wenn er seine Frage nicht beantworte. Er fragt, woraus Gier, Hass, Unzufriedenheit, Freude und Furcht entstehen. Der Buddha sagt, sie entstehen aus dem Selbst, wie die Luftwurzeln des Banyanbaums und Schlingpflanzen, die den Wald überwuchern. Wer ihren Ursprung kennt, kann sie be
  233. Page 306 Catutthaṃ Maṇibhaddasuttaṃ (Maṇibhadda-Sutta) Der Yakkha Maṇibhadda spricht Verse: Wer achtsam ist, hat stets Gedeihen und Glück. Der Buddha ergänzt und berichtigt diese Verse: Auch dann muss man stets Güte gegenüber allen Wesen haben, um wirklich frei von Feindschaft zu sein.
  234. Page 306–308 Pañcamaṃ Sānusuttaṃ (Sānu-Sutta) Ein Junge namens Sānu wird von einem Yakkha besessen. Seine Mutter, eine Laienanhängerin, klagt, sie habe von den Arahants gehört, dass Yakkhas diejenigen nicht plagen, die den Uposatha-Tag einhalten und ein reines Leben führen; warum treffe es dann ihr Kind? Der Yakkha bestätigt diese Wahrheit und lässt der Mutter ausrichten, sie solle Sānu sagen, er solle weder heimlich noch offen Übles tun. Als der Junge wieder zu sich kommt und die Mutter fragt, warum sie weine, als sei er gestorben, erklärt
  235. Page 308 Chaṭṭhaṃ Piyaṅkarasuttaṃ (Piyaṅkara-Sutta) Die Yakkhinī Piyaṅkaramātā beruhigt ihr kleines Kind, damit es still ist, während Anuruddha in der Morgendämmerung Lehrverse rezitiert. Sie sagt, wenn man die Lehrverse versteht, könne man sie zum eigenen Nutzen üben. Zugleich äußert sie den Wunsch, dass sie und ihr Kind allen Wesen gegenüber zurückhaltend seien, nicht lügen und ihre Sittlichkeit gut üben, damit sie von der Geburt als Yakkha frei werden.
  236. Page 308–310 Sattamaṃ Punabbasusuttaṃ (Punabbasu-Sutta) Die Yakkhinī Punabbasumātā beruhigt ihre beiden Kinder, damit sie hören kann, wie der Buddha die Lehre über Nibbāna darlegt. Sie sagt, das Hören der wahren Lehre sei wertvoller als die Liebe zu Kindern und Ehemann, denn sie kann die Wesen wirklich von Leiden, Alter und Tod befreien. Die Tochter Uttarikā verspricht, still zu sein, damit die Mutter die Lehre hören kann, und die Mutter lobt ihre beiden Kinder als weise, weil sie die wahre Lehre des erhabenen Buddha lieben.
  237. Page 310–312 Aṭṭhamaṃ Sudattasuttaṃ (Sudatta-Sutta) Der Großkaufmann Anāthapiṇḍika hört die Nachricht, dass ein Buddha in der Welt erschienen ist, und eilt noch in der Dunkelheit vor Tagesanbruch zu ihm. Als er die Stadt verlässt, überkommen ihn Dunkelheit und Furcht, sodass er dreimal beinahe umkehrt. Der Yakkha Sīvaka erscheint und ermutigt ihn immer wieder mit Versen, bis sich die Furcht jedes Mal legt. Als er ankommt, spricht ihn der Buddha mit seinem ursprünglichen Namen „Sudatta“ an, was ihn mit großer Freude erfüllt, und sagt: Wer die Befl
  238. Page 312–313 Navamaṃ Paṭhamasukkāsuttaṃ (Sukkā-Sutta 1) Ein Yakkha, der der Bhikkhunī Sukkā vertraut, zieht verkündend durch die Straßen von Rājagaha. Er tadelt die Stadtbewohner, dass sie nicht hingehen, um die Lehre von Sukkā zu hören, die den Pfad zum Todlosen darlegt, und preist ihre Lehrreden als unvergleichlich schön: Die Weisen trinken diese Lehre in sich hinein wie Reisende das Regenwasser aus einer Regenwolke.
  239. Page 313–314 Dasamaṃ Dutiyasukkāsuttaṃ und Ekādasamaṃ Cīrāsuttaṃ (Sukkā-Sutta 2 und Cīrā-Sutta) Ein Laienanhänger bringt der Bhikkhunī Sukkā eine Mahlzeit dar, und im folgenden Sutta bringt ein anderer Laienanhänger der Bhikkhunī Cīrā eine Robe dar. Die Yakkhas, die diesen beiden Bhikkhunīs vertrauen, ziehen jeweils verkündend durch die Straßen und preisen diese Laienanhänger, dass sie großes Verdienst erworben haben, weil sie jemandem gegeben haben, der von allen fesselnden Befleckungen befreit ist. Beide Suttas haben nahezu denselben Aufbau und Wortlaut und unterscheiden sich nur im Name
  240. Page 314–316 Dvādasamaṃ Āḷavakasuttaṃ (Āḷavaka-Sutta) Der Yakkha Āḷavaka befiehlt dem Buddha mehrmals abwechselnd, seine Behausung zu verlassen und wieder zu betreten, und droht dann, ihn über den Ganges zu schleudern, wenn er seine Fragen nicht beantworte. Er fragt nach dem besten Reichtum, nach dem Verhalten, das Glück bringt, nach dem köstlichsten Geschmack, nach der besten Lebensweise und danach, wie man die Flut und das große Meer überquert, dem Leiden entkommt und rein wird. Der Buddha antwortet: Vertrauen ist der beste Reichtum; der gut geüb
  241. Page 317–320 Paṭhamaṃ Suvīrasuttaṃ und Dutiyaṃ Susimasuttaṃ (Suvīra-Sutta und Susima-Sutta) Sakka, der König der Götter, befiehlt dem Göttersohn Suvīra (im folgenden Sutta dem Göttersohn Susima) dreimal, gegen die Asuras zu kämpfen; doch der Göttersohn nimmt den Befehl jedes Mal nur an, zögert es nachlässig hinaus und geht nicht. Sakka spricht darauf ironische Verse und bietet ihm einen glücklichen Aufenthaltsort an, für den er sich nicht anstrengen müsse. Als der Göttersohn einen solchen tatsächlich haben möchte, erklärt Sakka, ein solches Glück ohne Ursache gebe es nicht; nur der Weg
  242. Page 320–323 Tatiyaṃ Dhajaggasuttaṃ (Dhajagga-Sutta – Die Fahnenspitze) Sakka hatte den Göttern des Tāvatiṃsa-Himmels einst gesagt: Wenn im Kampf Furcht aufkommt, sollen sie zur Spitze seiner Fahne oder der Fahne eines anderen Götterkönigs aufblicken, dann werde die Furcht vergehen. Der Buddha weist aber darauf hin, dass dieses Mittel unsicher ist, denn Sakka selbst ist noch nicht frei von Gier, Hass und Verblendung und könnte ebenfalls vor Furcht fliehen. Daher lehrt er die Bhikkhus: Wenn im Wald, am Fuß eines Baumes oder in einer leeren Hütte Furcht aufkommt, soll
  243. Page 323–326 Catutthaṃ Vepacittisuttaṃ (Vepacitti-Sutta) Als die Götter die Schlacht gewonnen und den Asura-Fürsten Vepacitti gefangen und gebunden haben, beschimpft Vepacitti Sakka jedes Mal, wenn er vorbeigeht, mit groben Worten. Der Wagenlenker Mātali fragt, warum Sakka dies ertrage, als ob er sich fürchte oder schwach sei. Sakka antwortet, nicht aus Furcht, sondern weil ein Weiser nicht mit einem Toren streiten soll. In langen Versen preist er die Geduld (khanti) als wahre Stärke der Starken: Wer den Zorn anderer ertragen kann, gewinnt eine schwer
  244. Page 326–328 Pañcamaṃ Subhāsitajayasuttaṃ (Subhāsitajaya-Sutta – Sieg durch gute Rede) Vepacitti schlägt vor, den Sieg durch einen Wettstreit schöner Rede zwischen ihm und Sakka zu entscheiden, wobei das Gefolge beider Seiten urteilen soll. Vepacittis Verse über harte Bestrafung der Toren erhalten Beifall von den Asuras, während die Götter schweigen; Sakkas Verse über Geduld und darüber, einem Zornigen nicht zu vergelten, erhalten Beifall von den Göttern. Schließlich urteilen beide Seiten gemeinsam, dass Vepacittis Verse Gewalt und Streit in sich bergen, Sakkas Verse aber frei dav
  245. Page 328–329 Chaṭṭhaṃ Kulāvakasuttaṃ (Kulāvaka-Sutta – Die Nester) In einer Schlacht zwischen Göttern und Asuras werden die Götter besiegt und müssen fliehen. Der Weg von Sakkas Wagen führt an einem Seidenwollbaum vorbei, in dem Nester von Garuḷa-Vögeln sind. Sakka befiehlt Mātali, auszuweichen, damit der Wagen die Nester nicht zerstört, selbst wenn er dabei riskiert, von den Asuras gefangen zu werden. Als die Asuras sehen, wie der Götterwagen umkehrt, glauben sie irrtümlich, die Götter kämen zurück, um zu kämpfen, und fliehen in ihre Stadt zurück. Dieser Sieg
  246. Page 329–330 Sattamaṃ Nadubbhiyasuttaṃ (Nadubbhiya-Sutta – Kein Verrat) Allein in Zurückgezogenheit denkt Sakka, dass er niemanden verraten werde, selbst wenn dieser sein Feind sei. Vepacitti erkennt diesen Gedanken mit seinem Geist und kommt zu ihm. Sakka ruft ihm herausfordernd zu: „Halt, Vepacitti, du bist gefangen!“ Vepacitti antwortet, ein früherer Gedanke könne sich doch ändern. Da bittet Sakka Vepacitti zu schwören, dass sie einander nicht verraten werden, und spricht Verse: Das Übel dessen, der lügt, der die Edlen schmäht, der Freunde verrät und der undankba
  247. Page 330 Aṭṭhamaṃ Virocana-asurindasuttaṃ (Virocana-Sutta) Der Inhalt ist unvollständig, da er am Ende der Datei abgeschnitten ist. Während der Buddha in der Mittagsrast zurückgezogen weilt, kommen Sakka, der König der Götter, und der Asura-Fürst Verocana und stehen, jeder an einen Türpfosten gelehnt, zu beiden Seiten. Verocana spricht Verse: Man soll sich bemühen, bis man sein Ziel erreicht hat, denn erreichte Ziele sind schön – so lautet sein Wort. Der Buddha antwortet mit Versen in ähnlicher Weise, fügt aber hinzu, dass es nichts Höheres gibt als Ged
  248. Page 331 Virocanasuttaṃ (Schlussteil) Dies ist der Schlussteil, der an den vorigen Abschnitt anschließt (der Anfang ist abgeschnitten). Es erscheinen nur zwei wiederholte Verse mit ähnlichem Inhalt, aber unterschiedlichem Schluss: Der erste ist das „Wort Verocanas“ (des Asura-Fürsten) und betont, dass erreichte Ziele schön sind; im zweiten wird der Schluss geändert zu „es gibt nichts Höheres als Geduld“, was Sakkas Erwiderung ist. So zeigt sich der Unterschied zwischen den Werten der Asuras, die auf Erfolg aus sind, und den Werten d
  249. Page 331–332 Āraññakasuttaṃ (Āraññaka-Sutta – Die Waldeinsiedler) Einst lebten viele sittliche Einsiedler in Laubhütten mitten im Wald. Sakka und der Asura-Fürst Vepacitti besuchen sie beide; doch Vepacitti geht in Sandalen, mit umgegürtetem Schwert und aufgespanntem Schirm respektlos an den Einsiedlern vorbei, während Sakka die Sandalen ablegt, die Waffe niederlegt, den Schirm zusammenfaltet und mit zusammengelegten Händen ehrfürchtig grüßt. Die Einsiedler sprechen mahnende Verse, der Körpergeruch lange übender Einsiedler, der mit dem Wind herüberweht, sei wo
  250. Page 332–334 Samuddakasuttaṃ (Samuddaka-Sutta – Am Meer) Während eines Krieges zwischen Göttern und Asuras fürchten sittliche Einsiedler, die am Meeresufer leben, die Gefahr von Seiten der Asuras und bitten den Asura-Fürsten Sambara um die „Gewährung von Sicherheit“. Doch Sambara verkündet, denen, die mit Sakka Umgang pflegen, gebe er nur Furcht. Da sprechen die Einsiedler Verse als Fluch zurück: Wer Gutes tut, erntet Gutes, wer Übles tut, erntet Übles; wie die Saat, so die Frucht. Die Folge ist, dass Sambara durch diesen Fluch jede Nacht dreimal ersc
  251. Page 335–336 Paṭhamadevasuttaṃ (Deva-Sutta 1) Der Buddha sagt, dass Sakka, als er noch ein Mensch war, sieben Gelübde (vatapada) sein ganzes Leben lang vollständig einhielt: Mutter und Vater zu versorgen, die Älteren in der Familie zu ehren, sanft zu sprechen, nicht zu verleumden, einen von Geiz freien Geist zu haben und sich am Geben und Teilen zu erfreuen, die Wahrheit zu sagen und nicht zornig zu werden – und wenn doch, den Zorn rasch zu beruhigen. Eben die Einhaltung dieser Gelübde machte ihn zu Sakka. Die abschließenden Verse sagen, da
  252. Page 336–337 Dutiyadevasuttaṃ (Deva-Sutta 2) Der Buddha erklärt die Herkunft der verschiedenen Namen Sakkas aus seinem Leben als Mensch: Er war ein junger Mann namens Magha, daher Maghavā; er gab, bevor jemand bat, daher Purindada; er gab mit Ehrerbietung, daher Sakka; er gab Unterkünfte, daher Vāsava; er konnte in einem Augenblick über tausend Dinge nachdenken, daher Sahassakkha; er hat die Asura-Tochter Sujā zur Gemahlin, daher Sujampati; und er herrscht über die Götter des Tāvatiṃsa-Himmels, daher Devānaminda. Dazu werden die sieben Gel
  253. Page 337–339 Tatiyadevasuttaṃ (Deva-Sutta 3) Der Licchavi Mahāli kommt zum Buddha und fragt, ob er Sakka wirklich gesehen habe, wobei er Zweifel äußert, ob es nicht bloß jemand gewesen sei, der Sakka ähnelt, denn den wirklichen Sakka zu sehen sei überaus schwer. Der Buddha bestätigt, dass er sowohl Sakka als auch die Eigenschaften kennt, die zum Sakka-Sein führen, und erklärt die Herkunft der Namen und die sieben Gelübde wie in den beiden vorigen Suttas, um zu bekräftigen, dass es sich um echtes Wissen und nicht um Vermutung handelt.
  254. Page 339–341 Daliddasuttaṃ (Dalidda-Sutta – Der Arme) Der Buddha erzählt von einem bitterarmen Mann in Rājagaha, der in dieser Lehre und Disziplin Vertrauen, Sittlichkeit, Gelehrsamkeit, Freigebigkeit und Weisheit auf sich nahm. Nach dem Tod wurde er unter den Göttern des Tāvatiṃsa-Himmels wiedergeboren und überstrahlte die anderen Götter an Glanz und Ansehen. Die Götter tadeln dies aus Neid: Ein armer Elender übertreffe sie an Glanz. Sakka erklärt, dies liege eben an den Tugenden, die er auf sich genommen hat, und spricht Verse: Wer unerschütterli
  255. Page 341 Rāmaṇeyyakasuttaṃ (Rāmaṇeyyaka-Sutta – Das Erfreuliche) Sakka fragt den Buddha, welcher Ort wirklich erfreulich ist. Der Buddha antwortet in Versen: Schön angelegte Gärten, Wälder und Lotosteiche erreichen nicht einmal ein Sechzehntel dessen, was für Menschen erfreulich ist. Welcher Ort aber auch immer – Dorf oder Wald, Niederung oder Anhöhe –, an dem Arahants leben, dieser Ort ist wahrhaft erfreulich. Das bedeutet, dass der Wert eines Ortes in den Tugendhaften liegt und nicht in äußerer Schönheit.
  256. Page 342 Yajamānasuttaṃ (Yajamāna-Sutta – Die Opfernden) Sakka fragt den Buddha: Unter den Menschen, die opfern und verdienstvolle Taten in Erwartung einer Frucht vollbringen – wo bringt eine gegebene Gabe große Frucht? Der Buddha antwortet: im Saṅgha, der aus den vier Paaren derer besteht, die auf dem Pfad üben, und derer, die in den vier Früchten stehen; eine aufrechte Gemeinschaft, vollendet in Sittlichkeit und Weisheit. Gaben an einen solchen Saṅgha bringen große Frucht.
  257. Page 342–343 Vandanasuttaṃ (Vandana-Sutta – Die Verehrung) Während der Buddha in der Mittagsrast zurückgezogen weilt, stellen sich Sakka und Brahmā Sahampati zu beiden Seiten der Tür. Sakka spricht Verse und fordert ihn auf: „Erhebe dich, Held, Sieger in der Schlacht, der du schuldenfrei bist, wandere durch die Welt!“, als würde er einen siegreichen Krieger preisen. Doch der Buddha berichtigt, dass man den Tathāgata nicht so verehren solle; man solle sagen: „Erhebe dich … Karawanenführer, der du schuldenfrei bist, lege die Lehre dar, es wird solche gebe
  258. Page 343–344 Paṭhamasakkanamassanasuttaṃ (Sakkanamassana-Sutta 1 – Wen Sakka verehrt) Sakka befiehlt dem Wagenlenker Mātali, den Wagen mit tausend Pferden anzuspannen, um in den Park zu fahren. Bevor er einsteigt, steigt er vom Palast herab und verehrt mit zusammengelegten Händen alle Richtungen. Mātali wundert sich und fragt, warum Sakka, den Götter, Menschen, Adlige und die vier großen Könige verehren, selbst noch andere verehrt. Sakka antwortet, er verehre sittliche Bhikkhus, die lange das heilige Leben geführt haben, und sittliche Hausleute, die ihre Familie auf rechtmäßige W
  259. Page 344–345 Dutiyasakkanamassanasuttaṃ (Sakkanamassana-Sutta 2) Die Szene mit dem Anspannen des Wagens wiederholt sich, doch diesmal verehrt Sakka in Richtung des Erhabenen. Mātali fragt, wer es sei, den selbst Sakka, den Götter und Menschen verehren, verehrt. Sakka antwortet, er verehre den vollkommen Erwachten, die Arahants, die Gier, Hass und Verblendung vernichtet haben, und die Übenden (sekha), die noch daran arbeiten, diese Befleckungen aufzugeben. Mātali bestätigt, dass diese die Besten in der Welt sind, und verehrt sie ebenfalls.
  260. Page 346–347 Tatiyasakkanamassanasuttaṃ (Sakkanamassana-Sutta 3) Die Szene mit dem Anspannen des Wagens wiederholt sich zum dritten Mal; diesmal verehrt Sakka in Richtung des Bhikkhu-Saṅgha. Mātali fragt neckend, warum er Menschen verehre, die neben Leichnamen liegen und essen, hungrig und durstig. Sakka antwortet mit Lob für diese Bhikkhus, im Gegensatz zu Mātalis Geringschätzung: Sie haben das Haus ohne Anhänglichkeit verlassen, häufen keine Vorräte an, leben von dem, was andere zubereitet haben, sind stille, friedvolle Weise, bleiben selbst im Konflikt zwi
  261. Page 348 Ghatvāsuttaṃ (Ghatvā-Sutta – Nachdem man getötet hat) Sakka fragt den Buddha, was man töten müsse, um glücklich zu leben und nicht zu trauern, und ob es ein einziges Ding gebe, dessen Tötung er preise. Der Buddha antwortet: den Zorn. Wer den Zorn tötet, lebt glücklich und trauert nicht, denn der Zorn hat eine giftige Wurzel, aber eine süße Spitze. Deshalb preisen die Edlen das Töten des Zorns, denn wer ihn getötet hat, trauert nicht mehr.
  262. Page 348–350 Dubbaṇṇiyasuttaṃ (Dubbaṇṇiya-Sutta – Der Hässliche) Ein hässlicher, kleinwüchsiger, buckliger Yakkha setzt sich in der Versammlung des Tāvatiṃsa-Himmels auf Sakkas Thron. Die Götter tadeln ihn voller Unmut; doch je mehr sie ihn tadeln, desto schöner und ansehnlicher wird der Yakkha. Sakka erkennt, dass es ein „zornfressender Yakkha“ ist, tritt mit zusammengelegten Händen heran und nennt dreimal seinen Namen: „Ich bin Sakka.“ Da wird der Yakkha immer hässlicher, kleiner und buckliger, bis er schließlich verschwindet. Sakka lehrt die Götter in Vers
  263. Page 350–351 Māyāsuttaṃ (Māyā-Sutta – Zauberkunst) Der Asura-Fürst Vepacitti ist schwer krank, und Sakka besucht ihn. Vepacitti sieht Sakka von weitem kommen und bittet ihn, ihn zu heilen. Sakka aber verlangt, dass Vepacitti ihn zuerst die Zauberkunst (die Listen) Sambaras lehre. Vepacitti fragt die Asuras, ob er sie lehren solle; die Asuras widersprechen. So erhält Vepacitti keine Heilung und spricht tadelnde Verse: Sakka, der solche Zauberkunst besitzt, werde in eine schreckliche Hölle fallen, so wie Sambara, der hundert Jahre in der Hölle war
  264. Page 351–352 Accayasuttaṃ (Accaya-Sutta – Das Vergehen) Zwei Bhikkhus streiten miteinander. Einer, der im Unrecht war, bereut später und bekennt dem anderen sein Vergehen, doch der andere nimmt das Bekenntnis nicht an. Die Bhikkhus berichten dies dem Buddha. Er sagt, beide seien Toren: der eine, der ein Vergehen nicht als Vergehen sieht, und der andere, der ein rechtmäßig abgelegtes Bekenntnis nicht annimmt. Wer dagegen ein Vergehen als Vergehen sieht und ein Bekenntnis rechtmäßig annimmt, ist ein Weiser. Zum Schluss erinnert er an die Verse, mit den
  265. Page 352–353 Akkodhasuttaṃ (Akkodha-Sutta – Nicht-Zorn) Der Buddha erzählt dieselbe Begebenheit noch einmal in förmlicher Weise: Einst sprach Sakka in der Sudhamma-Halle Verse zu den Göttern des Tāvatiṃsa-Himmels, sie sollten sich nicht vom Zorn überwältigen lassen und dem Zornigen nicht mit Zorn antworten; Nicht-Zorn und Nicht-Schädigen seien stets der Weg der Edlen, denn der Zorn zermalmt den Toren wie ein Berg, der auf ihn stürzt. Dieses Sutta ist das fünfte der Sakka-Fünfergruppe. Mit dem Ende des Suttas und den Zusammenfassungsversen (uddāna) en